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Verl Für die Handballerinnen des TV Verl zählt nur der Klassenerhalt

Die Verlerinnen gehen mit einer stark verjüngten Mannschaft in die neue Saison. Die 30-jährige Josefine Löbig steht mehr in der Verantwortung

Markus Nieländer
07.08.2019 | Stand 07.08.2019, 18:15 Uhr

Verl. So viel ist sicher: Für die verjüngte Mannschaft des Frauenhandball-Oberligisten TV Verl geht es in der kommenden Saison nur um den Klassenerhalt. Mit dem Abgang der drei erfahrenen Spielerinnen Theresa Hayn, Sabrina Zimmermann und Mareen Stüker fehlen dem Team drei Führungsspielerinnen, die in entscheidenden Situationen Verantwortung übernommen haben. Die lastet nun umso mehr auf den Schultern der regionalligaerfahrenen Rückraumakteurin Josefine Löbig. Das Auftaktprogramm in der Oberliga gegen Titelfavorit Recklinghausen, den starken Aufsteiger Bad Salzuflen sowie Bergkamen ist alles andere als leicht. "Diese Spiele haben es in sich", sagt Trainer Hendryk Jänicke und hofft insgeheim, dass seinem Team ein kompletter Fehlstart erspart bleibt. "Die Liga ist sehr ausgeglichen, fünf Mannschaften zählen zu den Favoriten", erklärt Torwarttrainer Ruben Vosshans, der verstärkt mit ins Training eingestiegen ist. Zwei Mannschaften müssen aus der 14er-Oberligastaffel absteigen. Mit der Saisonvorbereitung ist Hendryk Jänicke bisher sehr zufrieden. "In der ersten Phase, die wir mit dem Verler Triathlon abgeschlossen haben, haben wir den Fokus auf Athletik, Ausdauer, Grundlagen und Taktik gelegt", sagt er, "mit der 5:1-Deckung haben wir ein neues Abwehrsystem eingeführt und die Spielerinnen setzen dies schon sehr gut um." In der gerade laufenden zweiten Phase legt das Verler Trainergespann Jänicke, Ralf Ottemeier und Vosshans in den vier wöchentlichen Einheiten viel Wert auf Tempospiel und die Verbesserung der Spielzüge. Sieben Testspiele inklusive eines Turniers in Blomberg sowie ein dreitägiges Trainingslager in Flensburg mit zwei Spielen runden das stramme Programm ab. Das noch einmal gesunkene Durchschnittsalter seiner 13 Spielerinnen sieht Hendryk Jänicke als Vorteil und Nachteil zugleich. "Uns fehlt dadurch natürlich Erfahrung. In engen Situationen muss Josefine Löbig als älteste Spielerin mit ihren 30 Jahren dann umso Verantwortung übernehmen", so der 28-Jährige, "andererseits kann man aus einer so jungen Mannschaft ganz viel herausholen." Mit etwas Glück wird der TV Verl noch zwei erfahrene Spielerinnen, die im Herbst ihr Studium in Bielefeld beginnen, für den Rückraum verpflichten. "Wir sind im Gespräch. Eine Entscheidung fällt aber frühestens im September", sagt Jänicke. Pech hatten die Verler Frauen bereits zum Abschluss der Saison. In den Qualifikationsspielen zur A-Jugend-Bundesliga zog sich die mit einem Doppelspielrecht ausgestattete groß gewachsene Rückraumspielerin Alina-Sophie von Mutius einen Kreuzbandriss zu und droht die komplette Serie auszufallen. Zudem hat die neue Torhüterin Chantal Schuchard nach einem Jahr Pause immer noch Probleme mit ihrer Schulter. "Der Heilungsprozess verläuft aber sehr gut. Wir werden ihr die Zeit geben, die sie braucht", erklärt Jänicke wohlwissend, dass er mit der Tschechin Michaela Hillebrandova eine erfahrene Hüterin über eine Spieleragentur verpflichten konnte. Die 23-Jährige spielte in der 1. tschechischen Liga und sammelte in der Europaliga internationale Einsätze. Zugänge: Michelle Osmers (17 Jahre), Nina Strohmeier (18, beide HSG Rietberg-Mastholte), Michaela Hillebrandova (23, Slavia Prag), Lara Blumenfeld (22, TV Verl II), Merle Berg (19, Handball Bad Salzuflen), Chantal Schuchard (22, ASC Dortmund), Marie-Sophie Weitzel (17, eigene A-Jugend). Abgänge: Sabrina Petschat, Mareen Stüker (beide Karriereende), Theresa Hayn (Handball Bad Salzuflen), Jasmin Zimmermann (Münster).

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