Handball-Oberliga - © Markus Nieländer
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Handball-Oberliga TSG Harsewinkel verliert OWL-Derby
gegen die TSG AH Bielefeld 20:21

Tabellenletzter hat den Titelfavoriten dank einer starken Abwehrleistung am Rande eines Punktverlustes

Uwe Kramme
11.01.2019 | Stand 11.01.2019, 22:46 Uhr

Manuel Mühlbrandt hatte vor dem OWL-Derby in der Handball-Oberliga gegen die TSG AH Bielefeld die Charakterfrage gestellt. Und die Spieler des Tabellenletzten TSG Harsewinkel gaben gestern Abend mit einer tollen kämpferischen und einer hervorragenden Abwehrleistung eine ganz starke, überzeugende Antwort. „Zeigen wir Moral und Einsatz, sammeln wir Selbstvertrauen für die Spiele, in denen es für uns im Kampf um den Klassenerhalt darauf ankommt und dann ist mir auch das Ergebnis egal“, hatte „Mühle“ vor dem Anpfiff festgestellt. Als die guten Schiedsrichter Christian Dux und Bennett Flomert mit ihrem Schlusspfiff eine unglückliche 20:21-Niederlage besiegelt hatten, galt der letzte Teil dieser Aussage nicht mehr. „Schade, wir haben eine Überraschung gegen diese Topmannschaft um ein Haar verpasst“, ärgerte sich der TSG-Coach über Pfostentreffer, zwei verworfene „Marken“ und „merkwürdige Zeitstrafen“. Tatsächlich hatten die spätestens nach dem ersten Ausgleich zum 9:9 (28.) durch Niko Krspogacin von den gut fünfhundert Zuschauern bedingungslos unterstützen Gastgeber den Tabellendritten am Rande einer Niederlage, als erneut Krspogacin und dann Jonas Kalter mit dem 13:11 (35.) und dem 14:12 (36.) für Zwei-Tore-Führungen gesorgt hatten. Ausschlaggebend für den starken Auftritt nach dem 2:6 (15.), war die sehenswerte Deckungsarbeit, hinter der sich Keeper Johnny Dähne zur Topform steigerte. Grundlage dafür war eine Umstellung gewesen: Nach der zweiten Zeitstrafe (6.) gegen den zentralen Deckungsspieler Nico Schmeckthal stellten die Hausherren ihre Abwehr auf einen 5:1-Verband mit Malik St. Claire vorne vor. Das störte den Spielfluss der immer noch als Aufstiegsfavorit geltenden Bielefelder so sehr, dass sie bis zur Pause nur zwei Rückraumtore erzielten. Dass sie trotzdem noch führten, hatten die Gäste ihren Kontern zu verdanken. Weil es den Harsewinkelern im Rückraum an Durchschlagskraft fehlte, verloren sie den Ball oft zu schnell und zu einfach durch schwache Abschlüsse. In der 2. Halbzeit häuften sich ausgerechnet in der Phase, in der die Partie zu kippen schien, auch noch die Passfehler, so dass die Gäste erneut über ihr schnelles Umschaltspiel in Führung (18:16, 21:19) gehen konnten. Letztlich waren es dann aber doch die Bielefelder Kanoniere, die die Entscheidung erzwangen. Der erst nach der Pause eingesetzte Ex-Harsewinkeler Nico Sewing netzte noch viermal ein, wobei das 14:14 in 5:7-Unterzahl besonders wichtig war. Und am Ende traf der Hüne Max Schüttemeyer nach dem umjubelten 19:19 durch Sergej Braun dann doch noch zweimal. Manuel Mühlbrandt war dennoch nicht unzufrieden: „Wenn wir so weiterspielen, dann holen wir noch Punkte und steigen nicht ab. Statistik TSG Harsewinkel: Dähne, Schröder – S. Bröskamp (1), Öttking (2/2), Krspogacin (4), Braun (4), Kalter (3/1), Schmeckthal (3), St. Claire (2), Pelkmann, Kreismann, Schüpping, F. Bröskamp (1). TSG AH-Bielefeld: M. Kroll, Hendrich – V. Kroll, Zwaka, Kröger (1), Wagner, Fröbel (2), Schüttemeyer (2), Strathmeier (2), Sundberg (1), Bergen (2), Hinz (6/2), Sewing (4). Rote Karte: Kevin Brown (46.) – Arne Kröger (54.) Zeitstrafen: 6:5 Brown (3), Schmeckthal (2), Braun – Wagner, Kröger, Sundberg, Bergen, Krause. Siebenmeter: 5:2

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