Rheda-Wiedenbrück Stefanie Knöbel aus Rheda-Wiedenbrück will die Reckenberg-Rallye gewinnen

Co-Pilotin will die Rallye am Samstag nicht mit ihrem Ehemann Holger Knöbel gewinnen, sondern mit Dark Liebehenschel

Wolfgang Temme

Rheda-Wiedenbrück. "Rechts sitzt das Gehirn", heißt es im Rallyesport. Und rechts sitzt Stefanie Knöbel. Die 32 Jahre alte Wiedenbrückerin ist Co-Pilotin. Ihrem Hobby kann sie am Wochenende mit besonderer Leidenschaft nachgehen: Mit der vom MSC Wiedenbrück organisierten Reckenberg-Rallye steht ein "Heimspiel" an. Dafür hat Stefanie Knöbel besonders ehrgeizige Pläne: "Ich will gewinnen und den Gesamtsieg holen", sagt sie ohne Umschweife. Um dieses Ziel zu realisieren, benötigt Stefanie Knöbel einen guten Piloten und ein gutes Fahrzeug. Beides fand sie mit Dark Liebehenschel und seinem Mitsubshi Lancer Evo VII. Der 42-Jährige aus Hamm, der in diesem Jahr bereits bei der Rallye Lutherstadt in Wittenberg triumphierte, hatte den Beifahrerplatz noch frei. Den Kontakt zu Liebehenschel stellte Holger Knöbel her. Der Ehegatte von Stefanie Knöbel ist ebenfalls Rallypilot, war 2011 Reckenberg-Gesamtsieger und ist auch in diesem Jahr wieder am Start. Doch warum bilden die Eheleute Knöbel nicht ein gemeinsames Team, so wie bei ihrer Premiere 2013, als es immerhin zum Klassensieg reichte? "Wir harmonieren gut zusammen, daran liegt es nicht", beeilt sich Stefanie Knöbel klarzustellen: "Aber mit seinem Auto ist er im Kampf um den Gesamtsieg nicht konkurrenzfähig." Statt des Volvo 242, mit dem er im Vorjahr die Historic-Europameisterchaft gewann, bringt Holger Knöbel am Wochenende erstmals einen Mazda RX8 an den Start. Als Co-Pilot baut er auf Roland Fink aus Rheda-Wiedenbrück. Das Neuland, das seine Ehefrau betritt, ist groß. "Ich bin noch nie in einem Allrad-Fahrzeug gefahren - das wird eine Herausforderung", sagt sie. Stefanie Knöbel hat zudem nicht ein einziges Mal mit Dark Liebehenschel und seinem Mitsubishi trainiert und - noch ärger - sie kennt ihn noch gar nicht persönlich: "Wir haben uns noch nie gesehen und bisher nur einmal telefoniert." Und was nützen all die PS, wenn die Chemie zwischen Pilot und Co-Pilotin nicht stimmt? "Dann hätten wir ein Problem", lacht Stefanie Knöbel und macht klar, dass sie vom Gegenteil überzeugt ist. "Man muss auch die Zeiten im Blick haben" Gelegenheit, sich kennenzulernen, haben die beiden nach dem Feintuning ("Sitzposition und Gurtlänge müssen eingestellt werden") am Samstagvormittag. Wenn die drei bis dahin streng geheim gehaltenen Strecken für die Wertungsprüfungen auf Rheda-Wiedenbrücker, Herzebrock-Clarholzer und Rietberger Stadtgebiet veröffentlicht worden sind, haben die Teams die Gelegenheit, jede Strecke zweimal abzufahren. Bei der ersten Fahrt diktiert der Pilot den Aufschrieb, bei der zweiten (langsamen) Fahrt, betet der Co-Pilot testweise den Aufschrieb vor. Die Aufgabe als "Gehirn" beschränkt sich für Stefanie Knöbel aber nicht nur aufs konzentrierte Vorlesen: "Man muss auch die vorgegeben Zeiten im Blick haben und die Regularien kennen." Wenn Stefanie Knöbel am Samstag um 11.30 Uhr zum Start ins Rallyezentrum auf dem Gelände der Autozentrale Thiel rollt, dürften sie auch gemischte Gefühle bewegen. Drei Mal, von 2015 bis 2017, war sie als Vorsitzende des Motorsportclubs Wiedenbrück nämlich selbst an der Organisation der Reckenberg-Rallye beteiligt. Im Januar übergab Stefanie Knöbel, die als Verwaltungsangestellte bei der Stadt Rheda-Wiedenbrück arbeitet und Mutter einer Tochter ist, den Vorsitz wieder in die Hände ihres Vorgängers Heinz Sasse. Dass das Verhältnis zum MSC nicht mehr das allerbeste ist, sieht man schon daran, dass sie dort zwar noch Mitglied ist, aber nicht für den MSC Wiedenbrück an den Start geht, sondern quasi in einem Privatteam.

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