Da war die Welt noch in Ordnung: Markus Brinkmann startete Ende März noch mit Pikeur Dylon beim Weltcup-Finale in den USA. Jetzt ist er erst einmal zu einer Pause gezwungen. - © dpa
Da war die Welt noch in Ordnung: Markus Brinkmann startete Ende März noch mit Pikeur Dylon beim Weltcup-Finale in den USA. Jetzt ist er erst einmal zu einer Pause gezwungen. | © dpa

Herford Springreiter Markus Brinkmann 
verletzt sich bei Sturz schwer

Herforder Sportler zieht sich in Hagen schwere Verletzungen zu

Dirk Kröger

Herford. Markus Brinkmann, erfolgreicher Springreiter des RV „von Lützow" Herford, wird das Jahr 2017 sicher nicht so schnell vergessen. Zunächst qualifizierte er sich für das Finale des Weltcups, dann warf ihn ein Sturz weit zurück. Beim ersten Außenturnier der Saison in Hagen war es, wo es den 36-Jährigen erwischte. Er machte sich mit seinem Spitzenpferd Pikeur Dylon auf dem Abreiteplatz warm, als sein Vierbeiner an einem Hindernis ins Straucheln kam und stürzte. „Und so ist das nun mal beim Reiten: Wenn das Pferd stürzt, trifft es auch den Reiter", sagt Brinkmann, der sich rechtsseitig einen Ellenbogenbruch zuzog, dazu noch einen Halswirbelbruch und eine Bänderverletzung an der Halswirbelsäule. „Mein Pferd hat sich nur ein paar Blutergüsse zugezogen", entdeckte Brinkmann aber noch Positives. Unklar war zunächst, ob die Verletzungen des Springreiters operiert werden müssen. Aber es wurde auf chirurgische Eingriffe verzichtet, dafür trug Markus Brinkmann zunächst einen immensen Gipsverband, der von der Schulter bis zu den Fingern reichte, außerdem eine enorme Halskrause. „Da war ich nicht so beweglich", untertreibt er ein wenig. Aber: Nach eigener Meinung ging es jeden Tag wieder bergauf, nur eine Woche nach dem Sturz nahm der Sportler seine berufliche Tätigkeit wieder auf. »So ganz risikolos 
ist unser Sport 
auch nicht!« Auf dem Rücken von Pikeur Dylon wird Brinkmann nicht so schnell wieder sitzen. „Ich habe sechs bis zehn Wochen Pause verordnet bekommen", berichtet er, „und ich werde jetzt so lange wie nötig pausieren, aber gleichzeitig so früh wie möglich wieder anfangen." Die verletzungsbedingte Pause bedeutet für Markus Brinkmann auch sportliche Rückschläge, denn er war unter anderem für den Nationenpreis in Frankreich nominiert. Natürlich war ein Start nicht möglich. Gleiches gilt nächste Woche für das Hamburger Derby und für die Deutsche Meisterschaft in drei Wochen in Balve. Der Herforder Erfolgsreiter aber hat schon ein Ziel vor Augen: „Ich möchte Mitte Juli beim CHIO in Aachen wieder dabei sein!", hofft er. Irgendwie scheinen den Reiter die eigenen alles andere als leichten Verletzungen nicht so sehr zu interessieren wie das Wohlergehen seines Pferdes. „Dylon musste natürlich auch eine Pause machen, aber er ist zuletzt schon wieder von der Pferdepflegerin longiert worden", freut er sich, dass sein Partner keine Langzeitschäden davon getragen hat. Und jetzt soll das Brinkmannsche Spitzenpferd auch wieder geritten werden. Da ist es ja gut, dass es in der Familie auch andere Menschen gibt, die so etwas können: „Mein Vater wird das übernehmen", berichtet Brinkmann junior. Wolfgang, der Senior, war bekanntlich 1988 in Seoul sogar Olympia-Sieger mit der deutschen Springreiter-Mannschaft. Er wird Pikeur Dylon sicher so vorbereiten, dass ihn sein Sohn bald – und vor allem in Aachen – wieder satteln können wird. „So ganz risikolos ist unser Sport auch nicht!", fasst Brinkmann junior seine Eindrücke zusammen. Widersprechen wird ihm da sicherlich niemand wollen.

realisiert durch evolver group