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Spenge TuS Spenge unterliegt Eintracht Hagen im Spitzenduell der 3. Handballiga

Spitzenspiel der allerfeinsten Garnitur vor rund 900 Zuschauern

Jürgen Krüger
21.10.2019 | Stand 21.10.2019, 12:58 Uhr

Spenge. Wenn sich rund 900 Zuschauer in den "Spenger Schuhkarton" trauen, dann muss sich dort etwas ganz Besonderes ereignen. Das ist auch so, denn zu sehen gibt es das Spitzenspiel in der 3. Liga im Handball zwischen dem bis dahin Tabellenzweiten TuS Spenge und dem Vierten VfL Eintracht Hagen. Am Ende setzt sich Hagen mit 32:28 (15:12) durch, wobei das Ergebnis die Kräfteverhältnisse sehr gut widerspiegelt. "Wir haben heute gegen eine top Hagener Mannschaft gespielt. Die wollen nicht umsonst aufsteigen. Der Sieg geht absolut in Ordnung und ist verdient", lobt Spenges Trainer Heiko Holtmann den Gegner. "Wir müssen schon einhundert Prozent Leistung bringen, um gegen einen solchen Gegner zu bestehen." Dabei spielen die Spenger nur knapp unter ihrem Limit, doch das reicht eben aus, um einer Profimannschaft wie Hagen aufs Pferd zu helfen. Die Gastgeber müssen beim Heimspiel in der Sporthalle der Realschule (Spenger Schuhkarton) erneut auf Phil Holland, Fabian Breuer, Jonas Hehemann und René Wolff verzichten. Dafür läuft aber erstmalig nach zweimonatiger Verletzungspause der halblinke Rückraumspieler Filip Brezina wieder auf. Jannis Vogt aus der 2. Mannschaft komplettiert den Kader. Sowohl Spenge als auch Hagen beginnen mit einer 6:0-Deckung, wobei gleich von Beginn an klar wird, wohin die Reise geht. Die Spenger haben reichlich Schwierigkeiten, die Deckung der Gäste ins Laufen zu bringen. Hagens Torwart Nils Dresrüsse überragend Bei ihren Würfen aus dem Rückraum fehlt ihnen das nötige Glück, das ihnen aber auch Hagens Torwart Nils Dresrüsse entreißt. Der ehemalige Bundesligatorwart (TBV Lemgo) wird am Ende und unter dem Strich den entscheidenden Unterschied ausmachen. Das Stellungsspiel der Abwehr in Verbindung mit der Absprache zum Torwart sind in diesem Spitzenspiel bei Hagen besser als bei Spenge. Hinzukommt, dass die starken Gäste jeden Fehler gnadenlos mit ihren blitzschnellen und sicher vorgetragenen Gegenstößen bestrafen. So laufen die Spenger von Beginn an einem Rückstand hinterher und gehen nicht ein einziges Mal in Führung. Nils van Zütphen kann in der ersten Halbzeit nicht an seine Top-Leistung der zweiten Halbzeit des Aurich-Spiels anknüpfen. Und Filip Brezina ist noch nicht bei einhundert Prozent. So wird Phil Holland zumindest in der ersten Halbzeit schmerzlich auf der halblinken Rückraumposition vermisst. Auch das Spenger Fachpublikum merkt, dass ihre Mannschaft ein ganz dickes Brett zu bohren hat. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft" In der zweiten Halbzeit droht den Gastgebern das Spiel zu entgleiten. Als Hagen in der 39. Minute mit 22:16 führt, nimmt Spenges Trainer Heiko Holtmann eine Auszeit und stellt, wie in Aurich, die Abwehr auf 3:2:1 um. Gordon Gräfe übernimmt dabei den Part des Vorgezogenen. "Leider ging unsere Taktik nicht ganz auf", sagt Heiko Holtmann. Er ordnet an, Hagens Linksaußen Theo Günter Bürgin zum Wurf zu zwingen, in der Hoffnung, der erst 18-jährige Rechtshänder würde dem Druck nicht standhalten. Doch Holtmann irrt sich. Bürgin gelingen acht Treffer. Dennoch holen die Spenger auf und kommen fünfmal bis auf zwei Tore heran (23:25, 24:26, 25:27, 26:28, 27:29). Jetzt ist auch die Halle wieder da - und Nils von Zütphen, der viermal aus dem halblinken Rückraum trifft. Doch der Zweitligaabsteiger lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, macht weiter sauber sein Ding und darf sich dabei auf Nils Dresrüsse verlassen. Der 29-jährige Torwart der Hagener kauft den Gastgebern in den letzten sieben Minuten vier gute Einwurfmöglichkeiten ab, außerdem unterlaufen Spenge noch zwei Abspielfehler. Hagen legt zum 32:27 vor, darunter mit zwei Weitwürfen, als Holtmann den siebten Feldspieler bringt, und entscheidet die Partie. "Es war heute ein Duell auf Augenhöhe, wobei wir ein, zwei Fehler zuviel gemacht haben", wertet Gordon Gräfe. Und Heiko Holtmann zieht seinen Hut: "Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Sie hat sich nie aufgegeben und bis zur letzten Sekunde gekämpft, auch als wir mit sechs Toren hinten lagen."

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