Eishockey, Herforder EV, Matyas Kovacs.Gut eingelebt: Der deutsch-rumänische Stürmer Matyas Kovács (l.) hat sich sofort als Verstärkung entpuppt. Rechts Leon Nasebandt. - © Lars Fege
Eishockey, Herforder EV, Matyas Kovacs.Gut eingelebt: Der deutsch-rumänische Stürmer Matyas Kovács (l.) hat sich sofort als Verstärkung entpuppt. Rechts Leon Nasebandt. | © Lars Fege

Herford Wie sich der Herforder EV ins Finale gekämpft hat

Der Herforder Eishockeyverein kommt mit den personellen Ausfällen besser zurecht als Neuwied

Herford. Fünf Spiele in elf Tagen - und eines spannender als das andere: Der Herforder EV und der EHC Neuwied haben in ihrer Play-Off-Halbfinalserie Werbung für das Eishockey gemacht. Das bessere Ende hatte der Titelverteidiger aus Herford auf seiner Seite. Dabei hatte Trainer Jeff Job zu Beginn der Spiele gegen Neuwied große Verletzungssorgen. In den ersten beiden Spielen fielen neben einigen anderen Spielern mit Kilian Hutt und Gleb Berezovskij zwei Stürmer aus der ersten Reihe aus. Die Mannschaft kompensierte dies mit großem Kampf und Willen. "Die Jungs haben dort sehr stark und diszipliniert gespielt", lobte Jeff Job. Im zweiten Spiel in Neuwied verletzte sich mit Nils Bohle der nächste Angreifer so schwer, dass er in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Nicht sonderlich erbaut war Jeff Job von den nächsten beiden Spielen. Am vergangenen Freitag verpassten die Ice Dragons leichtfertig den vorzeitigen Finaleinzug. Zwar waren Hutt und Berezovskij zurückgekehrt, jedoch schienen beide noch nicht wieder ganz fit zu sein. Nachdem sich der HEV durch einen späten Ausgleichstreffer in die Verlängerung rettete, verpassten die Ostwestfalen dort trotz einer zweiminütigen Überzahl den Siegtreffer und mussten sich im Penaltyschießen geschlagen geben. "Wir haben in Überzahl kaum aufs Tor geschossen. Das war schon sehr enttäuschend", blickte Jeff Job zurück. Nach dem Abpfiff brach der offenbar völlig entkräftete Kilian Hutt auf dem Eis zusammen, konnte aber nach kurzer Behandlung in die Kabine fahren. Auch Spiel vier blieb bis in die Schlussminuten spannend. In der aufgeheizten Atmosphäre in Neuwied scheiterten die Herforder laut Jeff Job an sich selbst: "Wir haben den Kopf verloren und zu viele Strafzeiten kassiert. Das darf uns eigentlich nicht passieren." In der entscheidenden Partie am Dienstag verdiente sich der HEV dann den Finaleinzug voll und ganz. "Wir hatten heute eine gute Spielkontrolle gegen einen sehr starken Gegner. Das haben die Jungs sehr gut gemacht", lobte Job. Letztlich entschieden Nuancen über den Finaleinzug: Während Herford die ersten beiden Spielen personell arg geschwächt gewann, war der Ausfall von Tobias Etzel, Dennis und Sven Schlicht (alle verletzt) sowie Dennis Appelhans (gesperrt) am Dienstag eine zu große Hypothek für Neuwied. Klar ist: Im Finale gegen Hamm ist der HEV kein Favorit. Der Vorrunden-Meister hat den Heimvorteil auf seiner Seite und gewann drei von vier Spielen gegen den HEV. "Wenigstens müssen wir nicht so weit fahren", scherzte Jeff Job im Wissen um die Schwere der Aufgabe. Ein Glücksgriff im Kampf um die Titelverteidigung scheint Herford mit der Nachverpflichtung von Matyas Kovács im Januar gelungen zu sein. Der 22-jährige glänzt mit starken Leistungen trotz einer zuvor halbjährigen Spielpause. "Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Es macht mir Spaß vor diesem fantastischen Publikum zu spielen", sagte Kovács. Der zum besten Spieler der Halbfinalserie gewählte Stürmer mit rumänischer Abstammung findet sich in der dritten Angriffsreihe wieder. "Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt", sagte er. "Ich habe in dieser Formation drei starke Reihen und kann viel wechseln. Das tut der Mannschaft gut," sagte Job. Der Erfolg gibt dem Trainer recht.

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