Ein eingespieltes Team: Der Herforder Markus Brinkmann auf Pikeur Dylon - hier beim Großen Preis von Stuttgart. - © Franziska Kraufmann
Ein eingespieltes Team: Der Herforder Markus Brinkmann auf Pikeur Dylon - hier beim Großen Preis von Stuttgart. | © Franziska Kraufmann

Herford Nominiert für den NW-Medienpreis: Springreiter Markus Brinkmann

Erst schafft der 37-Jährige mit Pikeur Dylon die Qualifikation für das Weltcup-Finale, dann stürzt er schwer

Yvonne Gottschlich

Herford. Die erfolgreichsten Herforder Sportlerinnen und Sportler sowie Mannschaft des Jahres 2017 werden am Freitag, 19. Januar, während der Sportnacht des Stadtsportverbandes Herford im Stadttheater ausgezeichnet. Die Neue Westfälische stiftet erneut den Medienpreis. Die Leserinnen und Leser entscheiden mit ihrer Stimme, wer diesen Preis gewinnt.

Einer der Nominierten ist Springreiter Markus Brinkmann. Der 37-Jährige, der für den Reit- und Fahrverein "von Lützow" Herford startet, hat ein turbulentes Jahr erlebt. Erst ging es hoch hinaus bis zum Weltcup-Finale in Omaha (USA), dann folgte ein böser Sturz bei Turnier in Hagen. Pferd und Reiter sind längst wieder wohlauf. Und sie haben große Ziele vor Augen.

»Dylon und ich sind zusammen gewachsen. Auch mit den Aufgaben«

Er ist und bleibt ein Hobbysportler. Hauptberuflich ist Markus Brinkmann gemeinsam mit Vater Wolfgang, Onkel Klaus und Cousin Julius in der Geschäftsführung des Familienunternehmens Bugatti, zu dem unter anderem auch die Reitsportmarke Pikeur gehört, tätig. "Das funktioniert nur mit einem starken Team im Stall und im Unternehmen", sagt Markus Brinkmann zum Thema Doppelbelastung in Beruf und Sport, "glücklicherweise habe ich so ein Team. Dazu kommen die guten Pferde in unserem Stall. Das zusammen macht momentan den Erfolg aus." Dabei bleibt der Lützow-Reiter bescheiden: "Klar freut man sich, wenn es so gut läuft und auch das Selbstbewusstsein wächst von Turnier zu Turnier. Aber den Erfolg kann man nicht planen", sagt er, "es muss auch immer die Gesundheit von Mensch und Tier mitspielen. Das haben wir ja gerade selbst erlebt, das ist uns allen aber auch bewusst. Umso schöner ist es, wenn die Pferde solche Leistungen bringen und es immer Schritt für Schritt vorangeht."

Partner seines Erfolges ist vor allem der zehnjährige Holsteiner Pikeur Dylon (Dylon von Diamant de Semilly). Mit seinem Wallach wurde Brinkmann bei seiner Fünf-Sterne-Premiere in Stuttgart Zehnter, in Leipzig und Bordeaux sprang er jeweils auf Platz fünf. Und mit dem neunten Rang in Göteborg qualifizierte er sich für das große Finale in Omaha. "Das war der Wahnsinn, dass ich bei allen vier Starts punkten konnte. Damit hatte ich nie gerechnet", sagt Markus Brinkmann. Er scheint beim Reden immer noch ein wenig überrascht zu sein.

Seit vier Jahren ist er mit Pikeur Dylon unterwegs. "Wir sind zusammen gewachsen. Auch mit den Aufgaben", sagt Brinkmann. Vier Nullrunden lieferten die beiden auf dem schweren Fünf-Sterne-Springen ab und gehörten so zu den besten 18 Paaren der Welt. Dann folgte die Herausforderung in den USA: "Wir haben kurz überlegt, ob wir das wirklich machen sollen, weil das schon eine große sportliche, vor allem aber logistische Aufgabe war", erinnert sich der 37-Jährige, "die Erfahrungen waren aber großartig. Die Halle war sehr klein, die Verhältnisse waren ganz anders als hier. Zwar sehr gut, aber doch mit einem so begeisterungsfähigen Publikum, dass die Ablenkungsgefahr immer da war. Das hat Dylon aber alles gut gemeistert und wir haben die Chance genutzt."



Sechs Wochen später folgte dann der sprichwörtliche Sturz auf den Boden der Tatsachen: Beim Turnier in Hagen brach sich Markus Brinkmann den rechten Ellenbogen, einen Halswirbel und zog sich zudem noch eine Bänderverletzung an der Halswirbelsäule zu. Passiert ist das Unglück bei den "Horses & Dreams", als Brinkmann sein Weltcuppferd abritt. An einem Hindernis kam der Wallach ins Straucheln und stürzte. Während sein Reiter sich ernsthaft verletzte, war Dylon im Wesentlichen mit dem Schreck und einigen Blutergüssen davongekommen. Nach zwei Monaten Pause war der Reiter wieder fit, doch dann zog sich das Pferd ein Hufgeschwür zu und musste seinerseits für zwei Monate aussetzen. "Damit war die Sommersaison gelaufen", blickt Brinkmann zurück, "aber wir sind wieder da - auch mental."

In der Wintersaison sind die beiden schon wieder auf Turnieren unterwegs. "Kurzfristig ist der Weltcup nicht zu erreichen, aber langfristig ist das wieder unser Ziel. Wir wollen wieder dahin, wo wir waren. Nach oben haben wir uns keine Grenzen gesetzt", so Brinkmann optimistisch. Und: "Im März hatten wir natürlich noch ganz andere Pläne. Aber wir trainieren hart. Auch der Kontakt zum Bundestrainer ist immer noch da." Von ihm war der Herforder im Februar für den B-Kader nominiert worden. Für 2018 hat Markus Brinkmann die sportlichen Ziele längst abgesteckt: "Ein großes Ziel ist natürlich immer der Nationenpreis. Außerdem möchten wir bei den Deutschen Meisterschafte in Balve wieder angreifen und dann sind wir hoffentlich auch beim CHIO in Aachen dabei."

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