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Spenge Nach Spenges 33:22-Sieg in Aurich: "Die Mannschaft will jetzt mehr"

Die Konzentration gilt schon dem Spitzenspiel am Samstag

Andreas Gerth
16.10.2019 | Stand 15.10.2019, 19:38 Uhr

Spenge. Da hatte der TuS Spenge gerade ein handballerisches Feuerwerk abgebrannt, mit elf Toren Unterschied beim starken Aufsteiger OHV Aurich gewonnen und den sechsten Sieg im achten Saisonspiel errungen, doch von übersprudelnder Euphorie bei seinen Spielern nach deren beeindruckendem 33:22-Erfolg sei da wenig zu sehen gewesen, berichtet Trainer Heiko Holtmann. "Die Freude war natürlich da, auch die Stimmung anschließend im Bus war ausgelassen. Doch das war alles im Rahmen, weil die Jungs genau wissen, dass es ja schon am Samstag mit dem nächsten schweren Spiel weiter geht." Holtmanns Eindruck: "Die Mannschaft will jetzt mehr!" Letzteres unterstrichen die Blau-Weißen am vergangenen Sonntag in Aurich vor den über 1.200 Zuschauern in der Sparkassen-Arena in beeindruckender Art und Weise. Obwohl mit Phil Holland, Filip Brezina, Fabian Breuer und Rene Wolff wichtige Stützen fehlten und vor allem im Rückraum improvisiert werden musste, drückten die Gäste dem Spiel ihren Stempel auf. "Wir hatten nicht nur eine körperlich präsente Truppe auf dem Feld, sondern auch eine spielintelligente, die sich mit fortwährender Spieldauer immer besser auf die gegnerischen Schützen eingestellt hat. Und das haben wir später mit unserem Tempospiel bestraft", so Heiko Holtmann, der ein Pauschallob für die Abwehrarbeit samt Torhüter Bastian Räber aussprach und ein persönliches Lob an den neunmaligen Torschützen Nils van Zütphen verteilen konnte. Wichtig für Nils van Zütphen: Er konnte schon mit seinen ersten Würfen Selbstvertrauen tanken. Der Rechtshänder glich zum 1:1 und 2:2 aus und lief spätestens mit seinem dritten Treffer zum 5:3 (9.) heiß. Dem 6:4 ließ er das 9:7 (19.) folgen, das 13:12 als Schlusspunkt der ersten Halbzeit war van Zütphens sechster Streich. »Ich denke, dass wir mittlerweile als Team unglaublich gut zusammengewachsen sind« Entsprechend mehr auf der Rechnung hatten ihn die Gastgeber in den zweiten 30 Minuten. Trotz verschärfter Bewachung gelangen dem früheren Jugendspieler des TuS Gehlenbeck noch drei weitere Treffer zum 17:15, 23:19 und vorentscheidenden 25:20 (51.). Dafür sprangen beim TuS Spenge im Angriff jetzt auch andere in die Bresche. So zum Beispiel Leon Prüßner, der vier seiner fünf Treffer nach dem Seitenwechsel erzielte. Oder Gordon Gräfe, der den Gastgebern nach einer Auszeit auch die letzte Hoffnung raubte, als er direkt danach zum 27:20 (52.) und 28:20 (53.) abschloss. Und natürlich Maximilian Mühlenweg. Die Leihgabe aus der zweiten Mannschaft war für Spenges 30. Treffer zuständig, was bekanntlich noch etwas kosten dürfte. Nicht zu vergessen Heiko Holtmann. Der Trainer griff tatsächlich in die Trickkiste (wie vor dem Spiel angekündigt) und stellte die Abwehr auf eine 3:2:1-Formation um - und damit den Gegner vor unlösbare Probleme. Mehrere Minuten kassierte Spenge kein Gegentor mehr, die Basis für den Kantersieg. "Wir hatten da nicht mehr viel entgegenzusetzen", gab Aurichs Trainer Arek Blacha zu. "Ich denke, dass wir mittlerweile als Team unglaublich gut zusammengewachsen sind. Nur so lassen sich ja auch die Ausfälle verkraften und wegstecken. Da kommen immer wieder andere rein und erledigen ihre Aufgabe. Für mich war es eine komplette Teamleistung, die mich angesichts der Vorzeichen mit den Ausfällen schon sehr stolz macht", unterstreicht Trainer Heiko Holtmann. Doch auch er will von übergroßer Euphorie nichts wissen - denn am Samstag geht es ja mit einem Spitzenspiel schon weiter.

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