In Schweden erfolgreich: Markus Brinkmann belegte mit Pikeur Dylon beim Weltcup-Springen in Göteborg Platz neun. Damit hat er sich für das anstehende Finale in den USA qualifiziert. - © dpa
In Schweden erfolgreich: Markus Brinkmann belegte mit Pikeur Dylon beim Weltcup-Springen in Göteborg Platz neun. Damit hat er sich für das anstehende Finale in den USA qualifiziert. | © dpa

Herford Herforder Springreiter qualifiziert sich für das Weltcup-Finale

Markus Brinkmann darf mit Pikeur Dylon in die USA reisen

Dirk Kröger

Herford. "Damit habe ich vor ein, zwei Jahren bestimmt nicht gerechnet", sagt Markus Brinkmann, Springreiter des RV "von Lützow" Herford. Damit - das ist der größte Erfolg in der Karriere des 36-jährigen Amateurs, denn der Herforder hat sich mit seinem zehnjährigen Holsteiner Pikeur Dylon für das Weltcup-Finale vom 27. März bis 2. April im amerikanischen Omaha qualifiziert. "Wir haben uns in den letzten drei Jahren als Team gefestigt", erklärt Brinkmann den sich schon im Vorjahr abzeichnenden sportlichen Aufschwung, der nun seinen Höhepunkt erreicht. Weltcup-Direktor John Roche erklärte, dass der Herforder einen der beiden Nachrückerplätze für das Finale in den USA erhält. Brinkmann ist damit der fünfte deutsche Reiter mit Startberechtigung. Zuvor hatten sich Ludger Beerbaum, Marcus Ehning, Guido Klatte und Holger Wulschner qualifiziert. Beim Weltcup-Finale erhalten die besten 18 Reiter der Westeuropa-Liga einen Startplatz. Brinkmann lag nach der letzten Westeuropa-Station am vergangenen Sonntag in Göteborg auf Rang 19 und rückt nun ebenso nach wie der auf Platz 20 liegende Niederländer Maikel van der Vleuten. Das Finale verpassten hingegen die ehemaligen Weltcup-Sieger Christian Ahlmann und Daniel Deußer. Vor ein, zwei Jahren, als Brinkmann noch nicht mit einem derartigen Erfolg gerechnet hatte, war er mit Pikeur Dylon noch im Ausbildungsstadium. "Inzwischen können wir beständig auf hohem Niveau in der Weltklasse mitmischen", weiß er um die eigene Klasse und fügt an: "Die Leistungsgrenze ist noch nicht erkennbar." Eine weitere Steigerung hält der Unternehmer also für durchaus möglich, über den Einstieg ins Profigeschäft allerdings will er nicht nachdenken. Allerdings weiß das Aushängeschild des Herforder Reitsports auch, dass Rückschläge genau so gut möglich sind. "Unser Sport ist sehr schnelllebig", sagt er. Aber natürlich hofft Brinkmann, dass es noch etwas weiter nach vorn geht. "Da müssen aber die Gesundheit und die Entwicklungsschritte beim Pferd auch passen", weiß er. Natürlich hat Markus Brinkmann ein großes Vorbild: Sein Vater Wolfgang gewann 1988 - ebenfalls als Amateur startend - bei den Olympischen Spielen in Seoul mit der deutschen Springreiter-Equipe die Goldmedaille. "Ich denke aber nicht an Olympia - das ist noch sehr weit entfernt", sagt er. Bis gestern war lange offen, ob der Herforder überhaupt am Weltcup-Finale teilnehmen wird. "Das ist eine schwierige Entscheidung, wegen der Belastung für das Pferd. Ich weiß noch nicht, ob es der ideale Weg für Dylon ist", erklärte er. Der Zehnjährige übrigens wird bei der anstehenden USA-Reise zum ersten Mal einen Flug absolvieren. Und auch Markus Brinkmann wird persönliches Neuland betreten: "Ich bin schon ziemlich viel herumgekommen, aber in den USA war ich noch nicht", erklärte er. Am Abend fiel dann die Entscheidung: "Wir fliegen!", berichtete der Sportler hoffnungsfroh.

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