Viktoria Kindsgrab beim Springen auf "Smoby". - © Carina Teckentrup
Viktoria Kindsgrab beim Springen auf "Smoby". | © Carina Teckentrup

Reitsport Holter Pferdesportfestival: Premiere getoppt

ZRFV Schloß Holte freut sich über die gute Resonanz der Reiter und Zuschauer bei zweiter Auflage

Carina Teckentrup
18.04.2019 | Stand 18.04.2019, 15:43 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Da hat sich das Training doch gelohnt: Nachdem Fabienne Müller-Lütkemeier eine Woche vor ihrem Turnierstart auf dem Holter Pferdesportfestival zum Trainingstag des Zucht-, Reit- und Fahrvereins (ZRFV) Schloß Holte gekommen war, konnte die Mannschaftsweltmeisterin von 2014 mit dem siebenjährigen Delavega den Sieg in der M**-Dressur verbuchen. Der braune Wallach von De Niro bescherte der 29-Jährigen, die für den RFV Paderborn reitet, 69,16 Prozentpunkte und damit die goldene Schleife. In der S*-Dressur überließ Müller-Lütkemeier den anderen Reitern das Feld und ging nicht an den Start. Für Johanna Seppendorf, die den gastgebenden Verein vertritt, reichte es in der hohen Dressur zu Hause nicht für eine Schleife. Sie freute sich allerdings über die tolle Trabtour ihrer Stute Dioressa in der S*-Dressur. Dass sich auch die ZRFV-Reiter sehen lassen können, bewies nicht nur Runa Lechtenberg auf Fynn Boy, die sich mit einer Wertnote von 7,2 den fünften Platz in der M*-Dressur sicherte. Ihre Vereinskolleginnen Kirsten Kleinegrauthoff mit Lang Lang und Vanessa Kramer auf ihrer Stute Fantasia Piccola teilten sich mit einer 7,0 den siebten Rang. Und auch die jüngsten Reiter behielten vor der beeindruckenden Kulisse die Nerven. In der E-Dressur freute sich Anna Brechmann (ZRFV) mit ihrer Stute Cleo über die silberne Schleife für den zweiten Platz (7,4). Und auch im Springen ritt Brechmann aufs Treppchen. Mit Cicero belegte sie den dritten Rang im Stilspring-Wettbewerb (WB) hinter Nadine Reinhold (RV Altenautal) auf Camiro und Marleen Athens (RFV Hövelhof) auf Petite floure. Wie es die ganz Großen machen, zeigte Markus Renzel. Der für den RFV Alt Marl sattelnde Springreiter gewann am Sonntagabend das S*-Springen mit Siegerrunde. Mit Casscord, einem zehnjährigen Holsteinerwallach, blieb er sowohl im Normalparcours als auch im Parcours der besten zehn Teilnehmer des ersten Umlaufs fehlerfrei. Mit 41,32 Sekunden hatte er einen satten Vorsprung von mehr als zwei Sekunden auf den zweitplatzierten Martin Fink (RFV Milte-Sassenberg) mit Corona. Zwei weitere Sieger an diesem spannenden Turniertag kamen vom ZRFV. Jana Marten gewann das Stilspringen der Klasse L mit ihrer Stute Costa Rica. Für ihren Ritt bekam sie eine tolle 8,0. Knapp dahinter platzierte sich Viktoria Kindsgrab (ZRFV) mit Smoby. „Ein toller Erfolg in ihrem ersten L-Springen“, sagte Viktorias Mutter Katrin Kindsgrab. Eine Stange fiel zwar, aber das Mutter-Tochter-Gespann freute sich trotzdem über Platz 3. In der zweiten Abteilung dieser Prüfung siegte Emily Dittrich (RFV von Lützow Herford; 8,7), dahinter gelang Neele Bussemas vom gastgebenden Verein aber das Kunststück, sich mit ihren beiden Pferden direkt hintereinander zu platzieren. Auf Ponystute Darling gab es von den Richtern eine 8,4 und damit Rang 3, den sie sich mit Ann-Katrin Rosalewski (RSG Marburg-St. Vit) teilte. Noch mehr Freude macht das Teilen dann, wenn es sich um eine Vereinskameradin vom ZRFV