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Mit Wehmut: Hans Münstermann, langjähriger Fußballer des FC Peckelsheim, sieht mit Bedauern, dass der alte Rasenplatz verschwindet. - © Hermann Ludwig
Mit Wehmut: Hans Münstermann, langjähriger Fußballer des FC Peckelsheim, sieht mit Bedauern, dass der alte Rasenplatz verschwindet. | © Hermann Ludwig

Willebadessen Beliebter Rasenplatz in Peckelsheim ist Geschichte

Der wertvolle Boden kann beim Neubau des Rasenplatzes in Eissen genutzt werden. Woraus der neue Platz in Peckelsheim bestehen wird

Hermann Ludwig
07.08.2019 | Stand 06.08.2019, 20:19 Uhr

Peckelsheim/Eissen. Enorme Erdmassen werden derzeit auf dem ehemaligen Rasenplatz in Peckelsheim bewegt, wo noch in diesem Jahr ein Kunstrasenplatz entstehen soll. Zwei große Hügel mit unterschiedlicher Erde sind aufgeschichtet. Wo einst das satte Grün des Rasenplatzes zu sehen war, ist der Boden abgetragen. Das Fachunternehmen Heiler aus Bielefeld bringt derzeit Drainagerinnen aus, darauf wird dann in zwei Etappen eine Schotterschicht aufgetragen, ehe der Aufbau des Kunstrasens erfolgt. Zeitgleich wird in Eissen der Aschenplatz zu einem Rasenplatz umgebaut, wobei ein Teil der in Peckelsheim abgetragene Erde genutzt werden kann. „Das geht hier Zug um Zug", sagt ein Facharbeiter, der den aufgelockerten Aschenplatz nivellierte. "Der SCP war ganz begeistert von der Anlage" In etwa drei Monaten soll der neue Platz in Peckelsheim fertig sein, sofern die Wetterbedingungen mitspielen. Die Bauarbeiten beobachtete auch Hans Münstermann, langjähriger Fußballer des FC Peckelsheim/Eissen/Löwen, der sich zuletzt auch um die Rasenpflege kümmerte. „Ich verstehe ja, dass die Fußballer sich einen Kunstrasen wünschen, aber trotzdem bedauere ich, dass einer der besten Rasenplätze in der Region jetzt nicht mehr besteht", meinte Münstermann. 2005 wurde der Rasenplatz in Peckelsheim eingeweiht und zuvorderst von Heinz Gell, der sich auch um den Rasenplatz in Willebadessen kümmerte, liebevoll und mit Herzblut gepflegt. „Damals hat der SCP hier gespielt, die waren ganz begeistert von der Anlage", erinnert sich Hans Münstermann. An die Grenzen der Belastbarkeit gestoßen „Der Rasenplatz in Peckelsheim ist jedoch an die Grenzen der Belastbarkeit gestoßen. Vorstandsvertreter der Fußballvereine hatten sich daher für den Bau von Kunstrasenplätzen eingesetzt", erklärt Ulrich Reiffer vom Technischen Bauamt der Stadt. Mit dem Förderprogramm des Landes „Investitionspakt 2018/Soziale Integration" konnten die jetzt in Angriff genommen Baumaßnahmen umgesetzt werden. Insgesamt werden 500.000 Euro investiert, ein Großteil wird gefördert. „Wir konnten viel Geld sparen, weil wir die gute Erde aus Peckelsheim für Eissen nutzen konnten", freut sich Reiffer. Ein Teil des Bodens werde auf dem Bauhof gelagert, die dann für weitere Nutzung vorgehalten werden können. „Wir brauchten nur etwa 300 Kubikmeter zu entsorgen" so Ulrich Reiffer, der zuversichtlich ist, dass Ende Oktober der neue Kunstrasenplatz schon genutzt werden kann. Eigentlich war Kunstoffgranulat vorgesehen Dabei werde auch ein zukunftssicherer Belag aufgebracht. Gerade rechtzeitig habe man noch umschwenken können, denn ursprünglich war auch Kunststoffgranulat vorgesehen. Gemeinsam mit Parteivertretern der CDU und SPD und dem Vorsitzenden des FC PEL, Manfred Hahne, war Schulamtsleiter Stefan Gördemann, langjähriger Fußballer, zu dem beauftragten Unternehmen Heiler gefahren, um den Belag auszuwählen. „Jetzt kommt eine Mischung aus Kork und Sand auf den Kunstrasenplatz, der auch eine entsprechende enge Tuffung hat", sagt Reiffer. Dass der Rasenplatz jetzt zu einem Kunstrasenplatz umfunktioniert wird, sieht Manfred Hahne angesichts der vielen Spiele, die der Verein zu absolvieren habe, als notwendig an. Auch die Nutzung des Platzes durch die Schulen sei jetzt vereinfacht. „Der Rasenplatz musste einfach oft geschont und damit gesperrt werden, um den Wert zu erhalten", berichtete Hahne. Den Kunstrasenplatz an anderer Stelle zu verwirklichen, sei zu schwierig gewesen, nur für die jetzt umgesetzte Lösung habe man Fördermittel erhalten können. 16 Zentimeter höher als der alte Platz Der Aschenplatz in Eissen wird nach dem Aufbau der Rasentragschicht von der Firma Heiler eingesät. „Der muss dann ausgiebig ruhen", ergänzt Ulrich Reiffer, im nächsten Jahr sei der Platz dann bespielbar. Insgesamt 16 Zentimeter höher als der jetzt bestehende Platz werde der neue Rasenplatz, der nach Möglichkeit in den Ausmaßen etwas wachsen soll. Derzeit laufen noch Gespräche, um den Platz an der Hibbeke mit dem Umbau etwas zu erweitern. In Eissen konnte nach genauen Bodenuntersuchungen der alte Aschengrund genutzt werden. „Die Versickerungsfähigkeit war gegeben, sodass nach dem Aufrauen des Platzes der Rotgrund mit schlechterer Erde vermischt werden konnte, zuletzt wird dann der gute Mutterboden als Rasentragschicht ausgebracht", berichtet Reiffer. Derzeit trainieren die Fußballer des FC PEL in Niesen, die Jugendteams haben auch Trainingsmöglichkeiten auf einer Rasenfläche neben der Stadthalle in Peckelsheim. „Die beiden Plätze in Eissen und Peckelsheim können sich künftig gut ergänzen", hofft Ulrich Reiffer. „Auf dem alten Aschenplatz hat kein Fußballer wirklich gerne gespielt", weiß Fußballfreund Reiffer.

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