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Bielefeld Jöllenbecker Handballer landen wichtigen 30:22-Erfolg gegen Hemer

Mit einer begeisternd unbekümmerten Leistung bezwingt der TuS 97 den HTV Hemer

Gregor Winkler
02.12.2019 | Stand 01.12.2019, 20:48 Uhr
So sieht Abstiegskampf aus: Der Mittelmann des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, Dominic Wehmeyer (am Ball), wird von Hemers Lars Henkels regelwidrig gestoppt. Dafür gab’s zwei Minuten. - © Peter Unger
So sieht Abstiegskampf aus: Der Mittelmann des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, Dominic Wehmeyer (am Ball), wird von Hemers Lars Henkels regelwidrig gestoppt. Dafür gab’s zwei Minuten. | © Peter Unger

Bielefeld. Es dauerte, dauerte und dauerte. Endlich, als nach dem Schlusspfiff schon etliche Minuten vergangen waren, tanzten sie im Kreis. Vorher mussten die Spieler des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck diesen überzeugenden aber genau so kräftezehrenden 30:22 (12:11)-Sieg gegen den HTV Hemer einen Moment lang sacken lassen. Die Fans waren da schon weiter, feierten einmal mehr ihr Team mit Sprechchören und Trommeln.

Bielefeld. Es dauerte, dauerte und dauerte. Endlich, als nach dem Schlusspfiff schon etliche Minuten vergangen waren, tanzten sie im Kreis. Vorher mussten die Spieler des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck diesen überzeugenden aber genau so kräftezehrenden 30:22 (12:11)-Sieg gegen den HTV Hemer einen Moment lang sacken lassen. Die Fans waren da schon weiter, feierten einmal mehr ihr Team mit Sprechchören und Trommeln. "Ich habe das gar nicht wahrgenommen, dass es in der zweiten Halbzeit so deutlich wurde", sagte ein erstaunter Abwehrchef Daniel Bruelheide. Er durfte sich selbst auf die Schulter klopfen: "Ja, ich glaube wir haben in der zweiten Halbzeit hinten noch viel besser gestanden als in der ersten", analysierte er. »Wir haben gut gestanden, uns aber erst nicht belohnt« Die Defensive des TuS 97 - unter Coach Pierre Limberg ist es ein unberechenbarer wie gefährlicher Mannschaftsteil geworden. Mal weit zurückgezogen, dann wieder mit schnellen Vorstößen. Irgendwo zwischen 6:0- und 3:2:1-Reihe rochieren die Abwehrspieler in einem permanenten Bewegungsfluss. "Wir haben in der ersten Halbzeit hinten schon gut gestanden, aber uns noch nicht dafür belohnt", fasste Limberg zusammen, der damit auch auf einige Abpraller anspielte, die dem Gegner in die Hände fielen. Vorne zeigte sich nach einem Viertel der Partie eine Schwäche der Bielefelder. Auch wenn es Abstiegskampf der besseren Sorte war, so gab es doch zahlreiche Fehler. Einen Vier-Tore-Vorsprung hatten die Jöllenbecker in dieser Saison noch nie raus geworfen. 12:9 - sie waren nach 23 Minuten ganz dicht dran. Doch als ob die Angst vor der eigenen Courage ausgebrochen wäre, vergaben sie ein ums andere Mal vor dem Gästetor. Fast sechs Minuten lang fiel überhaupt kein Treffer. "Wir haben viel zu viel verworfen", sagte Michel Steffen. Der Rückraumlinke, einer für die einfachen Tore, musste seinen Platz für Justus Clausing räumen. "Michel war nicht schlecht, aber ich wollte schnellere Beine im Angriff", erklärte Limberg, der Steffen später zurück holte. Vor der Pause brachte sich der TuS 97 aber um den knappen Vorsprung. Hausherren werfen sich in jeden Zweikampf Es dauerte drei Minuten und 36 Sekunden, bis nach Wiederanpfiff die schienbar magische Grenze durchbrochen war - 15:11. Der abstiegsbedrohte TuS 97 mit bis dahin gerade drei Punkten auf dem Konto spielte sich in einen kleinen Rausch. Auch wenn Hemer sich verbissen wehrte, hatte niemand in der Halle das Gefühl, dass die Bielefelder dieses Spiel noch abgeben werden. Viel zu bissig und viel zu fokussiert warfen sich die Hausherren in jeden Zweikampf. Als die Gäste ihre Deckung am Schluss öffneten, drehten die laufstarken Limberg-Schützlinge richtig auf. In fünf Minuten erhöhten Mittelmann Dominic Wehmeyer und seine Nebenleute, bei denen vor allem Brian Weigang herausstach, von 24:21 auf 29:21. Sie hatten ihre Fans von den Sitzen gerissen - aber die Akteure brauchten diesen einen Moment, um durch zu schnaufen. Dann wurde gemeinsam gefeiert. TuS 97: Weinholz/Garfen/Südhölter; Kraatz, Weigang (7), Clausing (2), Markworth, Steffen (2), Küthe (2), Wehmeyer (3), Borutta (3), Bruelheide (2), Heidemann (8/3).

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