Im Ziel: Der Herforder Serientäter Adam Janicki (SV Brackwede) gewinnt zum vierten Mal in Folge den Wällelauf. - © Markus Voss
Im Ziel: Der Herforder Serientäter Adam Janicki (SV Brackwede) gewinnt zum vierten Mal in Folge den Wällelauf. | © Markus Voss

Herford Herforder feiert beim Wälle-Lauf den vierten Sieg in Folge

Adam Janicki lässt sich nicht aufhalten und triumphiert über 10 Kilometer. Nach einer Prüfung meldet sich der 30-Jährige spontan für Herford an. Morgens um fünf schüttet es noch wie aus Eimern, doch die Veranstalter haben wieder einmal Wetterglück

Markus Voss

Herford. Gerade erst war die Siegerehrung für die Schülerläufe vorbei und die Läufer des Firmenlaufs auf die Strecke geschickt worden, so dass sich die vielen fleißigen Hände im Jahnstadion auf ein paar Minuten Ruhe freuen konnten. Dachten sie - denn plötzlich fuhr das Führungsfahrrad des Hauptlaufs um die Ecke auf die Tartanbahn. "Hat der eine Abkürzung genommen?", fragt Streckensprecher Henning Tonn ins weite Rund. Kaum ausgesprochen lief auch schon der Herforder Adam Janicki im Trikot des SV Brackwede mit Riesenschritten ins Ziel - und triumphierte damit zum vierten Mal in Folge beim Auto-Mattern-Wällelauf über die 10 Kilometer. "Eigentlich wollte ich viel langsamer laufen", sagt der Serientäter nach dem erneuten Triumph lachend. Es gibt sicher nicht viele Ausdauersportler, die so etwas nach einem Rennen erklären. Keine Frage: 32:46 Minuten waren eine ganz starke Zeit. "Es war so schönes Wetter und da dachte ich: Komm, lauf", sagt Janicki, der aktuell Saisonpause hat, darum Grundlagenausdauer trainiert und sich eigentlich eine 34er Zeit vorgenommen hatte. Und es gab noch einen Grund fürs Schnellsein: Der angehende Lehrer für Sport und Geschichte hatte erst am Donnerstag an der Universität Paderborn sein Latinum bestanden - nach einem sechswöchigem Intensivkursus. "Das war sehr mühsam, aber danach hatte ich endlich wieder den Kopf frei und habe mich spontan für den Wällelauf angemeldet", so der 30-Jährige, der nach dem Sieg bei seinem Heimrennen erst einmal Gattin Laura einen Kuss gab und danach Hund Cacao knuddelte. Satte 3:23 Minuten war der Zweite Tim Kerkmann vom TSVE Bielefeld länger unterwegs. "Ich wusste, dass ich mit Adam nicht mithalten kann, also habe ich ihn laufen lassen", sagt er, "und dann gab es einen schönen Kampf um Platz zwei mit Guido. Das hat Spaß gemacht." Guido - das ist Guido Butschkat, der neun Sekunden hinter Kerkmann als Dritter durchs Ziel lief und auch seinen Spaß hatte. Denn: Für den Triathleten war es ein Quasi-Heimspiel, startet er doch für den Wällelauf-Mitveranstalter RC Endspurt. »Du denkst ja immer: Es geht noch schneller« "Ich war die ganze Zeit mit Tim unterwegs, ab Kilometer neun ist er dann davongelaufen", sagt Butschkat, der mit seiner Zeit (36:18) nicht ganz zufrieden war: "Ich wollte unter 36 laufen, aber ich war zwei Wochen erkältet." Nichts zu meckern gab es dafür für Nina Schüler vom SV Brackwede, die sich bei den Frauen in 38:38 Minuten den Sieg sicherte. Exakt drei Minuten vor den Herren waren die Damen auf die Strecke gegangen. "Bei Kilometer sechs habe ich das Fahrrad gesehen und danach Adam - wir haben uns dann abgeklatscht", sagt die 38-Jährige. Wie das eben so ist unter Trainingspartnern. Für die Deutsche Seniorenmeisterin über die 10 Kilometer passte der Lauf gut in ihren Trainingsplan. "Darum war die Zeit auch zweitrangig. Aber du denkst ja immer: Das wäre auch noch schneller gegangen", so die Bielefelderin. Zufriedene Gesichter gab es auch bei den Veranstaltern. Exakt 1.503 Teilnehmer konnten der PSV Herford und der RC Endspurt Herford vermelden - eine Zahl, die sich sehen lassen kann. "Alle Läufer sind zufrieden. Das ist das Allerwichtigste - damit sie den Laufsport im Herzen behalten", sagt Heiko Klein vom PSV. Und auch das Wetter passte bei strahlendem Sonnenschein perfekt ins Drehbuch. "Um fünf Uhr heute morgen hat es noch wie aus Eimern geschüttet", sagt Dietmar Müller vom RC Endspurt, "wir haben tierisch Glück - aber das musst du auch haben." Kurios: Frühmorgens beim Aufbau hatte es kurzzeitig so gestürmt, dass der aufblasbare Start/Ziel-Torbogen umgeweht wurde. Doch dann passte wirklich alles. Klein: "Seit 2006 bin ich verantwortlich mit dabei - und jedes Jahr hatten wir Sonne."

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