Kreis Herford Rödinghauser Handballer jubeln nach Derbysieg

Bünde-Dünne bleibt gegen Wehe chancenlos

Björn Kenter
Ulrich Finkemeyer

Kreis Herford. Einen Auftakt nach Maß hatte Handball-Verbandsligist CVJM Rödinghausen mit dem 42:23-Kantersieg über den Kreisrivalen HSG Spradow. Während der CVJM gleich die Verbandsliga-Spitze erklomm, ziert Verlierer Spradow das Tabellenende. Landesligist SG Bünde-Dünne unterlag im Auftaktspiel dem TuS SW Wehe deutlich mit 22:31. Verbandsliga: Nach dem Abpfiff des Duells zwischen dem CVJM Rödinghausen und der HSG Spradow wurden Spielfeld und Tribüne in zwei emotionsgeladene Hälften geteilt. In der einen bejubelten Trainer Pascal Vette und seine Mannschaft den 42:23-Derbysieg intensiv, zusammen mit genau der Hälfte der Zuschauer. Im der hinteren Hallehälfte sammelten enttäuschte Spradower Spieler stumm ihre Sportsachen ein und verschwanden aus den Augen ihrer versteinerten Fans - wie auch ihr Trainer Markus Hochhaus. Der musste sich erst einmal sammeln, bevor er ein Statement abgeben konnte. Mit "Katastrophe" bezeichnete Hochhaus die "indiskutable Leistung" seiner Mannschaft. Während der CVJM für den Spradower Trainer "gut spielte", fand nach seinen Worten sein Team zu keinem Zeitpunkt ins Spiel. Auch nicht, als Hochhaus in der 14. Minute beim Stand von 10:3 für Gastgeber Rödinghausen die Spieler zur ersten Krisensitzung zusammenrief. Denn gleich nach der Gäste-Auszeit hatte der bestens disponierte Jan-Hendrik Koch im Tor des CVJM keine Mühe mit Daniel Danowskys Wurfversuch; er schickte Lukas Zwaka sogleich auf die Reise zum 11:3. Und weiterhin auch Marvin Stender, der bis zum 22:7-Halbzeitstand den versteinerten Sören Halstenberg im Tor der HSG mit insgesamt sieben variantenreichen Würfen vor unlösbare Aufgaben stellte. Die HSG Spradow machte es dem nach Wiedergutmachung der vorangegangenen zwei Derby-Niederlagen strebenden CVJM aber auch sehr leicht. Faktisch ohne Abwehr spielend, mit behäbigen, nicht immer durchdachten Angriffsaktionen konnte Spradow dieses Mal keinen Blumentopf gewinnen. Mit "Ich habe meine Schlüsse gezogen", schloss Hochhaus seine Ausführungen zum "schlechten Spiel" seiner Mannschaft. Das müsse "abgehakt" werden, damit die "Konzentration" auf das Spiel gegen Porta gelegt werden könne. "Mal bist du Baum, mal bist du Hund. Wir sind heute wieder Hund", kommentierte ein erstaunlich gelassener Pascal Vette den Kantersieg. "Wir haben gewonnen - mehr nicht", stellte er lakonisch fest. Da war ihm wohl nach dem Abpfiff der guten Gütersloher Schiedsrichter Oliver Kupper und Marcel Machill sein lang anhaltender Siegesjubel zu sehr auf die Stimme gegangen. Vette: "Was dieser Sieg wert ist, werden wir Samstag in Ahlen sehen". Landesliga: Die vergangene Saison in der Landesliga schlossen die SG Bünde-Dünne und SW Wehe punktgleich ab. Davon war am Samstag bei der deutlichen 22:31-Niederlage der SGBD aber wenig zu sehen. Der Dominanz der Gäste hatte eine personell schwer gebeutelte SGBD kaum etwas entgegen zu setzen. Auch das junge Unparteiischen-Gespann machte sich bei den Hausherren mit seinen Entscheidungen keine Freunde. "Die waren sehr verunsichert, was bei dem klaren Spielstand verwundert", befand Trainer Dennis Eichhorn. Während Tom-Niklas Koch am kommenden Wochenende urlaubsbedingt noch fehlt, steht mit Dennis Peter ein weiterer Rückraumschütze wieder zur Verfügung.

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