handelt. Zusammen mit Charleen Jecksties, die Fuchsstute Amarena sattelte, und Freda Johannsmann aus Versmold belegte Bussemas auf ihrem Schimmel Cornet’s Crabby auch noch Rang 5 – alle erhielten eine 8,3. Ricarda Dresselhaus freute sich auch – und zwar über die goldene Schleife für den Sieg im A**-Springen. Mit ihrem niederländischen Warmblut Zander bewältigte sie den von Volker Wulf gebauten Parcours in 53,73 Sekunden. »Toller Erfolg in ihrem ersten L-Springen« Dass das teils winterliche Wetter mit tiefen Temperaturen und Schneeschauern ihr nichts ausmachte, stellte Viktoria Kindsgrab noch einmal in der Dressurprüfung der Klasse L am Samstag unter Beweis. Mit Ratzeberg überzeugte sie die Richter, die ihren Ritt mit einer 7,8 bewerteten und ihr eine goldene Schleife für den Sieg überreichten. Hinter ihr platzierte sich Karen Beulig vom ZRFV Rietberg-Druffel. Auf Platz 3 wurde es wieder heimisch. Tessa Johann-Vorderbrüggen sicherte sich mit ihrem Chertan eine 7,5 und sorgte so – wieder einmal – für eine Holter Beteiligung unter den Platzierten. Im L-Springen tat es ihr ZRFV-Reiter Günter Kleinegrauthoff nach und holte sich mit Cara Mia in 54,27 Sekunden Bronze. Diese Prüfung gewann Katharina Klüsener vom RFV Herzebrock-Rheda in 53,67. Die Holter Amazone Emily Kläsener durfte sich hinter einen bekannten Reiter einreihen. Sie wurde im Stil-M* Dritte hinter Sieger Franz-Josef Dahlmann (RV Fritz Sümmermann Fröndenberg). Der internationale Springreiter ritt den Oldenburger Hengst Baloutinus und begeisterte mit einer Traumnote von 9,0. Kläsener hatte ihren Simao unter dem Sattel, mit dem sie eine 8,7 erhielt. Platz 2 und 4 lautete die sportliche Bilanz für den gastgebenden Verein im L-Springen. Alicia Mittelteicher holte sich mit Prima la fine Silber in fehlerfreien 49,48 Sekunden – an Sina Stehle mit Cara Caramba kam aber niemand heran. Sie gewann in rasanten 46,28 Sekunden. Bussemas konnte sich mit 50,85 Sekunden auf Rang 4 platzieren. Die zweite Wertung des Jahres zum Heinzelmännchen-Cup 2019 gewann Alica Niggemeier (RV Altenautal). Im L-Springen mit Stechen blieb sie in beiden Runden fehlerfrei. Ebenso wie Lisanne Schmertmann (RFV Graf Sporck Delbrück), die damit in der zweiten Abteilung dieser Prüfung siegte. Die Firma für Gebäudeservice hat mit dem „Young Riders Amateur Cup“ eine bedeutende Serie im Reitsport geschaffen. Das Finale der besten jungen Reiter findet im September diesen Jahres im Rahmen des internationalen Turniers auf dem Paderborner Schützenplatz statt. „Wir haben auch am Youngster-Tag tolle Pferde gesehen. Und eine S*-Dressur-Kür auf unserer Anlage zu sehen, war definitiv ein Höhepunkt. Das ist hier in der Umgebung relativ selten und war sehr sehenswert. Im S*-Springen hatten wir ein bombiges Starterfeld“, freute sich der 1. ZRFV-Vorsitzende Holger Otto. Neu in diesem Jahr: Siegerdecken im Design des Pferdesportfestivals und eine Wand, auf der die Zuschauer sich die Sieger mit Foto noch einmal anschauen konnten. „Wir sind ein Stück weit professioneller geworden. Was mich besonders freut, ist die gute Resonanz der Teilnehmer und Zuschauer. Trotz widrigen Wetters waren alle begeistert und wir konnten der Premiere im letzten Jahr noch etwas draufsetzen.“ Die vollen Tribünen am regnerischen letzten Turniertagtag sprachen Bände.

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