0

Gütersloh Einstündige Zwangspause beim Gütersloher 24-Stunden-Schwimmen

24-Stunden-Schwimmen: Obwohl in der Nacht zu Sonntag ein Gewitter zur Unterbrechung führt, schaffen 712 Teilnehmer 2.514,8 Kilometer. Bernhard Schnabel und Simone Borbecker gewinnen die Einzelwertungen

Klaus Krücken
03.09.2019 | Stand 02.09.2019, 19:37 Uhr |

Gütersloh. Die 15. Auflage des Gütersloher 24-Stunden-Schwimmens dauerte wegen der Gewitterpause in der Nacht zum Sonntag zwar nur 23 Stunden. Trotzdem kamen die 712 Teilnehmer (406 weibliche und 306 männliche) im Nordbad auf 2.514,8 Kilometer. "Ein tolles Ergebnis", freute sich Peter Offers vom Gütersloher SV über die zweitbesten Zahlen in der Geschichte dieser Veranstaltung. Der Ausrichter profitierte vom herrlichen Sommerwetter zum Auftakt und von der Tatsache, dass die Teilnehmer am Stadtschwimmen 2019, das am Samstag parallel zu Ende ging, noch ihre letzten Meter einsammelten. "Die Leute sollen zu uns kommen, schwimmen und sich wohl fühlen" "Erst war es nur ein Wetterleuchten, aber dann kamen Blitz und Donner immer näher, so dass wir kurz vor Mitternacht unterbrechen mussten", berichtete Offers. Die Zwangspause war für den GSV-Vorsitzenden insofern ärgerlich, als zu diesem Zeitpunkt noch viele Familien im Bad waren, die ihren Kindern das Erlebnis "Schwimmen bei Nacht" ermöglichen wollten. "Und die warten natürlich nicht, bis es vielleicht irgendwann mal wieder weitergeht." Weil kein Teilnehmer auf Rekordkurs lag, wurde darauf verzichtet, die 60 Minuten "nachzuschwimmen". Bernhard Schnabel hatte zwar angekündigt, die 60-Kilometer-Marke knacken zu wollen, lag wegen Magenproblemen aber weit hinter seinem Plan. Mit 42,5 Kilometer belegte der 51 Jahre alte Landwirt aus Ahlen in der Einzelwertung trotzdem mit deutlichem Vorsprung den 1. Platz vor Fynn Lottmann (28,5 km) und Rüdiger Wenzki (20,4 km). "Eigentlich habe ich für solche Sachen gar keine Zeit", erzählte der Langstreckenspezialist, dessen persönliche 24-Stunden-Bestleistung bei 63,5 Kilometern liegt: "Aber ich bin halt ein bisschen verrückt." "Vernünftig" war dagegen Aaron Csonti, der mit 55 Kilometer den Gütersloher 24-Stunden-Rekord hält. "Womöglich bin ich zu schnell angegangen", überlegte der Sieger von 2017, der schon am Samstagabend nach etwas über 18 Kilometern ausgestiegen war. "Vielleicht lag es aber auch daran, dass mich die Krankheitspause in der Vorbereitung zurückgeworfen hat. Aber das Ganze soll ja vor allem Spaß machen", so der Gütersloher. Diesen Aspekt stellte auch Peter Offers heraus. "Viele Schwimmer, vor allem unsere Stammkunden, waren zwar schon darauf aus, ihre Meterzahlen zu verbessern. Trotzdem haben sie es durchweg nicht darauf angelegt, Bahnen herunterzureißen. Und so soll es sein: Die Leute sollen zu uns kommen, schwimmen und sich wohl fühlen." Ganz in diesem Sinne blickte auch Simone Borbecker ("Ich bin müde aber zufrieden") auf ihre 32,5 Kilometer zurück, mit denen sie sich bei den Frauen die Siegprämie von 100 Euro vor Christine-Junge-Luebing (28 km) und Katharina Mitrovic (26,1 km) sicherte. Für die 28-jährige ehemalige Wettkampfschwimmerin aus Hattingen war ohnehin wichtiger, nachts in ihrem Zelt zum Schlafen zu kommen und dass ihr Freund Daniel Klus Freude an der Herausforderung fand und als Debütant 7.000 Meter schaffte. Wie bunt das Teilnehmerfeld wieder war, zeigt ein Blick auf die Sonderwertungen. Die fünf Jahre alte Klara Schüttforth (500 m) und der sechs Jahre alte Mateo Mahlke (700 m) wurden als jüngste Teilnehmer ausgezeichnet. Hildegard Volland-Thürn (78) und Ferdi Schumacher (74) brachten es als älteste Starter auf 4.100 und 1.000 Meter.

realisiert durch evolver group