Abgehoben: Spenges Mittelmann Fabian Breuer lässt sich von Großenheidorns Defensive kaum einmal aufhalten. - © Eva-Lotte Heine
Abgehoben: Spenges Mittelmann Fabian Breuer lässt sich von Großenheidorns Defensive kaum einmal aufhalten. | © Eva-Lotte Heine

Spenge Gute Abwehrleistung wird für Spenges Trainer teuer

3. Handball-Liga: Weil der TuS Spenge schon wieder weniger als 20 Gegentore kassiert hat, wird eine Abmachung zwischen Trainer und Spielern langsam zu einer teuren Geschichte

Markus Voss

Spenge. Es war das Duell der Aufsteiger. Dass im Handball-Drittligaspiel zwischen dem TuS Spenge und dem MTV Großenheidorn beide Kontrahenten Liganeulinge waren, war in 60 einseitigen Minuten aber auch die einzige Gemeinsamkeit. Zu unterschiedlich war der Auftritt beider Mannschaften, zu groß das Leistungsgefälle in Abwehr und Angriff, zu eindeutig die Tordifferenz und spätestens in der zweiten Halbzeit auch die Diskrepanz in der Körpersprache. Beim 31:19 (16:9) des TuS Spenge kam nur ein Team für den Erfolg in Frage. "Das war ein Start-Ziel-Sieg", freut sich TuS-Akteur Fabian Breuer. Großenheidorns Trainer enttäuscht von eigener Angriffsleistung Dabei hatte Spenges Coach Heiko Holtmann vor dem Spiel noch kräftig vor den Südniedersachsen gewarnt, ganz so wie es sich als umsichtiger Trainer gehört. Von extrem hohem Tempo, das Großenheidorn gehen würde, war da die Rede. Und von totaler Konzentration, um die Fehlerquote zu minimieren und den Gästen so den Wind aus den Segeln zu nehmen. Während letzteres zu 100 Prozent umgesetzt wurde, war von schnell vorgetragenen MTV-Angriffen eher selten etwas zu sehen. "Insgesamt war unsere Angriffsleistung einfach viel zu schlecht", sagt Großenheidorns Trainer Marc Siegesmund enttäuscht. Was wiederum auch an der starken Spenger Abwehrarbeit lag. "Das war wieder die Grundlage", sagt TuS-Co-Trainer Sebastian Cuhlmann. "Unser Rückzugsverhalten war sehr gut", ergänzt Heiko Holtmann, "wir standen bei den Tempogegenstößen oft schon mit fünf Mann auf acht Meter. So konnten sie gar nicht erst in ihr Spiel kommen." Dass der beste Großenheidorner Till Hermann dennoch wieder seine sieben Tore geworfen hatte, fiel so nicht weiter ins Gewicht. Mittelmann Fabian Breuer avanciert zur auffälligsten Figur Immer mehr Gewicht innerhalb der Mannschaft scheint sich indes Mittelmann Fabian Breuer erarbeitet zu haben. Der 22-Jährige, seit 2016 für Spenge am Ball, avancierte im TuS-Angriff zur auffälligsten Figur. Seine unnachahmlichen Sprungwürfe bekam der Gegner kaum verteidigt, wie klug er seine Mitspieler einsetzte, hatte Hand und Fuß, bei den Siebenmetern übernahm er Verantwortung. "In den letzten Spielen bin ich immer besser reingekommen", sagt er, "es läuft gerade wirklich gut." Woran das liegt? Kurzes Überlegen. Und dann grinsend: "Womöglich daran, dass ich für mein Studium gerade ein Praktikum beim Deutschen Handballbund in Dortmund mache, dafür Hin und Zurück vier Stunden unterwegs bin und keine Zeit mehr habe, mir einen Kopf zu machen." Heiko Holtmann musste übrigens ob des überzeugenden Sieg in die eigene Tasche greifen. "Ich hab' mit den Jungs ausgemacht, dass ich eine Kiste Weizenbier ausgebe, wenn wir weniger als 20 Gegentore bekommen" sagt er lachend, "weil wir das jetzt schon das zweite Mal hintereinander geschafft haben, scheint das eine teure Angelegenheit für mich zu werden." Übrigens: Das Weizenbier ist selbstverständlich alkoholfrei. Seit dem Aufstieg in die 3. Liga gibt's nichts anderes mehr in der Kabine. Hashtag Professionalisierung.

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