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Au Backe, mein Zahn: Spenges Nils van Zütphen verlor nach einem groben Foulspiel Maksym Byegals in Wunstorf einen halben Zahn. - © Frank Niedertubbesing
Au Backe, mein Zahn: Spenges Nils van Zütphen verlor nach einem groben Foulspiel Maksym Byegals in Wunstorf einen halben Zahn. | © Frank Niedertubbesing

Wunstorf Der TuS Spenge gewinnt auch das letzte Auswärtsspiel

3. Handball-Liga: Mit 30:26-Sieg beim MTV Großenheidorn ist Endspiel um Platz drei perfekt

Dirk Kröger
29.04.2019 | Stand 29.04.2019, 19:41 Uhr

Wunstorf. Kann es zum Saisonfinale in einer Spielklasse etwas Langweiligeres geben als das Aufeinandertreffen des Rangdritten und des punktgleichen Tabellenvierten? Ja, kann es! Wenn nämlich am kommenden Samstag der TuS Spenge die HSG Bergische Panther in der 3. Handball-Liga erwartet, dann geht es um eine besonders gute Auslosung im DHB-Pokal. Insofern hat das Endspiel um Platz drei durchaus seine Bedeutung. Und nach dem 30:26 (15:12)-Sieg der Spenger beim bereits abgestiegenen MTV Großenheidorn ist dieses Endspiel nun perfekt. Die Spenger - mit einem Mini-Kader und ohne Filip Brezina, Marcel Ortjohann, Philipp Holtmann und Justus Aufderheide beim Mitaufsteiger in Wunstorf angetreten - taten sich sehr schwer. Im Angriff wirkte die Mannschaft von Beginn an unkonzentriert und warf Großenheidorns Torhüter Zsolt Kovacs förmlich warm. Entsprechend vermochte sich die Mannschaft nicht deutlich abzusetzen, geriet zwischenzeitlich sogar in Rückstand. Erst, als sich die Gastgeber selbst vorn immer schwerer taten, baute Spenge den eigenen Vorsprung beim 13:8 in der 22. Minute bis auf fünf Tore aus. Aber: Auch danach vermochte die Mannschaft in Deckung wie Angriff nicht zu überzeugen, wobei das, was oft lässig, ja sogar überheblich wirkte, von Trainer Heiko Holtmann ganz anders erklärt wurde: "Wir gehen auf der letzten Rille!". Verdienter Sieg für die Ostwestfalen Bangen musste der Coach um den Erfolg seiner Schützlinge dennoch nicht. Auch, als Nils van Zütphen nach einem herben Foul Maksym Byegals - wofür der seine vierte rote Karte in dieser Saison sah - einen halben Zahn verloren hatte und entsprechend ein paar Minuten pausieren musste, lag Spenge stets vorn - trotz einer Reihe unmöglicher An- und Abspiele. Die Mannschaft vom Steinhuder Meer witterte Morgenluft, als sie in der Schlussphase mehrfach bis auf zwei Tore Rückstand verkürzte (23:25, 24:26), aber in den entscheidenden Phasen hatten die Gäste dann unter Aufbietung aller Kraftreserven doch noch etwas zuzulegen. Und so kamen die Ostwestfalen zu einem verdienten Sieg. Sie dürfen jetzt bald auf einen (Pokal-)Gegner aus der Bundesliga hoffen, während Großenheidorn zurück in die Oberliga muss. Die Mannschaft des Gastgebers wurde nach dem Spiel von ihren Fans dennoch gefeiert und strebt eine baldige Rückkehr in die 3. Liga an - allerdings ohne Linksaußen Till Hermann, der zum Erstligisten FA Göppingen wechselt.

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