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Ausdauerexperte: Kraft, Kondition und ein sauberer Stil sind die Voraussetzungen, um wie Nick Zippert 48 Kilometer in 24 Stunden zu kraulen. - © Henrik Martinschledde
Ausdauerexperte: Kraft, Kondition und ein sauberer Stil sind die Voraussetzungen, um wie Nick Zippert 48 Kilometer in 24 Stunden zu kraulen. | © Henrik Martinschledde

Gütersloh Nick Zippert schafft beim Gütersloher 24-Stunden-Schwimmen 48 Kilometer

795 Teilnehmer bringen es im Gütersloher Nordbad auf 2.628.375 Meter

Uwe Kramme
30.08.2016 | Stand 29.08.2016, 18:45 Uhr

Gütersloh. 795 Teilnehmer, 2.628.375 geschwommene Meter - das 12. Gütersloher 24-Stundenschwimmen am Wochenende im Nordbad erwies sich als Breitensportspektakel der Rekorde. "Aber es war ja auch so heiß wie noch nie", lieferte Peter Offers zumindest für die vielen Starter eine einfache Erklärung. "Rekorde sind schön, aber um die geht es uns gar nicht so sehr", merkte der Vorsitzende des Gütersloher Schwimmvereins jedoch an. "Wir wollen, dass die Leute ans Schwimmen kommen und sich bei uns wohl fühlen." Zumindest am Samstagnachmittag, als besonders viele Menschen ihre Bahnen im 50-m-Becken zogen, sei das jedoch schon "durchaus grenzwertig" gewesen, räumte Offers ein. Zufrieden registrierte der GSV-Chef zwei Entwicklungen. "Auch bei schlechtem Wetter hätten wir unsere Stammkundschaft, denn das 24-Stunden-Schwimmen hat sich etabliert, so dass der Verein bei dieser arbeitsintensiven Veranstaltung kein finanzielles Risiko eingeht." Zum anderen hätte sich der Trend bestätigt, dass die Schwimmer eine sportliche Herausforderung suchen würden: "Wer letztes Jahr eine Silbermedaille für 1.500 Meter bekommen hatte, der wollte dieses Mal Gold für 3.000 Meter." Weil der Gütersloher SV am Ende 376 Gold-, 131 Silber- und 77 Bronzemedaillen herausrücken musste, kam er sogar in Verlegenheit. "Wir haben Medaillen nachbestellt", berichtete Offers. Auf die Spitze trieben die Suche nach der Grenzerfahrung Lisa Offers und Nick Zippert. Die 17-Jährigen Leistungsschwimmer des GSV gewannen die Einzelwertungen mit 42,2 beziehungsweise 48 Kilometer. "Ich hatte vermutet, das die beiden zusammen über 100 Kilometer kommen wollten", sagte dazu der stolze Vater und Vereinspräsident. "Aber sich bei so einem langen Wettkampf ein konkretes Ziel zu setzen, ist nicht ohne Tücken", erklärte Zippert. Im letzten Jahr hatte ihn ein durch die Badekappe wundgescheuerter Nacken beim Versuch gestoppt, die 50-km-Marke zu knacken. Dieses Mal brachte ihn ein Chlorhusten aus dem Rhythmus. "Mal sehen was noch geht", stöhnte Zippert, als er am Sonntagmorgen nach zwei, drei Stunden Schlaf mit "rund 30 Kilometer" noch einmal ins Wasser ging. Am Samstag hatte er lange gut im Plan gelegen und beständig Hundertmeterzeiten von 1:22 bis 1:25 Minuten abgespult. Einen ganz anderen Plan arbeitete die Gruppe "Frauen 50 Plus" ab. "Wir sind zwölf Schwimmerinnen und eine von uns wird immer im Wasser sein", kündigten die Initiatorinnen Katrin Scheibe und Agnes Beckmann an. Das Vorhaben gelang bis auf die kurze Gewitterpause in der Nacht zu Sonntag. 89.600 Meter wurden auf den Startkarten der "Frauen 50 Plus" angekreuzt.

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