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Anspiel an den Kreis: Spenges Phil Holland hat Oliver Tesch (Nr. 19) im Blick und passt den Ball punktgenau auf den Kollegen. - © Eva-Lotte Heine
Anspiel an den Kreis: Spenges Phil Holland hat Oliver Tesch (Nr. 19) im Blick und passt den Ball punktgenau auf den Kollegen. | © Eva-Lotte Heine

Spenge TuS Spenge: Nach Breuers Kempa-Trick mit Dreher tobt die Halle

Der TuS Spenge spielt gegen den Leichlinger TV nicht gut. Dennoch reicht es, um in einer an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase einen schmutzig-glücklichen 22:21-Sieg einzufahren

Markus Voss
25.02.2019 | Stand 24.02.2019, 21:30 Uhr

Spenge. Was für ein Nervenkitzel, was für eine Dramatik: Der TuS Spenge hat in der 3. Handball-Liga ein verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer gerissen und den Leichlinger TV in eigener Halle mit 22:21 (11:13) bezwungen. Die Zuschauer sahen alles andere als ein hochklassiges Spiel - trotzdem standen sie in einer furiosen Schlussphase auf den Bänken und peitschten die "Boys in blue" nach vorne. Dieser Schulterschluss mit den Fans - er dürfte mit spielentscheidend gewesen sein. "Puh, unverdienter kann man kaum gewinnen", sagt TuS-Trainer Heiko Holtmann, "dennoch ein großes Kompliment an die Mannschaft für ihren Einsatz und Kampf. Sie hat immer an sich geglaubt." Gleich die erste Spielminute gab einen Vorgeschmack darüber, was sich auf der Platte abspielen würde: Die Spenger Filip Brezina und Phil Holland scheiterten nacheinander völlig frei am starken LTV-Keeper David Ferne. Die Fehlerquote bei den Spengern war in der Folge einfach viel zu hoch, hinten wie vorne lief wenig zusammen. "In der Abwehr haben wir keinen Zugriff bekommen, egal in welcher Formation wir gespielt haben", sagt Holtmann, "und auch vorne stockte es immer wieder." Von Konstanz konnte tatsächlich keine Rede sein. Immer wenn der TuS gut spielte, etwa zwischen der 12. und 16. Minute, als er von 2:6 auf 5:6 verkürzte, erlaubte er sich danach wieder dicke Fehler, die den Gästen das Torewerfen leicht machten. Dass Spenge nur mit einem 11:13-Rückstand in die Pause ging war auch dem Umstand geschuldet, dass der vorher nicht gerade auffällige TuS-Keeper Kevin Becker zwei Tempogegenstöße in absoluter Klassemanier parierte. »Das war ein wirklich schmutziger Sieg« Auch in der zweiten Halbzeit fand der TuS zunächst nicht in sein Spiel. Ein erster kleiner Weckruf war der gehaltene Siebenmeter von Basti Räber gegen den zuvor viermal von der Linie erfolgreichen Ex-Spenger David Kreckler (34.). Zum ganz großen Signal wurde dann aber die Zeitstrafe für Oliver Tesch (53.) - der TuS hatte sich just auf 18:19 herangekämpft -, der seinen Gegenspieler sichtbar absichtlich auf die Hand schlug. Weil 15 Sekunden zuvor auch Nils van Zütphen wegen eines Wechselfehlers zwei Minuten gesehen hatte, spielte der TuS plötzlich mit vier Mann gegen sechs. Dass die Spenger diese extrem kritische Phase ohne Gegentor überstanden war dass eine, dass Fabian Breuer aber auch noch per sensationellem Kempa-Trick mit eingebautem Dreher zum 19:19 ausglich (55.) das andere. Die Halle tobte - und der TuS hatte endlich den Schalter umgelegt. Die nun herausgespielte 22:20-Führung (59.) reichte am Ende für einen glücklichen 22:21-Zittersieg. "Das war ein wirklich schmutziger Sieg", sagt der TuS-Chef Horst Brinkmann, "aber das sind ja meist auch die schönsten Siege."

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