Auch Spitzensportler suchen Rat: Der international erfolgreiche Thaiboxer Marcel Niebur (Mitte) aus Herford lässt sich von René Kagels (r.) und Marko Matovic (l.) im Athletikbereich Tipps geben. - © Thomas Vogelsang
Auch Spitzensportler suchen Rat: Der international erfolgreiche Thaiboxer Marcel Niebur (Mitte) aus Herford lässt sich von René Kagels (r.) und Marko Matovic (l.) im Athletikbereich Tipps geben. | © Thomas Vogelsang

Kreis Herford Besondere Auszeichnung für Herforder Trainer

Gesundheitssport: René Kagels, Trainer des Fußball-A-Kreisligisten TuS Hücker-Aschen, hat sich vor fünf Jahren als Personal-Trainer selbstständig gemacht. Nun holte er in diesem Bereich einen wertvollen Preis

Thomas Vogelsang

Kreis Herford. Als Fußballer ist René Kagels im Kreis Herford eine bekannte Größe. Viele Jahre bereitete das Kraftpaket mit seiner Kampfstärke den gegnerischen Spielern in den oberen Amateurklassen Probleme. Unter anderem trug er in der Westfalenliga das Trikot des SV Rödinghausen und des SC Herford, zwischenzeitlich gab es auch einen sechsmonatigen Abstecher in die Oberliga zum FC Gütersloh. Heute widmet sich der inzwischen 31-Jährige Herforder anderen Zielen. Beim A-Kreisligisten TuS Hücker-Aschen hat er in dieser Saison seine erste Station als Fußballtrainer angetreten. Auch hauptberuflich hat René Kagels einen solchen Weg eingeschlagen. Als Gesundheitscoach und Personal-Trainer betreibt er in seiner Heimatstadt das Studio "Willenskraft" und hat vor einigen Monaten in diesem Bereich eine besondere Auszeichnung errungen. Denn er gewann in der Kategorie Newcomer den Neos Award,. Dies ist die wertvollste Auszeichnung in der Branche Personal Training, die alle zwei Jahre im deutschsprachigen Raum Europas (Österreich, Deutschland, Schweiz) vergeben wird. »Ich habe schnell gemerkt, dass ich mich in einem Büro nicht wirklich wohl fühle« Dass es Kagels Spaß macht, in diesem Bereich zu arbeiten, bemerkte er bereits im Alter von 13 Jahren. "Damals habe ich einen Freund, der ein paar Pfunde verlieren wollte, regelmäßig durch den Wald gejagt", berichtet er lachend. Zunächst aber orientierte er sich beruflich anders, nach dem Abitur folgten Ausbildungen als Zahntechniker und Industriekaufmann. "Ich habe aber schnell gemerkt, dass ich mich in einem Büro nicht wirklich wohl fühle. Also habe ich gesagt: Du musst das machen, was du liebst." So begann er vor rund fünf Jahren als Personal-Trainer, anfangs auch vom persönlichen Umfeld mit Skepsis beäugt. "Ich bin ganz klein angefangen, quasi mit einem Fahrrad und einem Medizinball", sagt Kagels. Doch er arbeitete an sich selbst durch den stetigen Erwerb von Trainerlizenzen und auch an der Expansion seines kleinen Gewerbes. Und das wurde größer. Irgendwann gestaltete er mit seinem Vater den Hauskeller zu einem Studio um. "Wir haben dort alles selbst aufgebaut und finanziert", sagt er nicht ohne einen gewissen Stolz. Die Mühe aber lohnte sich, von nun an wuchs der Kundenstamm stetig. Inzwischen befinden sich auch einige erfolgreiche Profisportler darunter. Seit rund anderthalb Jahren ist nun das schmucke Studio am Oetinghauser Weg in Herford das Domizil. Hier wird Kagels inzwischen auch von den beiden freiberuflichen Trainern Marko Matovic und Dennis Jusufi unterstützt. "Sie teilen meine Trainings-Philosophie", sagt Kagels, der durchaus bekennt, in Bereichen wie der Motivation auch das eine oder andere von seinen Fußballtrainern übernommen zu haben. "Ansonsten sind es aber zwei ganz unterschiedliche Paar Schuhe. Beim Fußball steht der Mannschaftsgedanke im Vordergrund, beim Personal-Training geht es um das Individuum." Deshalb sei beim Personal-Training zunächst auch eine gründliche Anamnese und eine anschließende Diagnostik unerlässlich. "Ich muss ja wissen, welche Ziele jemand hat, und was bestimmte Probleme verursacht", sagt Kagels und nennt das Beispiel Übergewicht. "Das kann nicht nur durch falsche Ernährung, sondern auch durch Stress verursacht werden. Und das verlangt dann natürlich nach einer anderen Herangehensweise." »Deutschland gibt viel zu viel Geld in der Rehabilitation aus, statt es in Prävention zu investieren« Das Erstellen von Training- oder Ernährungsplänen ist dabei nur ein Teilbereich eines vielfältigen Angebots, das von elektrischer Muskel-Stimulation über Massagen bis zu Autogenem Training reicht. Ganz wichtig ist für Kagels der Bereich Präventionstraining. "Deutschland gibt viel zu viel Geld in der Rehabilitation aus, statt es in die Prävention zu investieren", sagt Kagels, der auch an der eigenen Qualifikation immer weiter feilt. So hat er vor zwei Jahren in Kassel ein duales Studium der Sportwissenschaften begonnen. Und nachdem er bereits einige Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht hat, plant er demnächst ein Buchprojekt, um Menschen der Generation über 40 dafür zu sensibilisieren, selbst mehr für die Prävention im Gesundheitsbereich zu tun. Und dann gibt es da noch ein soziales Projekt, dass dem Vater eines knapp zweijährigen Sohnes besonders am Herzen liegt. Gemeinsam mit dem Herforder Rotary-Club soll im 14-tägigen Rhythmus samstags ein Training für Kinder aus Heimen oder Förderschulen angeboten werden. Kagels: "Die Kinder sollen erleben, welche Kraft Bewegung haben kann. Ich komme selbst auch aus eher einfachen Verhältnissen und freue mich, wenn ich da etwas zurückgeben kann."

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