Herford/Bielefeld Basketball: Herford greift mit Bielefeld die Jugend-Bundesliga an

Basketball: BBG Herford und TSVE Bielefeld kooperieren im Nachwuchsbereich mit dem Ziel, schon im kommenden Jahr ein Team für die höchste Spielklasse zu stellen

Gregor Winkler
17.05.2019 | Stand 16.05.2019, 19:17 Uhr

Herford/Bielefeld. Die meisten Profifußball-Vereine haben es längst - jetzt klinken sich auch die Herforder Basketballer in die Nachwuchs-Leistungsförderung ein. Ein vielversprechendes Projekt, das die BBG Herford gemeinsam mit dem TSVE Bielefeld auf die Beine stellen will (diese Zeitung berichtete bereits kurz), nimmt Fahrt auf. Am Donnerstag vergangener Woche war es soweit: Zur ersten Trainingseinheit der "Teuto Ballers", wie sich die neue Initiative nennt, waren gut 30 Jungs der Jahrgänge 2005 und 2006 in die Sporthalle der Bielefelder Carl-Severing-Schulen gekommen. Die BBG Herford und der TSVE Bielefeld bilden den Kern des Teams, dessen Ziel es sein soll, im Jahr 2020 in die höchste B-Jugendklasse, die Bundesliga, aufzusteigen. Eine Kooperation der beiden Nachbarstädte - das schien lange undenkbar. Doch die Gespräche liefen erfolgreicher als gedacht. Und jetzt ging alles ganz schnell. Chance einen Jugend-Basketball-Bundesligisten zu etablieren In Null-Komma-Nichts hatte sich der Kader formiert. Ein Kader? "Wir werden zwei Mannschaften bilden. Und darüber hinaus einen Perspektivkader des Jahrgangs 2007", führt Emre Atsür aus. Der TSVE-Coach ist verantwortlicher Trainer, unterstützt wird er dabei vom Herforder Übungsleiter Patrick Hollenbach. Beide staunten nicht schlecht über die gute Beteiligung. Das Angebot richte sich nicht nur an die beiden großen Klubs. "Auch Jugendliche aus anderen Vereinen sind willkommen", sagt Atsür. Dass gleich zum Auftakt auch Talente aus Werther, Leopoldshöhe oder Bad Oeynhausen auftauchten, hatte er so nicht erwartet. Das Projekt hat sich schnell herumgesprochen. Auch Klubs aus Rheda und Detmold haben Interesse und werden ihren Nachwuchs mit ins Training schicken. "Darum haben wir das ganze auch ?Open Gym? genannt", sagt Atsür. Er denkt Ostwestfälisch. Denn die gesamte Region solle von der gebündelten Nachwuchsarbeit profitieren. Aber: "Eine Spielgemeinschaft zu bilden ist nicht so einfach. Und mit einer Doppelspiellizenz dürfen nur drei Spieler pro Team ausgestattet werden." Bis Juni 2020 muss es eine Lösung geben, um die ambitionierten Aufstiegsträume tatsächlich auch mit realen Taten anzugehen. Herford hat bei den Männern das klassenhöhere Team. Der TSVE stellt die höherklassige Jugendmannschaft. Es könnte darauf hinaus laufen, dass die Bundesliga-Quali zunächst unter dem Bielefelder Vereinsnamen in Angriff genommen wird. Ein Lenkungsausschuss mit Vertretern beider Klubs soll etwaige Probleme ausräumen. Emre Atsür weiß: "Die Vereine müssen in Vorleistung gehen. Der TSVE etwa stellt mich zur Verfügung. Später wird diese Arbeit den Klubs zugute kommen." Atsür denkt auch bereits daran, neue Sponsoren zu begeistern. "Die Chance, in der Region einen Jugendbasketball-Bundesligisten zu etablieren, ist großartig", sagt auch Daniel Usling vom BBG-Vorstand. Der Auftakt war bereits gelungen. Jetzt also nehmen auch die Basketballer Fahrt auf mit einem professionellen Nachwuchsangebot. Dem Herforder (und dem Bielefelder) Sport kann das nur gut tun. Trainingstermine bis zu den Sommerferien: 21. Mai und 4. Juni, 17 Uhr, Otto-Hahn-Schule, Herford. 20. Juni, 18 Uhr, Carl-Severing-Schulen, Halle 1.

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