Hoch hinaus: Klaus Brinkmann, Vorsitzender des RV „von Lützow" Herford, zog ins Stechen des abschließenden S***-Springens gestern ein und belegte mit Pikeur Loma Rica Rang vier. Tags zuvor hatte er bei den Amateur-Springreitern sogar die Plätez zwei und drei erreicht. - © Yvonne Gottschlich
Hoch hinaus: Klaus Brinkmann, Vorsitzender des RV „von Lützow" Herford, zog ins Stechen des abschließenden S***-Springens gestern ein und belegte mit Pikeur Loma Rica Rang vier. Tags zuvor hatte er bei den Amateur-Springreitern sogar die Plätez zwei und drei erreicht. | © Yvonne Gottschlich

Herford Beim Großen Preis von Herford macht es Sieger Martin Fink wie Otto Rehhagel

Auch der Vereinsvorsitzende Klaus Brinkmann erreicht das Stechen und belegt Rang vier

Dirk Kröger

Herford. Martin Fink ist 38 Jahre jung und arbeitet als selbständiger Ausbilder in Warendorf. Irgendwie war er bis gestern den meisten Reitsportfreunden in Herford und Umgebung unbekannt. Das aber dürfte sich geändert haben, denn auf „Corona" sicherte sich er sich den Sieg im „Großen Preis von Herford", einer Springprüfung der Klasse S*** mit Stechen. Die Experten kannten Fink natürlich. Vor dem Stechen, in das elf der 43 im Normalumlauf gestarteten Paare einzogen, gab es beispielsweise Wetten im Stall Brinkmann. „Meine Bereiterin Ines Sieveke hat gewonnen", erklärte Wolfgang Brinkmann, dass er sportlich erfolgreiches wie zugleich fachkundiges Personal hat, denn Siveke hatte am Mittwoch gleich drei Siege in Springpferdeprüfungen feiern dürfen (wir berichteten). Turnierleiter Christoph Meyer zu Hartum hatte noch erklärt, Fink sei zum ersten Mal beim Großen Preis in Herford gestartet. Der Reiter widersprach: „Ich war hier schon mehrfach platziert", erklärte er. Fünf der elf zum Stechen angetretenen Paare – genau so viele übrigens wurden platziert – blieben fehlerfrei. Fink, als Sechster in den Parcours gegangen, war der Schnellste. Vor ihm waren schon Steffen Eikenkötter und Klaus Brinkmann, der Vorsitzende des gastgebenden RV „von Lützow", ohne Fehlerpunkte geblieben. Für die vielen Zuschauer sah es so aus, als wollte Fink von Beginn an auf Zeit gehen, er gab richtig Gas, ritt die kürzesten Wege und hatte am Ende auch immerhin sieben zehntel Sekunden Vorsprung vor der Zweitplatzierten Lena Pollmann-Schweckhorst auf „Gina". Aber: „Das war kein Alles oder Nichts", erklärte der Sieger, „das war eher kontrollierte Offensive". Die übrigens führte einst Fußballtrainer Otto Rehhagel zumindest verbal ein, womit deutlich sein dürfte, dass Fink sich durchaus auch für andere Sportarten interessiert. Der Sieg in Herford lohnte sich für den Mann aus Warendorf – immerhin 1.250 Euro gab es dafür. „Das ist ein Traumturnier hier, die Familie Meyer zu Hartum hat alles im Griff. Da nehme ich gern den Weg von Warendorf auf mich", erklärte er nach der Siegerehrung. An der durfte bekanntlich auch Klaus Brinkmann teilnehmen, der mit „Pikeur Loma Rica" im Stechen ebenfalls fehlerfrei geblieben war und die viertbeste Zeit erzielte. Auch dafür gab es (etwas) Geld, aber für den Vorsitzenden des RV „von Lützow" waren möglicherweise seine Erfolge tags zuvor wichtiger, denn in der Qualifikationsprüfung zum Finale der Deutschen Amateur-Springreiter-Trophy, einem S*-Springen, belegte er hinter Janina Griese auf „Pikeur Loma Rica" und „Semper" die Ränge zwei und drei. Damit ist Brinkmann seinem Ziel, nämlich beim Finale im September in Paderborn dabei sein zu dürfen, ein gutes Stück näher gekommen. Allerdings stand jetzt in Herford gerade erst die vierte von insgesamt zwölf Qualifikationsprüfungen an. „Ich muss jetzt so auf Platz fünf oder sechs liegen", rechnete er hoch. Das Wetter machte dem Veranstalter des Turniers nur bedingt zu schaffen. Während es beispielsweise gestern Vormittag fast überall im Kreis blitzte und donnerte, machte das Gewitter einen Bogen um den Hof Meyer zu Hartum. Es regnete – mehr nicht. Und der Regen tat dem Sandplatz an der Bielefelder Straße sogar gut. Am Tag zuvor dagegen machte die Hitze Reitern und Pferden zu schaffen. „Deswegen haben wir auch das S*-Springen ohne Stechen ausgetragen", berichtete Christoph Meyer zu Hartum, der dennoch einen sehr schnell gerittenen Wettbewerb sah. In dem sicherte sich die ehemalige Herforderin Miriam Schneider, die einst auf dem Hof Meyer zu Bexten beheimatet war und jetzt für den RV Kastanienhof reitet, einen Doppelsieg, auf Platz drei landete die Russin Maria Madenova. „Da lagen viele attraktive junge Damen vorn", freute sich Meyer zu Hartum. Ein weiteres S*-Springen gab es für Reiter unter 25 Jahren am Samstag, das als Sichtungsprüfung für Junioren und Junge Reiter für die Westalen- und Deutsche Meisterschaft diente und deswegen auch von Landestrainer Lutz Gössing beobachtet wurde. Sage und schreibe 75 Starts gab es in dieser eher ungewöhnlichen Prüfung, die es in dieser Form aber auch auf internationaler Ebene gibt. „Und diese jungen Reiter sind alle exzellent beritten", erkannte der Turnierleiter Talente auf und unter dem Sattel. Alle Ergebnisse des Turniers gibt es im Internet: www.reiterverein-herford.de

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