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Gütersloh Moritz Kaase wird vom Winde verweht

Radsport: Bahnspezialist des RSV Gütersloh fährt bei der Deutschen Steher-Meisterschaft in Bielefeld auf Platz fünf. Starke Böen verlangen den sieben Finalisten alles ab

Markus Nieländer
14.08.2019 | Stand 13.08.2019, 20:22 Uhr

Gütersloh. Mit seinem fünften Platz bei der Deutschen Meisterschaft der Steher auf der Bielefelder Radrennbahn hat Moritz Kaase vom RSV Gütersloh sein Minimalziel erreicht und gleichzeitig das Maximum herausgeholt. "Dieses Rennen gehört zu den härtesten Finals, die ich je gefahren bin", sagte Lokalmatador Kaase nach dem Rennen völlig erschöpft. Im erlesenen Starterfeld der sieben Finalisten hatte Moritz Kaase gegen die international hoch dekorierte Konkurrenz von Europameistern, Vizeeuropameistern sowie Deutschen Meistern unterm Strich keine Chance. Hinzu kam, dass der böige bis stürmische Wind den sieben Gespannen - die Fahrer gerieten immer wieder neben die Schrittmachermaschinen - kräftemäßig aber auch fahrerisch alles abverlangte und es frühzeitig zu den ersten Disqualifikationen wegen zu großer Rückstände kam. Als einen der prominenten Opfer erwischte es Daniel Harnisch vom SC DHfK Leipzig. Harnisch war vor zwei Wochen noch mit Schrittmacher Peter Bäuerlein bei der EM im italienischen Pordenone Dritter geworden und wollte unbedingt Deutscher Meister werden. Vom Start weg attackierte der 26-Jährige den von der ersten Position ins Rennen gestarteten Kaase und machte mächtig Druck. Nach gut 15 Minuten gingen Harnisch aber "die Schuhe auf" und am Ende des über eine Stunde angesetzten Finales hatte er mehr als sieben Runden Rückstand auf den neuen Deutschen Meister Christoph Schweizer. »Der Wind war einfach nur brutal« Berufsradfahrer Schweizer vom Teams Sauerland SKS Germany hatte sich das Rennen an der Rolle seines Bielefelder Schrittmachers André Dippel von Position zwei aus angeschaut und mit einem kleinen Gang das Tempo so gewählt, dass der wie entfesselt fahrende dreifache Deutsche Bergmeister Robert Retschke (P&S Metalltechnik Thüringen) mit Schrittmacher Holger Ehnert zwar fast eine dreiviertel Runde herausfuhr, aber nicht ansatzweise für den Rundengewinn in Frage kam. Als Doppel-Europameister Franz Schiewer (RK Endspurt Cottbus) im 333 Meter langen Betonrund nach 35 Minuten an der Rolle von Schrittmacher Gerd Gessler zum Überholen ansetzte, konterte Schweizer erfolgreich. Schiewer verlor daraufhin bei hohem Tempo und vielen Böen Windschatten und Kontakt zum Schrittmacher und musste sich kräftemäßig erstmal sammeln. Das nutzte Schweizer um Retschke anzugreifen und schnell einen Rundengewinn herauszufahren. Auch für Schiewer wurde es nun eng, einen Rundenverlust konnte der Cottbuser jedoch verhindern. Mit Rang zwei und zwei Runden Vorsprung vor dem Dritten Retschke war Schiewer nach dem Rennen denn auch ganz zufrieden. "Der Wind war einfach nur brutal", sagte der Gütersloher Moritz Kaase. Der 25-Jährige war völlig groggy. "Normalerweise fahren wir auf der Bahn eine Übersetzung von 66/14. Wegen dem Wind hatte ich schon kleiner gewählt, aber das war immer noch zu dick", erklärte Kaase und musste erst einmal nach Luft schnappen. Im Vorlauf war er sogar 67/14 gefahren und schaffte als Dritter mit einem Stundenmittel von 75 Kilometern pro Stunde locker den Einzug ins große Finale. In diesem Finale vor fast ausverkauftem Haus positionierte sich Kaase schnell auf Platz fünf und fuhr mit Schrittmacher Matthias Acker sein Tempo. Aus den Positionskämpfen der Favoriten hielt sich der Bahnspezialist heraus. "Vor sechs Wochen habe ich Retschke in Chemnitz noch geschlagen", wunderte sich Kaase über den starken Auftritt seines Konkurrenten.

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