Goldjunge zum Anfassen: Paralympics-Sieger Sebastian Dietz mit den Espelkamper Leichtathleten Florian Schnake (hinten v.l.), Anna Sophie Dück, Leni Hummert, Janne Kütemann, Hannah Wankelmann sowie (vorne v.l.) Julian Krato, Marius Lieschefsky, Hauke Brinkmeier, Lale Brinkmeier, Christin Gäbe und Lena Meier. - © Foto: Kütemann
Goldjunge zum Anfassen: Paralympics-Sieger Sebastian Dietz mit den Espelkamper Leichtathleten Florian Schnake (hinten v.l.), Anna Sophie Dück, Leni Hummert, Janne Kütemann, Hannah Wankelmann sowie (vorne v.l.) Julian Krato, Marius Lieschefsky, Hauke Brinkmeier, Lale Brinkmeier, Christin Gäbe und Lena Meier. | © Foto: Kütemann

Lübbecke Begeistert von Dietz’ Gold-Geschichte

Leichtathletik: Der Kreis-Mehrkampfcup hat sich als Talentschau für den heimischen Nachwuchs etabliert. 200 Athleten kamen in der Kampa-Halle zur Siegerehrung zusammen. Yanna Engeln für den TuSpo Rahden erfolgreich

Der Kreis-Mehrkampfcup hat sich als Talentschau für den heimischen Leichtathletik-Nachwuchs etabliert. 200 Athleten und Gäste kamen in der Kampa-Halle zur Siegerehrung zusammen. Im sechsten Jahr war wiederum eine größere Anzahl von herausragenden Leistungen zu verzeichnen. Wer an mindestens zwei Wettkämpfen teilgenommen hatte, kam in die Cupwertung. SV 1860 Minden (2016 noch als Eintracht Minden am Start) stellte acht Sieger. Von der LG Kreis Lübbecke schafften vier Athleten den ersten Platz, während der SC Nammen und TuS Lahde-Quetzen jeweils zwei Gewinner in den eigenen Reihen hatten. Leon Büttner (SV 1860 Minden) gewann seine Altersklasse M14 mit dem größten Vorsprung vor Moritz Kuschnerow (SC Nammen) und Frederic Lewandowski (SV 1860 Minden). Schon über den Kreis hinaus können Büttner und Lewandowski große Erfolge als Vizewestfalenmeister im Speerwurf bzw. im Hürdenlauf vorweisen. In der W11 setzte sich Yanna Engeln (LG Kreis Lübbecke) vom TuSpo Rahden in der engsten Entscheidung mit 24 Punkten an die Spitze vor ihre Vereinskameradin Shanice Schäper. Motivation bekommen Sportler durch Vorbilder. Tapio Linnemöller vom Kreis-Leichtathletik-Ausschuss erinnerten seine ersten Hochsprungspikes, die er von einem älteren erfolgreichen Springer aus seinem Verein bekommen hatte, an den Ansporn, selber Erfolge zu erzielen. Ein weiteres Erinnerungsstück stellte bei der Siegerehrung die Verbindung zu einem besonderen Gast her: eine Frisbeescheibe mit zwei Unterschriften von der Stadioneinweihung 2014 in Espelkamp. Zwei Weltklassesportler waren dort anwesend, Diskus-Olympiasieger Robert Harting und Sebastian Dietz als Sieger der Paralympics. Dietz berichtete in der Kampa-Halle von seiner Geschichte und zeigte leidenschaftlich auf, wie er sich nach einem Unfall mit Querschnittslähmung zum weltbesten Athleten entwickelte. „Sport war meine Leidenschaft, und dann konnte ich nicht mehr alleine essen“, so schilderte Dietz die erste Zeit nach seinem Schicksalsschlag. „Doch aufzugeben“, sagt er heute, „kam nicht in Frage!“ Erstmalig wurden bei dieser Siegerehrung auch die Bestennadeln für die erfolgreichsten heimischen Athleten verliehen, die einen Platz in der Deutschen Bestenliste erreichten. Nur Maximilian Busse (SV 1860 Minden) konnte seine Nadel persönlich in Empfang nehmen, da er sich zur Zeit schon auf die Freiluftsaison vorbereitet. Im Jahr 2016 etablierte er sich mit seinem ersten Sieben-Meter-Sprung im Weitsprung in der Deutschen Spitze. Die Espelkamperin Korinna Lömker sowie Lea und Nele Weike waren unterdessen schon auf dem Weg zu den Deutschen Jugendhallenmeisterschaften in Sindelfingen. Am Ende der Veranstaltung wurde noch einmal deutlich, dass es den Mehrkampf-Cup ohne den Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer nicht gäbe. „Bei hundert Personen habe ich aufgehört zu zählen“, so Tapio Linnemöller. Stellvertretend für die „Menschen dahinter“ versammelte sich der Kreis-Leichtathletikausschuss auf der Bühne. Allen voran Herta Wiese, die nicht nur die heimische Leichtathletik seit vielen Jahrzehnten gestaltet. Thomas Schickentanz als Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikkreises Minden dankte allen Beteiligten für ihr Engagement auch im Namen des Lübbecker Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Eikenhorst. Nach dem offiziellen Teil der Ehrung war Sebastian Dietz von den Sportlern und Eltern umringt. Der Paralympics-Sieger von London und Rio hatte seine Goldmedaillen im Gepäck, die von den jungen Talenten bestaunt wurden. Die Termine für 2017: 29. April in Nammen, 20. Mai in Minden, 24. Juni in Espelkamp und 2. September in Nammen.

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