SC Herford in der 2. Liga 1977/78: Peter Enders steht in der Mitte ganz rechts neben Betreuer Harald Vieregge. Die weiteren Spieler (h.v.l.) Joachim Dzieciol, Thomas Körber, Bodo Daus, Gerd Geisler, Herbert Bittner, Heinz Knüwe, Jürgen Heddinghaus, Karl-Friedrich Stremming, Manfred Balcerzak; (Mitte v.l.) Norbert Hodeige, Trainer Otmar Calder, Uwe Pallaks, Jürgen Fleer, Bernd Laube, Manfred Wehmeier, Dieter Suchanek; (v.v.l.) Rolf Siekmann, Michael Stork, Klaus-Dieter Derow, Wolfgang Flüshöh. - © NW
SC Herford in der 2. Liga 1977/78: Peter Enders steht in der Mitte ganz rechts neben Betreuer Harald Vieregge. Die weiteren Spieler (h.v.l.) Joachim Dzieciol, Thomas Körber, Bodo Daus, Gerd Geisler, Herbert Bittner, Heinz Knüwe, Jürgen Heddinghaus, Karl-Friedrich Stremming, Manfred Balcerzak; (Mitte v.l.) Norbert Hodeige, Trainer Otmar Calder, Uwe Pallaks, Jürgen Fleer, Bernd Laube, Manfred Wehmeier, Dieter Suchanek; (v.v.l.) Rolf Siekmann, Michael Stork, Klaus-Dieter Derow, Wolfgang Flüshöh. | © NW

Herford Biographie des Herforder Ex-Profifußballers Peter Enders vorgestellt

Der Vlothoer Sportjournalist Hans-Ulrich Krause hat ein 120-Seiten-Werk über den in Herford lebenden Ex-Profi, Amateurkicker und Trainer vorgestellt

Ulrich Finkemeyer

Herford. Von Spree-Athen nach Südafrika, von Kickers Offenbach zum Zweitligisten SC Herford, über San Francisco und Hannover zurück in die ostwestfälische Fußballprovinz: Der Vlothoer Sportjournalist Hans-Ulrich Krause hat die wechselvolle Karriere des Profifußballers, Amateurspielers und Fußballtrainers Peter Enders akribisch nachgezeichnet. In 14 jeweils dreistündigen Gesprächen zwischen Krause und dem inzwischen 67-jährigen Enders in dessen Herforder Haus am Hochsiek, nahe des Hotels Waldesrand, entstand ein umfangreiches Manuskript, das der im Unruhestand befindliche Sportjournalist Krause mit Hilfe eines Kalletaler Druckers layouten und schließlich eine Handvoll Buchexemplare als "Privatdruck" (Krause) erstellen ließ. Für eine größere Auflage wird noch ein Verlag gesucht. Krauses Biographie von Peter Enders mit dem Titel "Bundesliga-Skandalsünder und Meister von Südafrika. Die ungewöhnliche Laufbahn des Berliner Fußballprofis Peter Enders" umfasst insgesamt 120 DIN-A4-Seiten mit 23 Kapiteln und mehr als 190 Fotos. In ihr wird vom Autor der Bogen von den Anfängen in Berlin - Enders ist Jugend-Rekordauswahlspieler Westberlins, dann 1968 als 19-Jähriger Stammspieler beim Bundesligisten Hertha BSC - über den halben Globus von Südafrika, Süddeutschland nach Ostwestfalen und San Francisco und wieder zurück nach OWL geschlagen.Dabei geht es nicht nur um Fußball. Anekdoten und besondere Begegnungen und Ereignisse werden immer wieder eingestreut, so dass das "Jahreswerk" (Krause) auch vergnüglich zu lesen ist. So lassen Peter Enders und Hans-Ulrich Krause in ihren Gesprächen (und natürlich auch im Buch) auch den Bundesliga-Bestechungsskandal von 1970/71 nicht aus. Die "alte Dame" Hertha ist um 1970 die dritte Kraft in (West-) Deutschland nach Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Skurril mutete die Szenerie im voll besetzten Berliner Olympiastadion beim Spiel zwischen Hertha BSC und Arminia Bielefeld am 5. Juli 1971 an. "Zwei Geldkofferträger, einer aus Bielefeld, ein anderer aus Offenbach, saßen auf der Tribüne", erzählt Peter Enders bei der Buchvorstellung vergnüglich. Der Bielefelder wollte einen Gästesieg pushen, der Offenbacher einen Hertha-Sieg. "Wir Spieler haben geahnt, dass da etwas läuft. Dennoch haben wir nicht absichtlich 0:1 verloren", sagt der Studienrat im Ruhestand heute. Schließlich stand der Bielefelder Geldkoffer in der Berliner Kabine. Peter Enders ging am Ende des Tages mit 15.000 Mark in der Tasche nach Hause. "Das wurde uns vom DFB-Sportgericht angekreidet. Eine Spielmanipulation konnte uns aber nicht nachgewiesen werden", so der Ex-Fußballprofi. Die Hertha-Spieler wurden für deutsche Vereine gesperrt. Allein neun Herthaner fanden sich 1972 in südafrikanischen Klubs wieder. So kam es, dass der 23-jährige Peter Enders südafrikanischer Meister mit Durban City wurde. Auch danach ging Enders Fußball-Reise weiter, sie endete in den Jahren 1981 bis 1984 beim SuS Winterberg in Vlotho. Biograph Hans-Ulrich Krause schlägt in seinem Buch einen großen Bogen vom SV Athen-Berlin, Enders erstem Verein, bis zu seinem letzten Klub als Fußballer. Danach beschreibt er seine Trainerkarriere und auch Privates lässt er nicht aus. Der Weg zur Biographie von Peter Enders Der Vlothoer Sportjournalist Hans-Ulrich Krause und Ex-Fußballprofi Peter Enders haben sich kennen und schätzen gelernt, als Enders als Spieler und Trainer des SuS Winterberg, einem der Vorläufervereine des SC Vlotho, tätig war. Vor gut zwei Jahren begann Krause mit den Planungen eines Buchprojekts über die wechselvolle Karriere des gebürtigen Berliners, der unter anderem bei Hertha BSC und Kickers Offenbach in der Bundesliga (138 Ligaspiele), SC Herford (27 Spiele in der 2. Bundesliga 1976/77 und 1977/78) sowie in Südafrika und den USA spielte. Der seit langem in Herford lebende, mittlerweile 67-jährige Ex-Profi und Studienrat im Ruhestand setzte sich auf Anregung Krauses mit seiner wechselvollen und langen Karriere als Fußballer und Fußballtrainer in vielen gemeinsamen Sitzungen auseinander. Heraus kam eine 120 Seiten starke, lupenreine Biographie über Peter Enders im DIN A4-Format. Noch gibt es für die Biographie keinen Verlag. Weitere Informationen gibt’s bei Hans-Ulrich Krause unter der Telefonnummer (05755) 364.

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