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Laureen Budde trainiert beim Reiterverein "von Lützow" Herford. - © Privat
Laureen Budde trainiert beim Reiterverein "von Lützow" Herford. | © Privat

NW-Medienpreis Medienpreis: Laureen Budde vereint meisterlich Reitsport und Studium

Schon von klein auf war die passionierte Sportlerin regelmäßig auf dem Reiterhof anzutreffen. Inzwischen feiert die 25-Jährige regelmäßig Erfolge.

Yvonne Gottschlich
13.02.2020 | Stand 13.02.2020, 10:08 Uhr

Herford. Siegerin von Paris, Siegerin beim Masters in Lausanne. Für die Herforderin Laureen Budde war das Sportjahr 2019 überragend. Die 25-Jährige macht seit Jahren auf sich aufmerksam und verbuchte schon Starts beim Chio in Aachen. Mit den zwei großen Erfolgen ist Laureen Budde für den Medienpreis nominiert.

Bereits ihre Mutter war passionierte Reiterin

Mit dem Reitsport ist sie aufgewachsen, weil ihre Mutter „eine passionierte Reiterin ist", wie Laureen Budde erklärt, während sie beim dreiwöchigen Turnier im spanischen Oliva, im Süden der spanischen Provinz Valencia, weilt. Zusammen mit ihren drei Geschwistern ist sie oft auf dem Reiterhof.

2006, mit 12 Jahren, schließt sie sich dem Reitverein „von Lützow" Herford an und ist oft auf dem Bexter Hof. Mit 14 Jahren bekommt sie ihr erstes Pony und schafft sogleich den Sprung in den Landeskader. Unter Trainer Klaus Reinacher in Münster entwickelt sie sich schnell weiter und macht sich auch auf nationaler Ebene einen Namen.

Noch bevor sie ihr Abitur in der Tasche hat, wechselt die Amazone nach Osnabrück zu Trainer Arnold Meyer. „Das war schon ein krasses Programm, weil ich jeden Tag nach der Schule nach Osnabrück zum Training gefahren wurde. Wir waren immer erst spät abends zurück", erinnert sich die heutige Studentin. „Am Königin-Mathilde-Gymnasium wurde ich super unterstützt, ich hatte durch die vielen Turniere und Lehrgänge viele Fehlzeiten, aber ich durfte alle Arbeiten nachschreiben und der Schulleiter Herr Kirchhof hat sich sehr für mich eingesetzt", so Budde.

Alles andere dem Reitsport untergeordnet

Nach dem Abitur setzt sie alles auf das Reiten. „Meine Eltern haben mich unterstützt und mir zwei Jahre Profisport ermöglicht. In der Zeit habe ich dem Sport alles untergeordnet und auf viel verzichtet", erzählt die Reiterin demütig. Dann entscheidet sie sich für ein Studium der Zahnmedizin in Österreich. „Meine Pferde stehen in der Schweiz, ich bin immer noch viel unterwegs." Mit 21 Jahren steht sie im Bundeskader und hat sich viel Respekt erworben, doch ab jetzt muss sie Reiten mit dem Studium vereinen. „Alle anderen im Bundeskader sind nur Reiter, ich studiere nebenbei", erzählt sie und hat nach wie vor gute Kontakte zum Bundestrainer.

Im März letzten Jahres der Start beim Turnier in Frankreich: Der Saut Hermes in Paris ist ein in vielerlei Hinsicht ungewöhnliches Turnier: An den drei Tagen dieser CSI5*-Veranstaltung stehen insgesamt nur zehn Prüfungen auf dem Programm. Die Förderung der Jugend steht hier besonders im Fokus. Während Christian Ahlmann bei den Ü25-Prüfungen Schleifen und Prämien sammelte, bis hin zum zweiten Platz im Grand Prix am Ende, wurden die deutschen Farben bei den U25 von einer ungewöhnlichen Kombination höchst erfolgreich vertreten.

