Schaut genau hin: Mattenrichter Uwe Manz aus Bönen pfiff bei den Olympischen Spielen und jetzt in Sende. Alexander Zilke von der RG hat seinen Gegner vom KSV Werries fest im Griff. - © Astrid Plaßhenrich
Schaut genau hin: Mattenrichter Uwe Manz aus Bönen pfiff bei den Olympischen Spielen und jetzt in Sende. Alexander Zilke von der RG hat seinen Gegner vom KSV Werries fest im Griff. | © Astrid Plaßhenrich

Schloß Holte-Stukenbrock Mattenrichter bringt olympisches Flair an den Grauthoff

Am Samstag pfiff der Bönener schon wieder die RG Sende-Bielefeld in der Landesliga

Schloß Holte-Stukenbrock. Er zählt zu den besten Kampfrichtern im Ringen auf dem Planeten. Genau deshalb wurde Uwe Manz für die Olympischen Spiele in Rio und vier Jahre zuvor in London nominiert. Der 52-Jährige ist Ringer durch und durch. Denn nur so ist es zu erklären, dass Uwe Manz sechs Tage nachdem im Maracanã-Stadion die Flamme erloschen war, mit seiner Pfeife schon wieder auf der Matte stand. Dieses Mal allerdings in der Sporthalle der Grauthoffschule in Schloß Holte-Stukenbrock. Der Bönener leitete den Landesliga-Kampf zwischen der RG Sende/Bielefeld und dem KSV Werries. Die Ringergemeinschaft gewann mit 24:14. "Wir hatten einfach Glück", sagt Sendes Abteilungsleiter und Ringer Karsten Siek. Die Kampfrichter werden immer sehr kurzfristig angesetzt. "Blagoj Trendov hat unsere 2. Mannschaft gepfiffen. Er hat allerdings keinen Führerschein und dann haben Uwe und er kurzerhand eine Fahrgemeinschaft gebildet", erklärt Siek. Natürlich haben die Sender mit Manz über seine Zeit in Rio gesprochen und über das Olympische Turnier gefachsimpelt. Anschließend wurden Fotos gemacht. Manz ist eben nicht irgendein Kampfrichter. Auf der Matte hatte der Polizeibeamte erwartungsgemäß keine Probleme den Kampf zwischen der RG Sende/Bielefeld und Werries zu leiten. Und die Ringergemeinschaft ging schneller als gedacht, souverän in Führung. Allerdings auch weil zwei Ringer aus Werries nicht antraten. Der KSV konnte in der Klasse bis 57 Kilogramm keinen Athleten stellen, so dass Jan Woi-schneck kampflos die ersten vier Punkte zugesprochen bekam. Andy Frick (Klasse bis 61 kg) musste ebenfalls nicht auf die Matte, weil sein Gegner Anfang der Woche die Weisheitszähne gezogen worden waren und er noch nicht fit war. Sobbanallah Mohammadi (bis 66 kg) sicherte durch einen Schultersieg weitere vier Punkte. Die Brüder Alexander (bis 98 kg) und Alex Zilke (bis 130 kg) waren ebenfalls eine Bank. "Ich hatte nichts anderes erwartet", so Siek. Dann aber wurde es doch noch einmal eng, als Vagif Vagifli (bis 70 kg), Rudolf Wall (bis 80 kg/kampflos) und Karsten Siek (bis 86 kg) ihre Kämpfe mit 0:4 verloren. "Daniel Miller und André Bazalik waren die Matchwinner" Somit stand es 20:12 für die RG Sende/Bielelfeld. Bei noch zwei ausstehenden Kämpfen war ein Unentschieden noch möglich. "Daniel Miller und André Bazalik waren dann die Matchwinner", sagt der Sender Abteilungsleiter. Miller (griechisch-römisch bis 75 kg) hatte im Frühjahr noch einen Splitterbruch im Fußgelenk. Dort sitzen auch noch immer Schrauben und Platten. "Daniel hat den Fuß aus dem Kampf herausgehalten", so Siek. Miller holte weitere vier Punkte durch einen Schultersieg. André Bazalik (Freistil bis 75 kg) verlor zwar, gab allerdings nur zwei Zähler aufgrund der technischen Überlegenheit seines Gegners ab. "André ist auch schon ein paar Jahre über 40. Umso höher ist es anzurechnen, dass er die gesamte Distanz überstanden hat", erklärt Karsten Siek. Insgesamt war er mit dem Verlauf des 1. Kampftages zufrieden: "Es ist so gelaufen wie ich es mir vorgestellt habe." Noch besser lief es sogar beim Premierenkampf der 2. Mannschaft in der Bezirksliga gegen die SU Annen. "Das ist eine sehr erfahrene Mannschaft. Ich hatte für unsere Jungspunde nicht so viel ausgerechnet", meint Siek. Annens Birol Karapinar hatte sogar in der 2. Bundesliga gerungen. Gegen ihn zeigte vor allem Arsen Tamoyan eine starke Leistung, obwohl er 0:2 verlor. Die Sender gewannen trotzdem mit 29:18. Die Punkte holten Ahmadullah Esmati, Niko Sidorenkov, Rashed Sahel, Edgard Kolesnikov, Eugen Blüm, Jason Frick, Aghasaf Mammadov und Arsen Tamoyan. "Das war ein richtig guter Start", sagt Siek.

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