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Pokalheld: SCP-Keeper Jannik Huth (l.) nimmt die Glückwünsche seines Torwartkollegen Michael Ratajczak entgegen. - © Ulrich Petzold
Pokalheld: SCP-Keeper Jannik Huth (l.) nimmt die Glückwünsche seines Torwartkollegen Michael Ratajczak entgegen. | © Ulrich Petzold

Rödinghausen Huth wird zum Retter in der Not des SC Paderborn

Der Torwart-Neuzugang bewahrt den Erstligisten vorm Pokal-Aus in Rödinghausen

Frank Beineke
11.08.2019 | Stand 12.08.2019, 07:55 Uhr

Rödinghausen. Der SC Paderborn ist für Spektakel-Fußball bekannt. Für die Fans des Erstliga-Aufsteigers war es am Sonntag aber eine Spur zu viel Spektakel. Denn im DFB-Pokal-Erstrundenspiel beim Regionalligisten SV Rödinghausen führte der SCP elf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit mit 3:1, um dann doch noch in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen zu müssen. Dort avancierte Jannik Huth zum Pokalhelden. Der Torwart-Neuzugang des SCP hielt die Elfmeter von Lars Lokotsch sowie Tobias Steffen und brachte den Favoriten damit in die zweite Runde. Auch Steffen Baumgart musste nach dem packenden Pokalfight erst einmal ganz tief durchatmen. „Natürlich wünscht du dir als Trainer etwas anderes, wenn du 3:1 führst. Aber entscheidend ist, dann aus solchen Situationen herauszukommen. Andere Teams verlieren nach dem 3:3 die Nerven. Wir nicht", bilanzierte Paderborns Coach, der seine derzeit stärkste Startelf aufs Feld geschickt hatte. Die hatte in der ersten Halbzeit mitunter enorme Probleme gegen den schnörkellos spielenden Regionalligisten, führte zur Pause aber mit 2:0. Denn während Stürmer Simon Engelmann (22./24./34.) und der extrem agile Christian Derflinger Großchancen für die Hausherren vergaben, schlug der SCP eiskalt zu. Zunächst reüssierte Innenverteidiger Uwe Hünemeier als Freistoßkünstler, indem er den Ball aus knapp 25 Metern zum 0:1 (29.) ins Tor schlenzte. „Den habe ich ganz ordentlich getroffen", grinste Hünemeier. Dann erhöhte der stark aufspielende Christopher Antwi-Adjei nach einem Doppelpass mit Ben Zolinski auf 0:2 (43.). „Eine gute Regionalliga-Mannschaft kann einem Erstligisten immer Kopfschmerzen bereiten" „Das war verkehrte Welt. Zu einem Zeitpunkt, zu dem Rödinghausen führen muss, steht es 2:0 für uns. In der zweiten Halbzeit machen wir dann nicht mehr viel falsch, kassieren aber drei Gegentore", kommentierte Baumgart einen ungewöhnlichen Spielverlauf. Engelmann verkürzte zunächst auf 1:2 (53.). Der SCP blieb cool, erspielte sich zahlreiche Chancen und stellte durch Streli Mambas 3:1 in der 73. Minute den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Doch dann schlug Rödinghausens Edeljoker Lars Lokotsch noch zwei Mal (79./85.) per Kopf zu. In der Verlängerung verpasste der SCP mehrfach die Gelegenheit, sich das Elfmeterschießen zu ersparen. Doch der Erstligist hatte ja noch Jannik Huth, der ausgerechnet gegen den Doppeltorschützen Lokotsch und gegen Steffen parierte. Die SCP-Akteure Hünemeier, Gjasula, Collins und Souza trafen dagegen und machten schon vor den fünften Schützen alles klar. „Das tut richtig gut und ist wichtig fürs Selbstbewusstsein", sagte Huth zu seinen gehaltenen Elfmetern, gab aber zugleich zu: „Die drei Gegentreffer sind natürlich suboptimal." „Eine gute Regionalliga-Mannschaft kann einem Erstligisten halt immer Kopfschmerzen bereiten", betonte SCP-Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono und verwies auf den Verler Husarenstreich gegen Augsburg. In Rödinghausen zitterte sich jedoch der Favorit zum Sieg. Die Enttäuschung bei den wackeren Hausherren hielt sich aber in Grenzen. „Das war ein ganz tolles Spiel von uns. Ich bin riesig stolz", betonte SVR-Coach Enrico Maaßen.

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