Kunstvoll: Ina und Kim Landsmann vom RSV Wittekind Herford gaben gemeinsam mit Christina Biermann (hier nicht im Bild) während der Sportlerehrung einen beeindruckenden Einblick in ihre ansonsten nicht lso publikumswirksame Sportart. - © Yvonne Gottschlich
Kunstvoll: Ina und Kim Landsmann vom RSV Wittekind Herford gaben gemeinsam mit Christina Biermann (hier nicht im Bild) während der Sportlerehrung einen beeindruckenden Einblick in ihre ansonsten nicht lso publikumswirksame Sportart. | © Yvonne Gottschlich

Herford Vorsitzender des Stadtsportverbandes stellt seine Träume vor

Herforder Sportnacht: An zwei Tagen werden rund 200 Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet. Publikum erfährt viel über die Geehrten und ihre Sportarten

Dirk Kröger

Herford. Zum 52. Mal bereits ehrten wie schon berichtet am Freitag die Stadt und der Stadtportverband (SSV) Herford ihre erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler des vergangenen Jahres. "Eine Präsentation der Leistungsfähigkeit des Herforder Sports" bezeichnete der SSV-Vorsitzende Jürgen Berger das, nämlich zusammen mit der Nachwuchs-Veranstaltung tags zuvor mussten rund 200 Urkunden ausgestellt werden - für Erfolge in vielen unterschiedlichen Sportarten. Bis zum Jahr 2016 firmierte die Ehrung noch unter der Überschrift "Herforder Sport-Gala". Nun wurde aus der Gala eine Sportnacht. Festlich ging es dennoch zu, auch wenn der für die Organisation der Veranstaltung maßgeblich verantwortliche Julian Schütz versuchte, etwas mehr Lockerheit in den Abend zu bringen - unter anderem mit einer Moderation durch den Journalisten Jörg Brökel, der immer wieder vom Paralympics-Sieger Sebastian Dietz unterbrochen und berichtigt wurde, was wohl an das legendäre Kommentatoren-Duo Delling/Netzer erinnern sollte, dessen Niveau aber nicht erreichte. Als ausgesprochen positiv erwies sich dagegen, dass neben musikalischer Eröffnung und Beendigung der Ehrung der Showteil dieses Mal auch rein sportlich war, denn die drei Kunstrad-Fahrerinnen Christina Biermann, Ina und Kim Landsmann ernteten viel Applaus für ihre Vorstellung auf der Theater-Bühne. Dass Jörg Brökel anschließend auch auf das Kunstrad "durfte" und sogar einarmig eine Runde fuhr, diente der Lockerheit, die Sebastian Dietz auf dem Kunstrad liegend sogar noch überbot. »Hinter jeder Urkunde stehen Blut, Schweiß und Tränen« Ein anspruchsvolles Video ganz zu Beginn hatte bereits Aspekte des Sports in Herford aufgezeigt, die Zahl und die unterschiedlichen ausgeübten Sportarten der zu Ehrenden vertieften das noch. "Diese Veranstaltung ist nur möglich durch sportliche Leistungen - und die Unterstützung durch Sponsoren", erklärte Jürgen Berger. "Hinter jeder Urkunde stehen Blut, Schweiß und Tränen", machte er deutlich, dass der sportliche Erfolg sich nicht von allein einstellt. Der Stadtsportverbands-Vorsitzende aber blieb nicht völlig unkritisch. Zwar erkannte er an, dass der großen Mehrheit in Herford die Bedeutung des Sports bewusst sei, dennoch forderte er eine Verbesserung der Infrastruktur und versprach zudem Unterstützung für den Kanu-Klub durch den Stadtsportverband, dessen Existenz durch die Absenkung des Werre-Pegels gefährdet sei. Als große Herausforderung stellte zudem die Entwicklung eines Sportstätten-Bedarfs- und -Entwicklungsplans für alle Sportarten in Aussicht. Berger aber hat auch Träume - ein echtes Leistungszentrum am Königin-Mathilde-Gymnasium beispielsweise, dem sich dann andere Schulen anschließen sollten. Und er hofft darauf, dass Herford auch im Spitzensport an alte Glanzleistungen anknüpfen kann. "Ich erinnere mich noch an den 2:0-Sieg des SC Herford 1977 im Derby der 2. Fußball-Bundesliga gegen Arminia Bielefeld. Wieso sollte so etwas nicht wieder möglich sein?", stellte er die rhetorisch gemeinte Frage und schloss daran an: "Herford hätte das verdient." Eine Verbesserung der sportlichen Infrastruktur ist Bergers Meinung nach dafür aber ebenso notwendig wie das Engagement von Sponsoren, "und zwar nicht erst in der Bundesliga." Die Zusammenfassung seiner Träume klang entsprechend prägnant: "Machen wir unser Herford auf der Landkarte des deutschen Sports noch größer!", lautet seine Hoffnung. Die Bedeutung des Sports unterstrich auch der trotz einer Fußverletzung auf die Bühne gestiegene Bürgermeister Tim Kähler. "2017 war ein gutes Jahr für die Stadt - auch wegen der Erfolge im Sport", stellte er fest. Und auch Kähler schaute in die Zukunft, forderte, dass die Stadt gemeinsam mit den Bürgern gestaltet werde und hofft auf Vorschläge zum Thema "Herford 2030". Das Stadtoberhaupt bezeichnete den Sport als einen der wichtigsten sozialen Faktoren in der Gesellschaft. "Sport funktioniert aber nur, weil sich viele Menschen darum kümmern", stellte er noch einmal die Bedeutung des Ehrenamts heraus und dankte all den Menschen, die im Hintergrund helfen, dass eben derartige Sportler-Leistungen möglich sind wie sie am Freitag im Stadttheater vorgestellt wurden.

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