Aus dem Brunnen gezapft: Geschäftsführerin Irmgard Altmann freut sich, dass sie die Platzanlage in Scherfede mit frischem Brunnenwasser versorgen kann. Mehrmals am Tag wird die Sprinkler-Anlage umgesetzt. Die nahe liegende Diemel wird nicht angezapft. - © Hermann Ludwig
Aus dem Brunnen gezapft: Geschäftsführerin Irmgard Altmann freut sich, dass sie die Platzanlage in Scherfede mit frischem Brunnenwasser versorgen kann. Mehrmals am Tag wird die Sprinkler-Anlage umgesetzt. Die nahe liegende Diemel wird nicht angezapft. | © Hermann Ludwig

Kreis Höxter Sportfest in Rimbeck fällt wegen Trockenschäden aus

In Oesdorf kann Sonntag mit einer Ausnahmegenehmigung gespielt werden. Mehrkosten für die Bewässerung

Hermann Ludwig
Torsten Wegener

Kreis Höxter. Gartenfreunde haben derzeit große Probleme, ihre Pflanzen, Sträucher und Bäume zu bewässern. Viele haben aufgegeben, ihren Rasen über die Runden zu retten. Die anhaltende Trockenheit fordert ihren Tribut. Auch auf den Sportplätzen macht sich der Wassermangel vielerorts drastisch bemerkbar. In Großeneder ist es bei dem weit außerhalb der Ortschaft liegenden Sportplatz sehr aufwendig, eine Beregnung zu installieren. "Wir haben das mal versucht, aber die Pumpen schaffen das nicht", erklärt Torsten Schachten. "Wir hatten in den Handläufen Schläuche gelegt, aber weder die Wassermenge noch die Pumpenleistung war ausreichend", erläutert Schachten. Bei normaler Wetterlage wird die Eder angezapft, aber das ist bei der derzeitigen Wasserknappheit bekanntlich nicht erlaubt. In Großeneder ist aber nicht nur die Trockenheit problematisch: Die Wühlmäuse haben zahllose Löcher in den Platz gebuddelt. Vor der Partie gegen Herlinghausen legte der Vorsitzende selbst Hand an, um die Löcher mit Rindenmulch zu stopfen. "In Dringenberg hat es seit Monaten nicht mehr geregnet, ohne Bewässerung hätten wir nur noch eine braune Wüste", berichtet der Vorsitzende Christian Rohe, der trotz der regelmäßigen Bewässerung trockene Stellen findet. "Wir haben hier ganz schlechten Boden und der Platz ist ja förmlich auf Felsen gebaut", weiß der Vorsitzende, der in diesem Jahr eine weit höhere Wasserrechnung erwartet. Es ist zwar eine zweite Wasseruhr angebracht, so dass man für das Wasser zur Beregnung des Platzes keine Abwassergebühren zahlen muss, aber in diesen trockenen Monaten kalkuliert Christian Rohe mit einer um etwa 2.000 Euro höheren Wasserrechnung. Probleme hat derzeit der FC Westheim/Oesdorf mit seinen Heimspielen. Alle Rasenplätze im Stadtgebiet Marsberg sind offiziell von der Stadt gesperrt. "Uns betrifft das mit dem Platz in Oesdorf. Der Platz in Westheim wurde im Juni restauriert. Die Linien wurden abgefräst und begradigt und Rasen wurde neu eingesät. Zudem wurde im Strafraum Hybridrasen verlegt und auch neu eingesät. Es sprießt noch nicht so wie erwartet, obwohl wir den Platz viel wässern", berichtet Geschäftsführer Oliver Seewald. Am Sonntag, 26. August, spielt der FC mit Ausnahmegenehmigung in Oesdorf gegen SSV Würgassen, weil dort ein Jubiläum gefeiert wird. Der Fusionspartner Oesdorf spielt seit 50 Jahren Fußball. "Ansonsten müssen wir versuchen, nach Meerhof auf Kunstrasen auszuweichen", erklärt Oliver Seewald. In Rimbeck musste jetzt das für das Wochenende geplante Sportfest abgesagt werden. "Es ist einfach zu gefährlich, dort zu spielen", sagte Irmgard Altmann, Geschäftsführerin des SV Scherfede/Rimbeck. Auf dem extrem trocken Rasen haben sich Wühlmäuse eingenistet. "Die trockenen Gänge brechen jetzt", sagt Altmann, die jetzt die angesetzten Spiele nach Scherfede umlegt hat. Dort ist die Ehrenamtlerin froh, dass man einen Brunnen angelegt hat, als man bei Pflegemaßnahmen auf eine extrem feuchte Stelle neben dem Platz stieß. "Da haben wir eine Wasserader getroffen", freut sich Altmann, die seit Wochen den Platz wässert, der in sattem Grün erscheint. Ihr einzige Sorge gilt den Maulwürfen, die extrem rege sind. "Die bauen hier kleine Desenberge", nimmt es Altmann mit Humor. Entspannt ist die Lage auch in Körbecke. Dort ist die Nähe des Bruchgebietes ein Segen. In Regenzeiten steht das Wasser sehr hoch, jetzt profitiert man von diesem Regenspeicher im Boden. Eine Vorahnung, dass es einen sehr heißen und trockenen Sommer geben wird, hatte man wohl beim FC BW Weser. Der Verein bekam eine Spende über 500 Euro von der Stiftung Braunschweigische Landessparkasse, und nutzte die Spende für die Investition eines selbstfahrenden Großflächenregners. "Die sind in der Anschaffung zwar etwas teurer, doch das Bewässerungssystem hat sich bewährt", erklärt Vereinskassierer Günter Nitschak. »Wir haben nicht die Möglichkeit, den Platz mit Brunnenwasser 
zu sprengen« Schon das in die Jahre gekommene Vorgängermodell in Lauenförde zog sich an dem vorher ausgelegten Stahlseil über die zu beregnende Fläche. Der Rasensprenger zieht sich so einmal komplett über die Länge des Platzes und muss erst dann wieder umgesetzt werden. Das spart Zeit und Mühe. Für den Verein, der in Beverungen und Lauenförde zwei Plätze unterhalten muss, ein nicht unwichtiger Faktor. Ganz anders sieht es ein paar Kilometer weiter in Drenke aus. "Wir haben leider nicht die Möglichkeit, den Platz mit Brunnenwasser zu sprengen. Das ist der Nachteil eines Höhendorfes. Und dauerhaft Leitungswasser über den Platz regnen zu lassen, sprengt den Rahmen", sagt der Vorsitzende. Da der Boden unter dem Platz in Drenke sehr felsig ist, trocknet er sehr schnell aus. "Ebenso schnell, so sind unsere Erfahrungen, erholt sich der Platz aber auch", so Held. "Wir gehen davon aus, dass er nach einigen Regentagen wieder grün wird. Ansonsten müssten wir in den sauren Apfel beißen und neu aussäen."

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