Gründer: Im Oktober 2016 gründete Thorben Steinkuhl (m.) das Flagfootball-Team VfL Rheda Minotaurs. Im April beginnt die neue Saison. Bis dahin suchen er, Geschäftsführer Matthias Gunter (l.) und Trainer Paulo Wohlfahrt (r.) noch Mitspieler. - © Tobias Schreiner
Gründer: Im Oktober 2016 gründete Thorben Steinkuhl (m.) das Flagfootball-Team VfL Rheda Minotaurs. Im April beginnt die neue Saison. Bis dahin suchen er, Geschäftsführer Matthias Gunter (l.) und Trainer Paulo Wohlfahrt (r.) noch Mitspieler. | © Tobias Schreiner

Rheda-Wiedenbrück 19-jähriger Rhedaer gründet Flagfootball-Team VfL Rheda Minotaurs

Über eine Randsportart unter Randsportarten

Tobias Schreiner

Rheda-Wiedenbrück. Hätte man Thorben Steinkuhl vor einem halben Jahr erklärt, dass er heute die "Rheda Minotaurs", also die erste Flagfootball-Mannschaft des VfL Rheda, leiten würde, hätte er wohl nur laut schnaubend mit dem Kopf geschüttelt. "Ich habe Flagfootball früher auch für die Weicheier-Version von American Football gehalten. Aber das ist jetzt anders", sagt er. Der 19-Jährige bekam während seines Bundesfreiwilligendienstes beim VfL Rheda die Aufgabe, eine neue Sportart im Verein zu etablieren. Als großer Fan US-amerikanischer Sportarten dachte Steinkuhl sofort an den Superbowl. "Allerdings sind die Anschaffungskosten für das Equipment eines kompletten American-Football-Teams zu hoch. Außerdem hätte der Verein den Umbau des Platzes nicht stemmen können", sagt er. Seine Mutter gab ihm den Tipp, es doch einmal mit Flagfootball zu versuchen. Anfangs skeptisch, fing Steinkuhl an, mit fünf Freunden im eigenen Garten zu spielen. "Damals hatten wir überhaupt noch keine Ahnung von den Regeln. Mittlerweile kennen wir uns aber gut aus." Seit vier Monaten spielt der ehemalige Fußballer nun offiziell Flagfootball mit den VfL Rheda Minotaurs. Die Ausrüstung des gesamten Teams habe den Verein nur etwa 100 Euro gekostet. Fähnchengurt und Flaggen sind für sechs Euro pro Person zu haben gewesen, ansonsten wird in normaler Sportkleidung auf einem halben Fußballfeld gespielt. Das lässt sich ganz unkompliziert mit ein paar Hütchen und Kreidespray in ein Flagfootball-Feld umfunktionieren. Anders als beim American Football ist Tackling verboten, stattdessen wird die Flagge des ballführenden Spielers geklaut. Deshalb wird auch keine Schutzausrüstung benötigt. Tore gibt es auf dem Spielfeld nicht, denn nach Touchdowns gibt es den Extra-Point nicht durch einen Schuss ins Tor (den Ball zu treten ist verboten), sondern nach einem Spielzug, der an der Fünf-Yard-Linie gestartet wird. Was ist also dran am Flagfootball-Image vom "Football für Weicheier"? "Nicht viel", sagt Steinkuhl. "Wir haben hier zwar keine Rippenbrüche, aber der Sport ist um einiges anstrengender." Tatsächlich ist das Feld zwar etwas kleiner als ein normales Football-Field (70 statt 100 Yards), aber es stehen sich auch nur fünf statt elf Spielern pro Team gegenüber. "Deshalb muss jeder mehr rennen und zwischen den Spielzügen ist nur 25 Sekunden Zeit und damit gibt es praktisch keine Pausen", erklärt Steinkuhl. Derzeit zählen die "Rheda-Minotaurs" 15 Spieler im Alter von 16 bis 26. Zwei Frauen sind auch dabei, noch ältere Spieler sind erwünscht. "Flagfootball spielen nicht nur junge Leute, sondern auch viele ehemalige Footballspieler ab 40. Bei uns ist jeder willkommen." Steinkuhls Einladung bezieht sich auch auf die Fähigkeiten der Spieler. Denn die "Rheda Minotaurs" sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus Fußballern, Handballern, Basketballern, Judoka und Kraftsportlern. "Jeder findet mit seinen individuellen Talenten eine geeignete Spielposition", erklärt Steinkuhl. "Die Torhüterin der Rhedaer Frauen-Fußballmannschaft ist zum Beispiel unsere beste Receiverin. Außerdem haben wir einen Judoka dabei, der wegen seiner Reaktionsschnelligkeit sehr gut verteidigen kann." Wer Flagfootball spielen will, müsse nur "zwei funktionierende Hände haben und geradeaus laufen können", sagt Steinkuhl. "Sehr vereinfacht ausgedrückt ist dieser Sport schließlich wie "Schwänzchenfangen in der Schule, nur mit mehr Regeln, einem Ball und viel Taktik." Trainingszeiten: montags und mittwochs, 19 bis 21 Uhr an der Fürst-Bentheim-Straße 58 in Rheda-Wiedenbrück.

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