Applaus für die Siegerin: Yvonne Zierenberg (Tri-4-Fun SVKT) hat sich nun auch dem Triathlon verschrieben. Foto: Andreas Gerth - © Andreas Gerth
Applaus für die Siegerin: Yvonne Zierenberg (Tri-4-Fun SVKT) hat sich nun auch dem Triathlon verschrieben. Foto: Andreas Gerth | © Andreas Gerth

Lübbecke Jan Isendahl lässt den Rekord wackeln

Zum runden Geburtstag können die Berglöwen beim 20. Lübbecker Wartturmlauf eine neue Teilnehmerbestmarke verbuchen

Ein wackelnder Streckenrekord und ein neuer Teilnehmerrekord: Die 20. Geburtstagsauflage lieferte ein besonderes Kapitel in der Geschichte des Lübbecker Wartturmlaufs. Mit 426 Startern wurde am Samstag die Marke von 423 Teilnehmern aus dem Jahr 2016 geknackt. Fast wäre eine weitere Bestmarke gepurzelt: der 17 Jahre alte Streckenrekord über die Königsetappe der Männer. In ganz starken 51,27 Minuten bewältigte der Hüllhorster Jan Isendahl die anspruchsvollen 14 Kilometer hoch zum Wartturm und wieder zurück ins Stadion an der Obernfelder Allee, wo er fast drei Minuten auf den Zweitplatzierten wartete. „Es war ein einsames Rennen. und anstrengend wie immer. Doch das hat mir nicht viel ausgemacht, weil es meine Hausstrecke ist und ich sie in und auswendig kenne. So konnte ich mich innerlich immer wieder anschreien und motivieren“, berichtete der glückliche Sieger, der seine Zeit aus dem Vorjahr um fast zwei Minuten unterbot. Und zur Rekordzeit von Andreas Schur (SG Diepholz) aus dem Jahr 2001 (50:46) fehlte Isendahl nicht viel. Doch damit soll jetzt Schluss sein – nach seinem dritten Coup in Folge beim Wartturmlauf will der Hattrick-Sieger im nächsten Jahr nur als Zuschauer nach Lübbecke kommen. „Das reicht erst einmal. 2019 esse und trinke ich hier was und sehe zu, was die anderen machen“, lacht Jan Isendahl, der nun auch der große Favorit auf den Gesamtsieg in der Mühlenkreisserie ist. Dreimal ging Jan Isendahl bislang über die 14 Kilometer an den Start, dreimal gewann er. Einen weiteren Sieg eines Lokalmatadoren – besser: Lokalmatadorin – gab es bei den Frauen über 4,4 Kilometer dank Stefanie Hiller (TuSpo Rahden). „Der Anstieg hat es ganz schön in sich. Ich habe gedacht, die letzten Meter müsste ich gehen. Doch abwärts konnte ich mich wieder erholen“, erklärte die strahlende Siegerin, die allerdings ein persönliches Ziel knapp verfehlte: „Sascha, meinen Mann, wollte ich eigentlich schlagen...“ Von der Begegnung mit einem Reh berichtete Yvonne Zierenberg. „Interessant, was man hier im Lübbecker Berg erleben kann“, schmunzelte die Mindenerin, die in Abwesenheit von Silke Rösener quasi konkurrenzlos war über die 8,8 Kilometer der Frauen. „Am Anstieg muss man aufpassen, dass man sich nicht übernimmt. Ansonsten lief es gut, zumal die Strecke sehr gut präpariert war. Es gibt also keine Ausreden“, so Zierenberg, die nicht an ihre Siegerzeit aus dem Vorjahr herankam – das allerdings aus gutem Grund, denn mittlerweile hat sie sich auch dem Triathlon über die Olympische Distanz verschrieben. „Das Schwimmen muss ich noch üben, da ist zuletzt das DLRG-Boot neben mir geblieben, damit ich nicht untergehe. Dafür kann ich im Radfahren und Laufen das Feld von hinten aufrollen“, lacht die sympathische Yvonne Zierenberg, die mittlerweile für die Triathlon-Sparte der SV Kutenhausen-Todtenhausen „Tri-4-Fun“ startet. „Sascha, meinen Mann, wollte ich eigentlich schlagen“ Umkämpft, aber fest in der Hand der TG Werste ist in der Mühlenkreisserie die Männer-Klasse über vier Kilometer. In Lübbecke siegte Tobias Hohmeier vor seinem Vereinskollegen Philipp Peixoto-Gonzales und glich damit in der Serie zum 2:2 nach Siegen aus. „Derzeit laufe ich meiner Form ein wenig hinterher. Das ändert aber nichts daran, dass Tobias verdient gewonnen hat“, gratulierte der 25-Jährige seinem erst 16-Jährigen Vereinskameraden. Im Vorjahr hatte Peixoto-Gonzales alle sieben Rennen der Mühlenkreisserie gewonnen, diesmal trifft er auf Gegenwehr. „Das nehme ich als Herausforderung“, grinst der Vorjahressieger, der sich schon bei der nächsten MKS-Station im August in Espelkamp revanchieren möchte. Dann muss man auch wieder Henry Brauns auf dem Zettel haben. Der Gesamtführende in der Mühlenkreisserie lief auch in Lübbecke allen davon und siegte über die 8,8 Kilometer in guten 32,28 Minuten. „Ab Kilometer zwei hat er mich stehen lassen“, berichtete der Zweitplatzierte Oliver Neidiger, der damit aber prima leben konnte. Immerhin ist der Organisator der Mühlenkreisserie 51 Jahre alt und gewann einmal mehr in seiner Altersklasse. Auch bei den Lübbecker Berglöwen durfte man am Samstag sehr zufrieden sein. Mit 426 Startern verbuchte der Ausrichter einen neuen Teilnehmerrekord, darüber hinaus erhielt das Team um den Vorsitzenden und Moderator Wolfgang Ulrichs viel Lob für die gut präparierten Strecken. Nicht zuletzt dank der Grundschule Blasheim gab es 50 Kinder, die sich über die 1000 Meter austobten. Begleitet von der Mama erreichte auch die Zweijährige Jule Wöhling das Ziel.

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