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Gütersloh Schachspieler Dominik Plaßmann bestreitet Heimspiel im Energiesparmodus

Der Lokalmatador belegt beim 11. Gütersloher Sparkassen-Cup Rang 17 in einem starken Feld. Die Siegprämie holt sich ein 17-Jähriger aus Walldorf

Markus Voss
21.08.2019 | Stand 20.08.2019, 19:42 Uhr

Gütersloh. Der neue Gütersloher Schachmeister heißt David Färber. Das Nachwuchstalent vom SV Walldorf, Jahrgang 2002, sicherte sich am Sonntag beim 11. Gütersloher Sparkassen-Cup mit vier Siegen und einem Remis aus fünf Partien den Sieg in der A-Gruppe. Der Lohn für den Youngster mit einem ELO-Spielstärkewert von 2.296: Viel Lob und Ehre und eine Siegprämie in Höhe von 700 Euro. Auf den Plätzen landeten die im Ranking sogar noch etwas höher dotierten Internationalen Meister Ferenc Langheinrich (SV Empor Erfurt, 2.375) und Tobias Jugelt (SK Bremen-Nord, 2.403). Auch der beste Schachspieler des Ausrichters, NRW-Vizemeister Dominik Plaßmann, mischte beim Sparkassen-Cup kräftig mit. In der hochklassigen A-Gruppe - hier muss die für die Rangliste entscheidende ELO-Zahl 1.800 oder mehr betragen - an Position 15 gesetzt, war der 28-Jährige mit seinem Abschneiden alles in allem zufrieden. "Das war okay, auch wenn es kein bahnbrechender Erfolg war", kommentierte er. Einem Unentschieden zum Auftakt gegen Daniel Boerma vom Wilhelmshavener SC (1.900) ließ Plaßmann (2.145) einen Erfolg gegen Guido Heeke (SV Lethmate, 1.867) folgen. In Runde drei musste der Gütersloher in eine unglückliche Niederlage gegen Pieter Verhoef (SV Turm Kleve, 2.161) einwilligen, über die er sich ärgerte. "Ein Sieg war hier machbar gewesen", urteilte er: "Ich war richtig gut drin, aber als ich mich damit abfinden musste, dass es vielleicht ein Unentschieden wird, habe ich danach richtig daneben gegriffen." Plaßmann wählte einen Vergleich mit einer anderen Sportart: "Das ist ungefähr wie beim Handball, wenn man lange mit zehn Toren führt, dann aber kurz vor Schluss den Ausgleich bekommt, um dann noch zu verlieren." Mit dem folgenden Remis gegen Thore Meiwes (SK Lehrte, 1.911) konnte der 28-Jährige leben. "In der fünften und letzten Runde ist auf jeden Fall ein Sieg drin", kündigte er an. Und so kam es dann auch: Er bezwang Trung Cang Lu vom SV Barntrup (1.769) souverän. »Ich bin in der Region gelandet, in der ich vorher auch gesetzt war« Unterm Strich bedeutete das für Dominik Plaßmann Rang 17 im Gesamtklassement. "Damit bin ich in der Region gelandet, in der ich vorher auch gesetzt war. Das ist in Ordnung", so der Lehramtsstudent für die Fächer Sport und Latein. Plaßmann merkte in seinen Partien vor allem, dass ihm die Turnierpraxis fehlt: "Mein letztes Turnier war im April die OWL-Meisterschaft, darum bin ich heute ein wenig im Energiesparmodus gefahren." Etwa beim Zeitmanagement ("Das ist bei mir noch sehr eingerostet") und beim Auffrischen des Repertoires ("Züge, die ich sonst aus dem Effeff beherrsche") sieht der Verler, der seit 2012 für den Gütersloher Schachverein spielt, bis zum Saisonstart in der NRW-Klasse in drei Wochen gegen den SV Soest noch Nachholbedarf. "Als Vorbereitung auf die Saison passt dieses Turnier gut in den Kalender", sagt die Nummer eins des GSV. Nach einer schwierigen, von großen Personalsorgen geprägten Saison, in der die Gütersloher dem Abstieg nur aufgrund einer Ligareform entgingen, soll es mit einer neu aufgestellten Mannschaft diesmal ein ruhigeres Jahr werden. "Ziel ist der Klassenerhalt. Das ist realistisch", glaubt Plaßmann und verrät: "Ich habe nach 17 Jahren Schachspielen überlegt, eine Pause zu machen. Aber ich habe mich selbst in die Pflicht genommen und wollte die Mannschaft nicht im Stich lassen." »Das zeigt, wie viel Qualität wir in der Breite haben« Der GSV-Vorsitzende Mathias Kapitza war mit der 11. Auflage des Gütersloher Sparkassen-Cups sehr zufrieden. "Wir peilen bei den Teilnehmerzahlen immer die 200er Marke an. Das haben wir mit 198 inklusive Kinderturnier auch diesmal wieder geschafft", sagte er. Dass die beiden topgesetzten Großmeister Eckard Schmittdiel vom BCA Augsburg (2.421) und Lev Gutmann vom SV Lingen (2.411) schon vor der letzten Runde nicht mehr für den Turniersieg in Frage kamen, wunderte auch ihn: "Sie haben sich schwerer getan als gedacht. Das zeigt aber auch, wie viel Qualität wir bei unserem Turnier in der Breite haben." Schmidtdiel wurde am Ende Elfter, Gutmann musst gar mit Platz 36 vorlieb nehmen. Sieger David Färber war an Position acht gesetzt, so dass sein Triumph durchaus als Überraschung gewertet werden kann. Insgesamt wurden 4.500 Euro Preisgeld ausgeschüttet.

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