Start frei: Auf der 4000-Meter-Strecke ging Jan Holtbrügge (Nr. 14) gleich vorweg. Foto: rene Wenzel - © Rene Wenzel
Start frei: Auf der 4000-Meter-Strecke ging Jan Holtbrügge (Nr. 14) gleich vorweg. Foto: rene Wenzel | © Rene Wenzel

Lüchtringen Die Wattenscheider dominieren in Lüchtringen

Leichtathletik: Beim 14. Flutlicht-Crosslauf der LF Lüchtringen wird mit 200 Teilnehmern ein neuer Rekord aufgestellt. Nils Deppe läuft über 2700 Meter Streckenrekord

Rene Wenzel

Lüchtringen. Jonas Beverungen und Tom Gröschel sind beste Freunde – und ganz starke Läufer. Das haben die beiden Wahl-Bochumer beim Flutlicht-Crosslauf der Leichtathletikfreunde Lüchtringen wieder einmal unter Beweis gestellt.„Die heißesten Titelanwärter kommen vom TV Wattenscheid", war sich Organisator Hans-Jörg Friedrich schon vor dem Rennen über 7900 Meter sicher. Bei 26,45 Minuten blieb die Uhr im vergangen Jahr nach dem Zieleinlauf von Tom Gröschel stehen. Es war der neue Streckenrekord in Lüchtringen unter Flutlicht. Ein Jahr später wirkte der 27-Jähriger wieder hochfokussiert. Nach Gold im Marathon bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf sowie Platz elf im Marathon bei der Leichtathletik-EM in Berlin, wollte der gebürtige Rostocker den Herbsthöhepunkt im Kreis Höxter nicht verpassen. "Da hat der Verein wieder sein Bestes gegeben" Kurz nach dem Start war es wieder einmal Matthias Berkemeier von den LF Lüchtringen, der gleich das schnellste Tempo auf die Strecke brachte. Lange konnte er es aber nicht halten. Gröschel zog schon in der ersten Runde an Berkemeier vorbei und baute seinen Vorsprung deutlich aus. In Reichweite war aus heimischer Sicht nur Jan Kaschura (RunArtist Holzminden). Aber auch er konnte den Sieg von Gröschel nicht in Gefahr bringen. Am Ende war es mit 27,37 Minuten zwar nicht der Streckenrekord, doch der Polizist strahlte schon wieder: „Es waren schöne Bedingungen – besser kann man es sich nicht wünschen. Die Strecke ist echt schön. Da hat der Verein wieder sein Bestes gegeben." Glückwünsche gab es natürlich auch von Kumpel Beverungen, der noch vor dem Rennen etwas Druck ausgeübt hatte. „Wenn er nicht gewinnt, dann bekommt er haue", lachte der Lüchtringer, der gleich alle Teamkollegen im Weserdorf einen Schlafplatz stellte.Im Zielbereich war die Stimmung auch bei Kaschura gut. Der Holzmindener entschied sich erst am Freitagnachmittag für die Teilnahme am Crosslauf. „Wenn so ein Athlet wie Tom hier ist, dann will man natürlich mit dabei sein", sagte der 33-Jährige. Volldampf konnte man beim RunArtist-Athlet nicht erwarten. Er kam aus einer regenerativen Pause und will so richtig erst beim Silvesterlauf in Emmerthal wieder einsteigen. Mit seiner Leistung war Kaschura trotzdem zufrieden: „Das war alles was geht." "Einer der besten Läufer seiner Altersklasse" Insgesamt auf Platz vier im 7900-Meter-Rennen landete Mathias Nahen vom TV Jahn Bad Driburg. „Einer der besten Läufer in seiner Altersklasse in Deutschland", kündigte Friedrich den 47-Jährigen an. Nahen blickte bei den sechs Runden immer wieder auf die Uhr. Am Ende stellte er fest: „Ich habe mir das Rennen gut eingeteilt. Der Schnitt war aber ein bisschen zu langsam." Im Vorjahr stellte er noch mit 29,35 Minuten einen Rekord in seiner Altersklasse auf – jetzt waren es immer noch starke 29,59 Minuten. Richtig viel investierte über die 7900 Meter auch Madeline Meder vom HLC Höxter. Die Beverungerin hatte keine ernsthafte Konkurrenz und lief ohne Probleme zum Sieg, der auch wie alle anderen Starter aus Ostwestfalen-Lippe mit dem Titel OWL-Crossmeister ausgezeichnet wurde. Und das mit einer richtigen guten Zeit. „Ich wollte unter 38 Minuten laufen, das habe ich geschafft. Es war total locker. Ich habe nicht einmal die Beine gespürt, eher die kalte Luft", sagt die 21-Jährige. Die Endzeit: 37,46 Minuten. Gegen die niedrigen Temperaturen gab es bei Jonas Beverungen einen Glühwein – anstoßen auf ein gelungenes Rennen mit den Teamkollegen Jan Hense und Janine Lins. Hense behauptete sich über 4000 Metern in 13,59 Minuten vor dem heimischen Spitzenläufer Jan Holtbrügge, Lins holte in der Damen-Konkurrenz in 16,59 Minuten Platz eins. „Ich hatte einen guten Rhythmus und bin wie geplant die letzte Runde am schnellsten gelaufen", erklärte Hense. Jan Holtbrügge versuchte dranzubleiben, lieferte sich am Ende aber eher einen Dreikampf mit Beverungen und seinem Bruder Tim. „Nachdem ich gehört hatte, dass Jonas angeschlagen ist und die 4000 Meter läuft, habe ich mich noch umgemeldet. Ich wollte ihn schlagen", lachte Jan Holtbrügge (14,27 Minuten). Bruder Tim kam sieben Sekunden später im Stadion an. Nach einer Erkrankung unter der Woche ging der jüngere Holtbrügge etwas angeschlagen an den Start. „Ich wollte aber hier unbedingt mitlaufen und bin auch schon wieder fast fit", sagte er. In der nächsten Woche muss er bei 100 Prozent sein, wenn er seinen großen Traum erfüllen möchte: „In Oberaden will ich den 25 Jahre alten Kreisrekord knacken." Fast perfekter Tag für Nils Deppe Zurück nach Lüchtringen: Für Nils Deppe vom LV Bördeland Borgentreich war es ein fast perfekter Tag – wären da nicht die Ohrenschmerzen nach dem Rennen über 2700 Meter gewesen. „Es war ganz schön kalt. Aber es lief trotzdem richtig gut", sagte der zehnjährige Dalhäuser. Der insgesamt Drittplatzierte Leonard Rustemeier vom TV Jahn Bad Driburg kam ganz locker auf Deppe zu und meinte nur: „Du bist einfach ein Biest." Und damit lag er nicht falsch: Deppe knackte mit 11,18 Minuten den Streckenrekord! Organisator Friedrich zog nach dem Event ein positives Fazit. „200 Teilnehmer hatten wir beim Flutlicht-Crosslauf noch nie. Es waren sehr starke Teilnehmerfelder. Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Ablauf", sagte Friedrich, der auch die flexiblen Möglichkeiten mit der Bühne und den großen Lautsprechern lobte: „Wir konnten gleichzeitig kommentieren und die Siegerehrung durchführen. Das war wichtig, da die jüngsten Starter wieder schnell nach Hause mussten." Alle Ergebnisse: www.lf-luechtringen.de

realisiert durch evolver group