Pferd Gosbodino ist ihr bester Teamkollege

Laureen Budde auf Gosbodino gewann die Einzelwertung mit zwei sauberen Nullrunden vor der Schweizerin Lea de Coulon. Im Team holte Budde mit Maxime Perez Silber hinter dem Britischen Duo. Im Juni hat sich Budde bei den ersten Longines Masters in Lausanne (Schweiz) einen Namen gemacht. Bei den Masters Two Grand Prix Prestige Italia erreichten 13 der 26 Starter das Stechen, was Laureens Sieg umso eindrucksvoller macht. Am Ende hat sie 1,66 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte aus Frankreich.

Dabei begann die Turnierwoche für die Herforderin eher bescheiden. „Tatsächlich hatte ich bis Sonntag kein gutes Ergebnis, aber das Warten hat sich gelohnt, denn es war der Grand Prix", erinnert sie sich gern. Und lobt ihren Partner: „Gosbodino ist 16 Jahre alt und seit acht Jahren mein Partner. Er ist nicht nur mein bester Teamkollege, sondern auch mein bester Freund. Ich kann ihm immer vertrauen. So kann ich Risiken eingehen, weil er im Parcours unter Stress immer die richtige Antwort hat und mich nie im Stich lässt. Er ist sensibel und wählerisch, aber er tut einfach alles für mich", erzählt sie. Außerdem ist ihr Pferd unglaublich schnell und charakterstark. Eine Anekdote darf da nicht fehlen: „Bei der Siegerehrung bleibt er fast nie stillstehen, aber wenn die Nationalhymne erklingt, lauscht er stolz und ruhig der Musik."

Höhepunkt: Chio in Aachen

Ein weiterer Höhepunkt im letzten Jahr war Buddes Start beim Chio in Aachen: „Es war meine zweite Teilnahme, Aachen ist einfach etwas ganz Besonderes. Es ist das beste Turnier" schwärmt die Studentin. „Schon beim Reinreiten ist es ein Wahnsinnsgefühl. Und dann vor 40.000 Zuschauern durch den Parcours zu reiten ist einfach unbeschreiblich."

Besser beschreiben kann sie den Sport selber: „Reiten ist wie eine große Familie, alle halten zusammen und alleine klappt gar nichts. Ich habe durch den Sport früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Außerdem hilft mir meine Erfahrung im Sport auch beim Studium, ich kann mich sehr gut fokussieren und konzentrieren, wenn es darauf ankommt. Ich habe meine Nerven durch die vielen Erlebnisse sehr gut unter Kontrolle. Die Prüfung in der Uni ist mit den Prüfungen im Parcours zu vergleichen", greift sie gerne auf ihre Erkenntnisse aus dem Sport zurück.

Ähnliches hat auch Jobst Schnasse, Geschäftsführer der „Lützower" bei Laureen Budde beobachtet: „Ihre Stärke: Sie ist auf Turnieren, auch vor großer Kulisse, sehr konzentriert und cool und hat sich sehr gut auf ihr Pferd Gosbodino, das nicht einfach ist, aber sehr hohe Qualität besitzt, eingestellt." Im Sommer steht an der Uni das Physikum an, trotzdem hofft Laureen Budde, dass sie bei den Deutschen Meisterschaften in Balve dabei sein kann. „Der Spaß steht im Vordergrund, aber es ist ein Hobby was ich sehr leistungsorientiert betreibe." Außerdem auch sehr erfolgreich.

Information

Was ist der NW-Medienpreis?

Die erfolgreichsten Herforder Sportlerinnen und Sportler sowie Mannschaften des Jahres 2019 werden am Samstag, 22. Februar, während der Sportnacht des Stadtsportverbandes im Bildungscampus, ausgezeichnet. Die Neue Westfälische stiftet erneut den Medienpreis. Nominiert sind Guido Butschkat (Triathlon/RC Endspurt), Merve Gülec (Boxen/BSV Herford), Peter Sjoerds (Leichtathletik/TG Herford) und Laureen Budde (Reiten/RV von Lützow).

Die Leserinnen und Leser dieser Zeitung entscheiden mit ihrer Stimme, wer diesen Preis gewinnt. Abgestimmt werden kann im Internet unter www.nw.de/medienpreis.

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