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Ausgeholt: Mattis Angermann (21) von Handball-Landesligist TSV Oerlinghausen (21) visiert im Sprung das Tor der SG Bünde-Dünne an. Foto: Egon Enskat - © Egon Enskat
Ausgeholt: Mattis Angermann (21) von Handball-Landesligist TSV Oerlinghausen (21) visiert im Sprung das Tor der SG Bünde-Dünne an. Foto: Egon Enskat | © Egon Enskat

Handball Matthias Wieling übernimmt Bergstadt-Sieben

Handball: Klassenerhalt rückt für Landesligist TSV Oerlinghausen in weite Ferne. Neuer Trainer gefunden

Fabian Terwey
10.04.2019 | Stand 10.04.2019, 13:21 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock / Oerlinghausen / Leopoldshöhe. Die Saison neigt sich dem Ende zu und die Chance, die Klasse zu halten, wird für die Landesliga-Handballer aus der Bergstadt immer geringer. Der Tabellenvorletzte Oerlinghausen erlitt gegen die SG Bünde-Dünne mit 24:32 die nächste deutliche Niederlage. Mit Matthias Wieling hat der TSV nun einen Coach für die kommende Saison gefunden. „Er ist in der Region ja als guter Trainer bekannt“, sagt Abteilungsleiter Alfred Obst über den 56-jährigen Senner, der zur Zeit Kreisligist SV Spexard coacht und in der Saison 2011/2012 Oberligist HSG Gütersloh trainierte. „Der TSV hat eine junge entwicklungsfähige Mannschaft mit viel Potenzial. Und unabhängig von der Klassenzugehörigkeit bleibt das Team im Kern zusammen“, sagt Matthias Wieling. Der Selbstständige im Bereich Erwachsenenbildung tritt damit die Nachfolge von Christiane Rauchschwalbe an, die der Verein Ende März entlassen hatte. LANDESLIGA TSV Oerlinghausen – SG Bünde-Dünne 24:32 (14:18). „Verloren haben wir heute in der Abwehr, die ja sonst immer der verlässlichste Teil in unserem Spiel ist“, sagte Interimstrainer Magnus Heywinkel kopfschüttelnd und fügte hinzu: „Dazu kam dann noch die für uns typische schlechte Chancenverwertung. So gewinnt man im Abstiegskampf kein Spiel.“ Die Anfangsminuten verliefen zäh. Sowohl im Angriff, als auch in der Verteidigung fehlte es den Bergstädtern an Durchschlagskraft. In der 6:0-Abwehr funktionierte die Absprache im Mittelblock nicht, immer wieder fand der Ball den Weg aus dem Rückraum an den Kreis, so dass der Bünder Kreisläufer entweder frei zum Wurf kam oder einen Siebenmeter provozieren konnte. Auch in der Offensive des Tabellenvorletzten passierte spielerisch wenig. Tore wurden oftmals per Einzelaktion erzielt. Dennoch hielt die TSV-Sieben lange den Anschluss. Erst zwei Zweiminutenstrafen kurz vor der Pause brachten die Gastgeber aus dem Konzept. Bünde behielt in dieser Phase den kühleren Kopf und konnte bis zum Halbzeitpfiff auf vier Treffer davonziehen (14:18). Zu Beginn des zweiten Durchgangs erfolgte der nächste Rückschlag. Trotz noch nicht abgesessener Zeitstrafe startete der TSV mit sechs Feldspielern und Torwart. Folgerichtig entschieden die Unparteiischen auf Wechselfehler, welcher mit einer zusätzlichen Zeitstrafe gegen die Oerlinghauser Bank geahndet wurde. Die daraus resultierende doppelte Überzahl konnten die aus dem Kreis Herford angereisten Gäste jedoch nicht nutzen. Während Marvin Welge und Mattis Angermann für die Bergstädter verkürzten, traf die SG nicht. So entkam der TSV dieser Unachtsamkeit mehr als glimpflich. Nachdem die Strafzeiten vorüber waren, fielen die Grün-Weiß-Schwarzen aber in ein Leistungstief. Fünf Gegentore in Folge besiegelten bereits nach