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Beide Hände am Korbring: Für den 15-jährigen Luke Westerwelle ist ein Dunking kein Problem. Kein Wunder, bei einer Körpergröße von 2,05 Meter. Der Herforder wechselt ins Internat. - © Yvonne Gottschlich
Beide Hände am Korbring: Für den 15-jährigen Luke Westerwelle ist ein Dunking kein Problem. Kein Wunder, bei einer Körpergröße von 2,05 Meter. Der Herforder wechselt ins Internat. | © Yvonne Gottschlich

Herford Herforder Basketballer Luke Westerwelle geht in einem Bundesliga-Internat zur Schule

Er bekommt die Chance in der Nähe von Bonn für eine Bundesliga-Nachwuchsmannschaft zu spielen

Yvonne Gottschlich
26.08.2016 | Stand 25.08.2016, 22:03 Uhr

Herford. Nach nur einem Jahr bei der Basketballgemeinschaft (BBG) Herford ist für den 15-jährigen Luke Westerwelle schon wieder Schluss. Er verlässt die Herforder und geht ins Internat Schloß Hagerhof bei Bonn. Der 2,05 Meter Blondschopf hatte im Sommer zwei vom Internat ausgerichtete Trainingscamps in Paderborn und Bad Honnef absolviert. „Dann kam das Angebot, dass ich ins Internat wechseln und in der Jugend-Bundesligamannschaft der SG Bonn/ Rhöndorf spielen kann", erzählt Luke Westerwelle. Die SG Bonn/Rhöndorf ist eine vom Bundesligisten Telekom Baskets Bonn und Zweitligisten Soba Dragons Rhöndorf ins Leben gerufene Spielgemeinschaft, die in der Division Nordwest der U19 NBBL Nachwuchs-Basketball-Bundesliga spielt. Luke Westerwelle wirkt mit seinen 15 Jahren abgeklärt und cool. Er weiß, was er will. „Wer weiß, ob ich so ein Angebot noch einmal bekommen hätte", sagt er, „das ist eine große Chance für mich." Der Schüler des Herforder Königin-Mathilde-Gymnasiums (KMG) hätte von der U16 der BBG auch in die ostwestfälische Basketball-Hochburg Paderborn wechseln können. „Mit dem Weg von Herford nach Paderborn und zurück hätte ich fünf Stunden fürs Training einplanen müssen", berichtet er. Das hatte er für sich schon akzeptiert, doch dann kam das Angebot vom Basketball-Internat Schloß Hagerhof. „Das Paket in Bad Honnef war einfach besser. Dort ist alles auf den Sport ausgerichtet, wir haben kurze Wege und können schon vor der Schule trainieren", sagt Luke Westerwelle. „Die Herforder haben uns bei dieser Entscheidung großartig unterstützt. Die beiden Trainer Yannis Wiele und Markus Röwenstrunk haben uns super Tipps gegeben", bedankt sich Mutter Marion Westerwelle ausdrücklich bei der BBG. „Uns ist die Ausbildung der Spieler wichtig", betont Yannis Wiele, „es ist super, dass Luke diese Möglichkeit nutzt. Bonn hat viel Tradition und diese Chance bekommt nicht jeder." Und Vater Jens Westerwelle ergänzt: „Wir haben das anfangs gar nicht so für voll genommen, dass Luke so ein Talent sein soll. Als es aber hieß, wir sollten uns mal alle zusammen setzten und über das Internat reden, wurde es schon sehr konkret." Die BBG-Trainer haben Luke trainiert und ihn gefördert: „Ich durfte mit Phil Humke trainieren, der mir noch einige Tipps mitgegeben hat", erzählt der lange Schlaks. Als seine Stärken nennt er seinen Ehrgeiz. „Außerdem bin ich mental immer voll dabei und lerne relativ schnell", erzählt er. Bei der BBG war der Power Forward aber nicht nur sportlich wichtig. „Weil ich immer beim Training war, war ich für die Bälle der Mannschaft zuständig.", sagt der 15-Jährige. Besonders klasse fand er die Reise zum Turnier nach Berlin: „Das hat uns als Team richtig zusammengeschweißt." In Erinnerung bleibt ihm auch das Auswärtsspiel der BBG-U16 in Recklinghausen: „Da waren wir nur zu fünft und haben noch auf dem Parkplatz überlegt, ob wir überhaupt losfahren sollen. Aber genau diese Tour hat uns als Team stark gemacht", berichtet er vom großen Zusammenhalt der Mannschaft. Luke spielte für die BBG in der U16-Regionalliga und hatte auch Einsatzzeiten in der U18-Regionalliga. Als Vorbilder nennt er die beiden NBA-Profis Kevin Durant von den Golden State Warriors und LeBron James von den Cleveland Cavaliers. Jetzt folgt also bald der neue Lebensabschnitt in Bad Honnef bei Bonn. „Mein Traum ist es natürlich Basketballprofi zu werden, aber im Internat habe ich auch eine gute schulische Ausbildung und damit eine gute Perspektive", sagt Luke, der meist die Rückennummer 15 trägt. „Das war für uns ein wichtiger Punkt", betont Mama Westerwelle, „Luke soll sich sportlich bestmöglich entwickeln, aber auch die Schule darf nicht zu kurz kommen. Das KMG hat uns auf diesem Weg bisher auch sehr gut unterstützt." Vor dem täglichen Training im Internat ist Westerwelle nicht bange: „Das kenne ich ja aus Herford schon. Dreimal in der Woche mit der U16, dazu einmal mit der U18 und dann das Extratraining mit Phil Humke", sagt er und grinst. Und dann erzählt er noch, wie er überhaupt zum Basketball gekommen ist: „Ich habe alles ausprobiert: Handball, Fußball, Schwimmen, Tischtennis. Beim Fußball brauchte ich dann neue Schuhe, aber in Größe 51 gab es nichts für mich", berichtet er. Dann bekam er den Tipp, es wegen seiner Körpergröße mal mit dem Basketball zu versuchen. Ein Anruf bei der BBG, ein Training und schon war er mit vollem Elan dabei. „Und beim Basketball gibt es auch die passende Schuhgröße für mich", sagt Luke und grinst schon wieder.

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