Zufrieden mit dem neuen Team: Manager Franz-Josef Lingens hat mit dem TuS Bad Driburg, bei dem er seit 1970 ist, schon viel erlebt. Nun hofft er auf eine erfolgreiche Saison in der Frauen-Bundesliga, die am Wochenende startet. - © Foto: Uwe Müller||
Zufrieden mit dem neuen Team: Manager Franz-Josef Lingens hat mit dem TuS Bad Driburg, bei dem er seit 1970 ist, schon viel erlebt. Nun hofft er auf eine erfolgreiche Saison in der Frauen-Bundesliga, die am Wochenende startet. | © Foto: Uwe Müller||

"Wir sind stärker aufgestellt"

Interview: Franz-Josef Lingens, Manager des Tischtennis-Bundesligisten TuS Bad Driburg, geht optimistisch in die neue Saison

Herr Lingens, wie sehen Sie die Chancen für Ihr Team in der neuen Bundesliga-Saison? Franz-Josef Lingens: Wir wollen auf jeden Fall wieder in die Play-Offs kommen. Im letzten Jahr konnten wir mit dem fünften Platz zufrieden sein. Diesmal mit Britt Eerland an Eins sind wir wahrscheinlich noch stärker aufgestellt als im letzten Jahr. Im Pokal konnte sie schon ihre besondere Willenskraft zeigen. Da wir jetzt durch den Gruppengewinn in Seligenstadt im Final Four am 6. Januar in Berlin stehen, wäre es je nach Auslosung unser Wunsch wieder im Endspiel zu stehen. Nehmen Sie im nächsten Jahr an internationalen Spielen in der Europa-League oder Champions League teil? Lingens: Wir haben uns dagegen entschieden. Der Aufwand ist finanziell und auch personell für uns zu hoch. Unseren Spielerinnen wird durch die Nichtteilnahme auch mehr Raum für eigene Turniere und damit auch zu Verbesserungen ihrer Ranglistenpositionen geboten. Wie schätzen Sie die Spielerinnen des neuen Teams ein? Lingens: Wie schon gesagt, mit Britt Eerland haben wir eine ganz starke Nummer eins. Sie kennt die Bundesliga, denn sie hat bis ins Jahr 2015 längere Zeit beim TTG Bingen/Münster-Sarmsheim gespielt. Danach ist sie beim französischen Erstligisten und Spitzenklub Saint Quentinois weiter gereift. Sie spricht gut deutsch und vor allen Dingen passt die Chemie von Anfang an bei uns. Sie kennt unsere Nummer zwei Sarah de Nutte durch gemeinsame internationale Doppelauftritte gut und wird auch der Sarah mehr Selbstvertrauen als im letzten Jahr geben. Jeder konnte dies schon bei ihren gewonnenen Auftritten im Pokalspiel gegen den SV Böblingen gegen die starke Abwehrspielerin Qianhong Gotsch und auch Yanhua Yang-Xu sehen. Auf der dritten Position kommt Nadine Bollmeier zum Einsatz. Nach einer Babypause will sie wieder angreifen und an ihre alten Stärken anknüpfen. Für uns ist sie aber auch für das direkte Mannschaftscoaching zuständig und damit ein soziales und sportliches Bindeglied zu ihren Mitspielerinnen. Als Vierte soll sich unser 15-jähriges Talent und aktuelle deutsche Jugendmeisterin Sophia Klee weiterentwickeln. Ich bin guter Dinge, dass bei ihr der gleiche Entwicklungsprozess wie bei Nina Mittelham eintreten kann und sie in der nächsten Zeit ihre Stabilität weiter verbessern wird. »Jedem Besucher wird hervorragendes Tischtennis auf Weltniveau geboten« Aus Ihren Worten höre ich viel Positives, wie sehen Sie aber die anderen Bundesligateams? Lingens: Berlin und Kolbermoor sind aus meiner Sicht die Übermacht in der kommenden Bundesligasaison. Dahinter ist dann alles möglich. Unser Derby-Nachbar Anröchte hat mit Qi Shi und Aimei Wang an den Positionen eins und zwei ganz heiße Eisen im Feuer. Die Beiden sind in der Lage in der Liga jeden zu schlagen. Gegen Böblingen haben wir im Pokal gezeigt, dass man gewinnen kann. Bingen ist im oberen Paarkreuz mit Lily Zhang und Chantal Mantz sehr gut besetzt und bei Busenbach, die wir im vergangenen Jahr noch in der Tabelle passieren lassen mussten, hat sich mit Tanja Krämer und Jessica Göbel im oberen Paarkreuz nichts geändert. Wie sich der Aufsteiger TSV Langstadt schlägt, müssen wir mal abwarten. Was wünschen Sie sich besonders von der neuen Saison? Lingens: Ich wünsche mit vor allen, dass unsere Halle an der Bad Driburger Grundschule bei unseren Bundesligaspielen noch stärker gefüllt ist. Jedem Besucher wird hervorragendes Tischtennis auf Weltniveau geboten und auch eine super Stimmung mit direkten Kontakt zu den Spielerinnen. Nicht dass Bad Driburger irgendwann sagen müssen, 20 Jahre in der Bundesliga gespielt und nie in der Halle gewesen. Das Interview führte Wolfgang Tilly

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