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Hoch her ging es beim Bundespokal der Landesturnverbände in Rheda und Isselhorst. Die Turnteams der TSG Rheda und des TV Isselhorst liefen zeitgleich zu Höchstform auf. - © Edwin Owen
Hoch her ging es beim Bundespokal der Landesturnverbände in Rheda und Isselhorst. Die Turnteams der TSG Rheda und des TV Isselhorst liefen zeitgleich zu Höchstform auf. | © Edwin Owen

Turnen Bundespokal in Rheda und Isselhorst: Starke Leistungen der Turner aus dem Kreis

Höchstnote 10 für Pia Niehaus. Schmedthenke holt das beste Mehrkampfergebnis.

06.11.2019 | Stand 06.11.2019, 13:43 Uhr |

Kreis Gütersloh. Hoch her ging es beim Bundespokal der Landesturnverbände in Rheda und Isselhorst. Egal ob auf dem Schwebebalken, auf der Bodenfläche oder in der Cafeteria: Die Turnteams der TSG Rheda, bei der die Turnerinnen im Vierkampf in den weiblichen Altersklassen 16-29 und 12-15 Jahre aufeinandertrafen, und des TV Isselhorst – hier bestritten die Schüler und Männer der gleichen Altersklassen einen Sechskampf – liefen zeitgleich zu Höchstform auf. Gut 140 Turnerinnen in 23 Mannschaften aus ganz Deutschland waren in Rheda am Start, in Isselhorst war das Teilnehmerfeld nicht ganz so groß. Die Leistungen der für die Teams des Westfälischen Turnerbundes (WTB) startenden heimischen Sportler von der TSG und dem TVI konnten sich mehr als sehen lassen. „Die Stimmung erinnerte an die Turn-Weltmeisterschaft Anfang Oktober in Stuttgart", sagte Kirsi Rohmeier, die Trainerin der KTV Alt Ravensberg. Hambrock und Manjooran punkten Früh morgens starteten die 12- bis 15-jährigen Turnerinnen in den Wettkampfmarathon. Als Ausrichter durfte der WTB zwei Mannschaften stellen. Im zweiten Auswahlteam stellte die KTV Alt Ravensberg mit den beiden Rhedaerinnen Lena Hambrock (14) und Lea-Ros Manjooran (14) sowie Sinja Struve (14) aus Steinhagen gleich drei Turnerinnen. Beginnend am Boden präsentierte sich Struve in Bestform und erhielt für ihre mit Schwierigkeiten gespickte Übung 13,15 Punkte. Am Sprung sammelten Hambrock und Manjooran mit dem Yamashita (Schraubensprung) viele Punkte, während Struve am Stufenbarren die höchste Wertung des Teams einfuhr. Am ungeliebten Schwebebalken schlichen sich kleine Fehler ein, jedoch blieben die KTV’ler oben. Am Ende belegte die Westfalenauswahl II, zu der auch Karla Rohlfing und Lisa Krusemeyer (beide TV Ibbenbüren) und Kira Böckmann (TVE Greven) gehörten, den zehnten Platz. Westfalen I mit Lina Kunkel, Jolina Eichhorst, Fiona Maßmann und Friederike Nonte (alle KTV Bielefeld) sowie Anna Güttler (TV Ibbenbüren) und Alina Reckers (TVE Greven) gelang es nach einem herausragendem Wettkampf alle weiteren Teams hinter sich zu lassen – damit war ihnen Bundespokalsieg nicht zu nehmen. Am Nachmittag präsentierten die 16- bis 29-jährigen Turnerinnen ihr Können. Die Westfalenauswahl bestand aus den Ober- und Verbandsliga-Turnerinnen der KTV Alt Ravensberg. Los ging es am Sprung. Die beiden Rhedaerinnen Leonie Schmedthenke (22) und Madeleine Güth (22) turnten den Tsukahara hoch über dem Sprungtisch in den sicheren Stand. Nachdem sie am Stufenbarren, an dem nur Schmedthenke, Carmen Johannhardt (20, TSG Rheda) und Chiara Blomberg (TVE Greven) ohne Sturz durchkamen, und am Schwebebalken kleine Fehler in Kauf nehmen mussten, entzündeten die Westfälinnen zum Abschluss am Boden ein wahres Feuerwerk. Johannhardt eröffnete mit einer Übung, die durch die saubere Ausführung jedes einzelnen Elementes bestach. Während Güth mit ihrer überragenden Akrobatik beeindruckte, zeigte Anika Brüske (TVE Greven) gymnastische Drehungen und Sprünge wie aus dem Lehrbuch. Schmedthenke, die in der 2. Bundesliga für den TSV Tittmoning turnt, vereinte beides in einer begeisternden Bodenkür. Die 22-jährige erreichte mit 55,55 Punkten das beste Mehrkampfergebnis aller Turnerinnen. Letztlich fehlten dem Team Westfalen I (210,2 Pkt.) nicht einmal 1,5 Zähler zum Bundespokalsieg. Den holte sich Niedersachsen (211,65 Pkt.). Aber auch die Vizemeisterschaft wurde lautstark gefeiert. Sichere Übungen bringen guten Einstieg Leonie Freitag (18) und Pia Niehaus (27) von der TSG Rheda sicherten Westfalen II mit sicheren Übungen am Stufenbarren einen guten Einstieg. Nach schönen Balkenübungen überzeugte das Team mit spritzigen Bodenküren, die das Publikum zum Mitklatschen animierten. Am Sprung konnte die Rhedaerin Alicia Kröll (23) mit einem Schraubensprung überzeugen. Den Vogel schoss Pia Niehaus ab. Bei ihrem perfekten Yamashita fanden die Kampfrichter nicht den kleinsten Fehler und zückten die Höchstpunktzahl 10. „Dass Kampfrichter diese Note vergeben, grenzt an ein Wunder", sagte KTV-Trainerin Kirsi Rohmeier erstaunt. Als die drei gemeinsam mit Anne Löbbert (SC Nordwalde), Jacqueline Schudzich (TVE Greven) und Sofia Dvorska (KTV Dortmund) als Fünftplatzierte aufgerufen wurden, konnten sie es kaum glauben. Und noch eine strahlte: Cheforganisatorin Petra Beckstett von der TSG Rheda. Sie hatte in den vergangen Wochen jede freie Minute mit der Organisation des Großevents verbracht und freute sich riesig über den reibungslosen Verlauf des Turnwettkampfes. Ihr großes Team arbeitete von morgens bis abends Hand in Hand und erfüllte alle Aufgaben mit Bravour. In Isselhorst ging in der Schüler- und Jugendklasse 12-15 Jahre das Team Westfalen I mit den beiden Isselhorstern Felix Przytulla und Lutheo Schäfer sowie Jonas Althoff (Spvg. Steinhagen), Jonas Marksmann und Daniel Sorin (beide TuS Leopoldshöhe) an die Geräte. Der Start in den Wettkampf an den Ringen verlief ordentlich. Am Sprung wusste Jonas Marksmann mit einem schönen Tsukahara gebückt zu gefallen. Die Überschläge der Kollegen waren den hochwertigere Sprüngen der anderen Teams jedoch nicht gewachsen. Weil auch an Barren, Reck, Boden und Pferd die Konkurrenz stärker war, reichte es am Ende für den sechsten Platz. Bei den „Großen" (16-29 Jahre) sicherten sich die Westfalen mit Turnern aus Leopoldshöhe und Stadtlohn Platz vier.

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