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Freud und Leid dicht beieinander: Die Paderborner bejubeln ihren Einzug in die zweite Pokalrunde, im Vordergrund der geschlagene Rödinghausener Torwart Niclas Heimann. - © picture alliance/dpa
Freud und Leid dicht beieinander: Die Paderborner bejubeln ihren Einzug in die zweite Pokalrunde, im Vordergrund der geschlagene Rödinghausener Torwart Niclas Heimann. | © picture alliance/dpa

SC Paderborn SC Paderborn siegt gegen Rödinghausen erst im Elfmeterschießen

Der Bundesligist lässt sich einen Zwei-Tore-Vorsprung gleich doppelt aus der Hand nehmen

Birger Berbüsse
11.08.2019 | Stand 12.08.2019, 13:23 Uhr
Kevin Bublitz

Frank Beineke

Paderborn/Rödinghausen. Der SC Paderborn hat die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Allerdings musste der Erstliga-Aufsteiger dabei eine Extraschicht einlegen, denn der SCP benötigte am Sonntagnachmittag 120 Minuten plus Elfmeterschießen, um den bärenstarken Regionalligisten SV Rödinghausen in die Knie zu zwingen. Nachdem es vor 2.236 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Häcker-Wiehenstadion nach der Verlängerung 3:3 gestanden hatte, avancierte SCP-Neuzugang Jannik Huth zum Pokalhelden. Der aus Mainz verpflichtete Torwart hielt die Elfmeter von Lars Lokotsch und Tobias Steffen und sorgte somit für einen Paderborner 7:5-Erfolg nach Elfmterschießen. "Wir sind weiter. Das zählt." "Das war heute DFB-Pokal, wie er leibt und lebt. Wir wissen, dass wir nicht alles richtig gemacht haben. Aber wir sind weiter. Das zählt", resümierte SCP-Innenverteidiger Uwe Hünemeier. Die Paderborner Anfangsformation hatte keine Überraschungen zu bieten. Chefcoach Baumgart schickte die erwartete Startelf aufs Feld. Die Afrika-Cup-Teilnehmer Mohamed Dräger und Jamilu Collins nahmen ebenso wie der zuletzt immer wieder verletzte Stürmer Sven Michel auf der Bank Platz. Die Neuzugänge Jan-Luca Rumpf, Johannes Dörfler und Marcel Hilßner standen ebenso wie Tobias Schwede und Babacar Gueye nicht im 20er-Kader. Die elf Paderborner Auserwählten machten ihre Sache zunächst recht gut. Der Erstligist ging konzentriert zu Werke und hatte auch die ersten beiden nennenswerten Chancen der Partie. Ben Zolinski (6.) und Christopher Antwi-Adjei (8.) kamen jeweils nach einem langen Ball von Christian Strohdiek zum Abschluss. In der 17. Minute gab's dann eine hundertprozentige Torgelegenheit für den SCP. Nach einem feinen Spielzug über Klaus Gjasula und Streli Mamba stand Antwi-Adjei frei vor SVR-Torwart Niclas Heimann, doch sein Lupfer schrammte am rechten Pfosten vorbei. Zehnminütige Tiefschlafphase Anschließend aber leisteten sich die Paderborner eine knapp zehnminütige Tiefschlafphase. Schon 30 Sekunden nach der besagten Antwi-Adjei-Chance hätte Christian Derflinger das 1:0 machen müssen, doch Rödinghausens äußerst agiler Flügelflitzer hatte Pech, denn sein Schuss prallte vom Innenpfosten zurück ins Feld. SCP-Rechtsverteidiger Laurent Jans hatte in dieser Szene nicht gut ausgesehen und war auch vier Minuten später nicht auf dem Posten. Diesmal verlor er das Duell gegen Angelo Langer, der flach nach innen passte. Dort kam Simon Engelmann frei zum Abschluss, doch Rödinghausens Stoßstürmer zielte genau auf SCP-Torwart Jannik Huth (22.). Keine 120 Sekunden später vergab Engelmann nach Derflinger-Vorarbeit die nächste dicke Chance.Paderborn konnte heilfroh sein, dass es weiter 0:0 stand und ging dann doch in Führung. Ungeahnte Freistoßqualitäten Innenverteidiger Uwe Hünemeier stellte dabei ungeahnte Freistoßqualitäten unter Beweis. Der Routinier traf in Minute mit einem sehenswerten Schlenzer aus knapp 25 Metern. Und während Engelmann auf der Gegenseite auch seine dritte Chance vergeben sollte (34.), schlug der SCP noch einmal eiskalt zu. Nach einem Doppelpass mit Ben Zolinski bugsierte Antwi-Adjei den Ball an die Unterkante der Latte. Und von dort sprang das Spielgerät zum 0:2 (43.) hinter die Torlinie. Nach der Pause bewiesen dann die Hausherren, dass auch sie enorm effektiv sein können. Aus drei guten Chancen machte Rödinghausen drei Tore. Zunächst verkürzte Engelmann nach Vorarbeit von Langer auf 1:2 (53.), indem er den grätschenden Strohdiek mit einem feinen Trick aussteigen ließ. Dann aber hatten die Paderborner die Partie zunächst gut im Griff. Hünemeier köpfte eine Antwi-Adjei-Ecke an die Latte (70.). Anschließend düpierte Mamba seinen Gegenspieler Julian Wolff mit einem sehenswerten Hackentrick, um zum 1:3 (73.) einzuschieben. Die Entscheidung? Aus 1:3 wird 3:3 Denkste!Rödinghausen hatte ja noch seinen Edeljoker Lars Lokotsch. Der Winterneuzugang aus Herkenrath köpfte zunächst eine Derflinger-Ecke zum 2:3 (79.) ein. Dann traf er nach einer Derflinger-Flanke erneut per Kopf zum 3:3 (85.). Und so ging es in die Verlängerung, in der Paderborn die bessere Mannschaft war. Gjasula (92.), Michel (94.), Hünemeier (105.) und Shelton (117.) hatten die Chancen, um den Gästen das Nervenspiel Elfmeterschießen zu ersparen. Doch es blieb beim 3:3. Im Elfmeterschießen behielt schließlich der Favorit die Oberhand. Hünemeier, Gjasula, Collins und Souza trafen für den SCP. Huth hielt unterdessen gegen Lokotsch und Steffen, so dass die Entscheidung schon nach den vierten Schützen gefallen war. Das sagen die Trainer "Es war ein sehr gutes Spiel von uns", urteilte Rödinghausens Trainer Enrico Maaßen. Und auch Paderborns Coach Steffen Baumgart war trotz der Tatsache, dass seine Mannschaft einen 2:0- und 3:1-Vorsprung bei einem Viertligisten verspielte, nicht unzufrieden. "Die Jungs haben Gas gegeben. Entscheidend war, dass wir immer drangeblieben sind", erklärte Baumgart, dessen Team nun am 29. oder 30. Oktober in der zweiten Pokalrunde ran darf. Die Auslosung erfolgt am kommenden Sonntag, 18. August, in der ARD-Sportschau. Der Ticker zum Nachlesen:

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