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Essen/Bielefeld Tennisspieler Fynn Künkler wird Deutscher U-18-Meister

In den letzten Zügen seiner Junioren-Zeit holt Fynn Künkler den Meistertitel in der Halle

Johnny Dähne
03.12.2019 | Stand 02.12.2019, 19:34 Uhr

Essen/Bielefeld. Dieser Erfolg kam für alle überraschend: Fynn Künkler darf sich seit Sonntag Deutscher Tennismeister in der Halle der unter 18-Jährigen nennen. Zudem holte sich der Bielefelder in Essen an der Seite von Jonas Pelle Hartenstein die Vizemeisterschaft in der Doppelkonkurrenz. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet, weil ich seit einem Jahr nicht mehr so intensiv trainiere", sagte Fynn Künkler am Tag nach dem Titelgewinn. Der 18-Jährige, der mittlerweile wieder bei seinem Stammverein TC SuS drei Mal wöchentlich zum Schläger greift und nicht mehr in der DTB-Förderung in Hannover wohnt und trainiert, hat "in der abgelaufenen Woche richtig gutes Tennis gespielt. Auch sein ehemaliger Bundestrainer Peter Pfannkoch war begeistert", erklärte Fynns Vater Till. In dem 32er Feld, in dem bis auf die ersten fünf der deutschen U-18-Rangliste alle Topspieler vertreten waren, gewann Fynn Künkler (Ranglistenplatz sieben) jede Runde souverän in zwei Sätzen. Das knappste Ergebnis gab es erst im Finale: Mit 6:4, 6:4 gab er Benedikt Kurz aus Hirschlanden das Nachsehen. Auch der Gegner aus Baden-Württemberg hatte kein passendes Rezept gegen Künkler, der damit zum Abschluss seiner Tennis-Juniorenzeit einen seinen größten Erfolge einfuhr. Im Sommer 2020 geht es in die USA Zum 1. Januar 2020 ist der Rechtshänder offiziell Herrenspieler, wobei ein Gang auf die Profitour trotz des guten Abschneidens nicht geplant ist. "Fynn wird nächstes Jahr sein Abitur machen und danach in die USA aufs College gehen. Welches es sein wird, ist noch nicht hundertprozentig klar", erläuterte Till Künkler. In den Vereinigten Staaten wird der talentierte Nachwuchsmann ein Stipendium erhalten und so die hohen Studiengebühren an den Elite-Universitäten sparen. Wie ernst es dem College mit der Nachwuchsförderung und seinem sportlichen Erfolg meint, zeigt die Tatsache, dass ein Assistenztrainer eigens zur Deutschen Meisterschaft in Essen geflogen ist. Neben Künklers Namen standen offenbar auch weitere Spieler auf der Liste des weitgereisten Besuchers. Dabei wird dem Amerikaner auch die nicht unwichtige Doppelstärke von Fynn Künkler aufgefallen sein: Gemeinsam mit Jonas Pelle Hartenstein aus Berlin spielte er sich bis ins Endspiel vor, wo die Paarung am Samstag dem Duo Lewie Lane/Moritz Hoffmann 6:4, 6:1 unterlag. Zum Einzelendspiel am Sonntag fuhren Fynn und Till Künkler dann erneut nach Essen. "Fynn braucht ja jemand, der ihm die Schläger bespannt", sagte Vater Till schmunzelnd, nachdem sie den Pokal mit nach Bielefeld gebracht hatten.

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