knapp 40 Minuten die 16. Saison-Niederlage (16:23, 39. Minute). Die letzten 20 Minuten kamen einem Bünder Schaulaufen gleich. Über 19:26, 20:28 und 22:31 bauten die Gäste ihren Vorsprung auf neun Tore aus, feierten letztendlich einen verdienten 32:24-Erfolg und stießen den TSV Oerlinghausen noch tiefer in den Abgrund. Nach der Osterpause wird das Überleben für den TSV nicht leichter. Am Samstag, 27. April, trifft im Lippe-Derby Abstiegs- auf Aufstiegsaspirant. Die Bergstädter gastieren bei Handball Bad Salzuflen. Anwurf ist um 18.30 Uhr. TSV Oerlinghausen: A. Plass, J. Plass – Welge (7 Tore), Teuber (5), Kriemelmann (4), Kindsgrab (2), Maske (1), Flada (1), Lober (1), Effertz (1), Angermann (1), Cardoso (1), Wittenborn, Graser. BEZIRKSLIGA HSG Blomberg-Lippe – FC Stukenbrock 29:20 (15:9). „Das werden wir realistischerweise nicht mehr schaffen“, sagt der Stukenbrocker Trainer Klaus Hamel zur Aussicht auf den Klassenerhalt. Drei Spiele stehen für den Tabellenletzten noch aus. Gegen die HSG Blomberg-Lippe setzte es die 19. Niederlage im 23. Spiel. „Es war ärgerlich. Denn wir waren gefühlt minus vier Leute. Das macht sich bemerkbar.“ Daniel Papajewski hatte sich trotz schwerer Bronchitis auf die Reservebank gesetzt. „Zu Beginn ging es zack, zack. Genau das, was wir am Dienstag und Donnerstag trainiert hatten, hat nicht funktioniert. Ich überlege jetzt, ob ich demnächst etwas falsch trainieren lasse, damit es zukünftig klappt.“ Nach dem schnellen 3:11-Rückstand zog Klaus Hamel das Timeout. „In den elf Minuten bis zur Pause haben wir dann trotzdem nur sechs Tore gemacht. Wir sind in Lethargie verfallen. Dem Gastgeber haben wir es leicht gemacht, unsere Deckung zu überwinden. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir nicht aufgegeben. Und für die weitere Saison ist es ganz wichtig, dass wir die Moral hochhalten. Der Gegner war am Ende einfach cleverer.“FC Stukenbrock: Gohl, J. Grunwald – Herrmann (1), F. Lamberts (7), Edzards, Dirks (3), Tanger, Hackstein (1), K. Lamberts, T. Grunwald (3), Papajewski, Deittert (5). KREISLIGA TuS Leopoldshöhe – TuS Brake/L. 23:27 (10:12). Heim-Debüt für Dennis Kortekamp. Der Nachfolger von Friedhelm Siefert hatte schon bei der knappen 16:17-Auswärtsniederlage gegen Handball Bad Salzuflen III spontan auf der Leopoldshöher Trainerbank Platz genommen. „Wenn man andere Ideen hat als der Vorgänger ist es zu Beginn natürlich immer etwas schwieriger. Ich versuche, es etwas offensiver anzugehen, statt mit 6-0- mit 5-1- oder 4-2-Verteidigung spielen zu lassen“, erklärt Kortekamp. Der 27-jährige Student mit eigener kleiner Firma kennt einige der Leopoldshöher Spieler wie Tobias Seibel und Marcel Kicinski noch von seiner ersten Trainerstation bei der mittlerweile aufgelösten fünften Mannschaft von Bad Salzuflen in der 2. Kreisklasse. In Koblenz war der Hillentruper selbst in der Rheinlandliga aktiv. Nach der 23:27-Niederlage gegen Brake hofft Dennis Kortekamp mit dem aktuellen Tabellenletzten „am Ende noch ein Team hinter sich zu lassen“. Nach der Osterpause geht es für die Leopoldshöher gegen die um einen Rang besser platzierte SG Handball Detmold III, die bei zwei mehr absolvierten Spielen vier Punkte Vorsprung hat. TuS Leopoldshöhe: Schubert – Häckel (2), Lückert, Hoff (2), J.-M. Lienau (7), Kicinski, Seibel (2), Ilmer (1), J. Lienau (7), Niehage (2).

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