Siegeswille: Auf dem Weg zu diesem Treffer war der Harsewinkeler Kapitän Sven Bröskamp auch von drei Gladbecker Spielern nicht aufzuhalten und setzte sich im Fallen durch. - © Henrik Martinschledde
Siegeswille: Auf dem Weg zu diesem Treffer war der Harsewinkeler Kapitän Sven Bröskamp auch von drei Gladbecker Spielern nicht aufzuhalten und setzte sich im Fallen durch. | © Henrik Martinschledde

Harsewinkel Handball-Oberligist TSG Harsewinkel besiegt VfL Gladbeck 31:29

Harsewinkel verlässt erstmals die Abstiegsplätze

Uwe Kramme

Harsewinkel. Anfeuern, zittern, klatschen, stöhnen - die gut 350 Zuschauer in der Harsewinkeler Sporthalle wussten am Samstag bis in die Schlussminute des rasanten Handball-Oberligaspiels ihrer TSG gegen den Tabellenvierten VfL Gladbeck nicht, wohin mit ihrer Anspannung. Doch als Nico Schmeckthal 50 Sekunden vor Schluss das erlösende 31:28 erzielt hatte, löste sich das alles in Wohlgefallen auf. Unter dröhnenden Standing Ovations stellte Hallensprecher Hansi Feuß fest: "So kann das noch ein herrlicher Dezember werden." Auch auf dem Spielfeld kannte der Jubel keine Grenzen. "Mit diesem Erfolg haben wir zwei Tabellenplätze gut gemacht und stehen zum ersten Mal nicht mehr auf einem Abstiegsrang", feierte Co-Trainer Timo Schäfer die Auswirkungen des zweiten Saisonsiegs des Aufsteigers. Chefcoach Manuel Mühlbrandt war "einfach nur stolz auf meine Jungs und auf eine Superleistung." Seit Saisonbeginn hatte "Mühle" seinen jungen Spielern gepredigt, dass sie in der Oberliga mithalten können. Seit diesem 31:29 wissen sie es, haben sie doch zum ersten Mal einem Spitzenteam standgehalten. "Und das absolut verdient", stellte Gästetrainer Sven Deffte fest. "Wir wussten, wie kampfstark Harsewinkel ist und haben das nicht richtig angenommen." Kollege Mühlbrandt freute sich derweil, dass "endlich meine Handschrift auf dem Feld zu erkennen ist." Tatsächlich fußte der Erfolg nicht nur auf dem unbändigen Einsatz und unerschütterlichen Kampfgeist der Gastgeber, sondern auch auf herausgespielten Toren. In der 1. Halbzeit waren die Harsewinkeler ständig einem knappen Rückstand hinterhergelaufen - vor allem weil sie den Gladbecker Haupttorschützen Max Krönung (10/1) nicht in den Griff bekamen. Als Mühlbrandt die 6:0-Deckung auf eine offensive 5:1-Variante umstellte und erst Pascal Pelkmann und dann Malik St. Claire den Gladbecker Spielgestalter als Vorgezogene "nervten", lief es besser. Nico Schmeckthal brachte sein Team mit dem 16:15 (33.) erstmals in Führung. Die Halle tobte, und die Spieler witterten ihre Chance auf die große Überraschung. Obwohl St. Claire per Gegenstoß sogar für das 23:18 (46.) sorgte, blieb die Partie spannend. Erst kassierte Niko Krspogacin die Rote Karte (54.) und bekam für sein höhnisches Klatschen noch Zweiminuten obendrauf, dann Jonas Kalter (56.). Trotz Unterzahl und obwohl die Abwehr immer wieder umgestellt werden musste, ließen sich die Harsewinkeler anders als im Heimspiel zuvor, als sie gegen Mennighüffen eine Fünf-Tore-Führung vergeigten, den Erfolg nicht mehr nehmen. Für die Vorentscheidung sorgte der überragende Florian Bröskamp als er einen Freiwurf mit Urgewalt zum 30:27 ins VfL-Tor nagelte (59.). "Geradeaus und mit voller Wucht, so wie es in der Oberliga sein muss", kommentierte Mühlbrandt dieses Tor. Danach hörte er gar nicht mehr auf, herausragende Leistungen zu würdigen. Tatsächlich gingen zwar alle Harsewinkeler an ihr Limit, doch Nico Schmeckthal, Torwart Johnny Dähne und die Bröskamp-Brüder Sven und Florian sogar noch darüber hinaus.

realisiert durch evolver group