Spenge In Spenge erzielt der Trainersohn sein erstes Drittliga-Tor

3. Handball-Liga: Der Trainer des TuS Spenge ist nach dem Sieg gegen Menden tief beeindruckt und die Zuschauer stehen auf den Bänken

Markus Voss

Spenge. Dass Trainer nach einer bitteren Niederlage sprachlos sind, soll es schon das eine oder andere Mal gegeben haben. Dass sie aber nach einer grandiosen Leistung der eigenen Mannschaft keine Worte finden, ist eher selten der Fall. Genau so ging es Heiko Holtmann nach dem jüngsten 36:29 (20:8)-Heimsieg seines TuS Spenge in der 3. Handball-Liga gegen die SG Menden Sauerland Wölfe. Die ersten 30 Minuten, in denen seine Jungs einen überragenden Auftritt hinlegten, hatten Holtmann tief beeindruckt. "Dass die Zuschauer schon in der ersten Halbzeit auf den Bänken stehen - so etwas habe ich noch nie erlebt", sagt der Coach des TuS Spenge. Dabei waren die Beifallsstürme für die "Boys in Blue" mehr als berechtigt. Wie ein Orkan fegten die Spenger über ihre Gegenspieler hinweg, warfen vorne Tor um Tor und vernagelten hinten den eigenen Kasten mit einer grandiosen Abwehrleistung. "Alle waren hellwach, jeder wusste was der andere macht", sagt Holtmann. Präsenz, Aggressivität, Spielfreude, Cleverness, feinste Technik und unbedingter Siegeswille - in diesen 30 Minuten stimmte beim Aufsteiger einfach alles. Holtmann: "Die Jungs haben einen Superjob gemacht. Da hab? selbst ich nichts zu meckern." Seit einem Jahr kein Spiel mehr verloren Natürlich: Es gibt immer etwas zu verbessern. Dass Spenge etwa die zweite Halbzeit mit fünf Toren verliert, war so sicher nicht geplant. "Ein Unentschieden hätte es schon sein müssen", sagt der starke Keeper Basti Räber. "Klar, das darf eigentlich nicht passieren", so Holtmann, "aber aufgrund der hohen Führung zur Pause verzeihe ich das der Mannschaft." Also: Haken dran. Alles ander wäre auch Granteln auf hohem Niveau. Viel mehr galt es andere Aspekte herauszustellen. Etwa dass die angeschlagenen Marcel Ortjohann (Probleme mit beiden Knien) und René Wolff (im Training umgeknickt) anstatt wie befürchtet auszufallen spielten, als sei nichts gewesen und einen gehörigen Anteil am Sieg hatten. Nach vier Toren vor der Pause wurde Ortjohann im zweiten Durchgang geschont, während Wolff gut getapt durchspielte. Oder dass der TuS Spenge seine fast unglaubliche Serie ausgebaut hat und nun tatsächlich seit exakt einem Jahr kein Pflichtspiel mehr verloren hat - eine Umstand, mit dem in der neuen Liga nicht unbedingt gerechnet werden konnte. Für Philipp Holtmann wird ein kleiner Traum wahr Oder dass Youngster Philipp Holtmann in der 50. Minute sein allererstes Drittliga-Tor erzielt hat und damit womöglich ein kleiner Traum wahr wurde. "Ich gebe zu: Das war ein sehr erfüllendes Gefühl", sagt der 20-Jährige, der vor der Saison gemeinsam mit Justus Aufderheide aus der Spenger Reserve hochgezogen wurde, "die ganze Arbeit über die Jahre ist damit irgendwie belohnt worden." Dass Holtmann und Aufderheide zwei Stunden vorher noch in der Zweiten in der Landesliga am Ball waren, war den beiden nicht anzumerken. "Dass ich jetzt in der 3. Liga dabei bin, hätte ich vor einem Jahr niemals gedacht", so Holtmann, "ich hab? ja vor drei Jahren noch Dritte gespielt." Und was sagt der (Trainer- )Vater dazu? "Als Trainer habe ich mich über das Tor nicht mehr als über andere Tore gefreut - als Vater schon", sagt Heiko Holtmann, "viel wichtiger ist aber, dass Justus und Philipp zu echten Alternativen geworden sind. Das freut mich noch viel mehr."

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