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Bielefeld Handballer des TuS 97 im OWL-Derby gegen angeschlagenen VfL

Dauerfeuer im Derby

Gregor Winkler
08.11.2019 | Stand 07.11.2019, 19:34 Uhr

Bielefeld. Wird es das Treffen zweier Sorgenkinder? Die Frage ist berechtigt, wobei sie auch nichts über die zu erwartende Qualität des Derbys zwischen dem TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck und dem VfL Mennighüffen aussagt. Spannend dürfte es werden, wenn die OWL-Kontrahenten am heutigen Freitag (20 Uhr, Sporthalle Jöllenbeck) aufeinandertreffen. Völlig unerwartet sind die Teams in der Tabelle nur durch drei Plätze und vier Punkte getrennt. Während man in Jöllenbeck mit einer schweren Saison gerechnet hatte, hatte man beim VfL die Rolle des Geheimfavoriten, die einige der vermeintlichen Experten den Löhnern zugesprochen hatten, gerne angenommen. Angesichts dieses Anspruchs hätten die ersten Gegner Gelegenheit geboten, sich ein ordentliches Punktepolster anzufuttern. Doch ein Remis gegen Haltern sowie Niederlagen gegen Soest und vor allem in der vergangenen Woche gegen Ferndorf II ließen den VfL hinter den Erwartungen bleiben. »Unsere erste Mannschaft kämpft gegen den Abstieg« "Die große Euphorie, die während der Vorbereitungszeit und zu Saisonbeginn herrschte, ist längst verflogen. Unsere erste Mannschaft kämpft in der Oberliga Westfalen gegen den Abstieg", war auf der Facebook-Seite des Klubs nach der Ferndorf-Pleite zu lesen. In diese Kerbe muss TuS-97-Coach Pierre Limberg selbstverständlich schlagen: "Der Druck ist bei denen. Wir sind das Team, von dem sie sagen müssen, dass sie gegen uns den Karren aus dem Dreck ziehen müssen", mutmaßt der Trainer. So verrückt es klingt: Der TuS 97, Vorletzter und mit nur einem Punkt auf der Habenseite, scheint im mentalen Vorteil. "Nimmt man den nervösen Auftakt in Haltern und das Spiel gegen Hamm mal aus, dann haben wir ja bislang auch keine schlechten Ergebnisse erzielt", findet Limberg. Was den Trainer nach eigener Aussage aber verrückt macht, sind diese verflixten sechs Meter zwischen Schütze und Tor: "Die Art, wie wir unsere Chancen kreieren, ist okay. Aber die Auswahl der Würfe bringt mich zum Wahnsinn", stöhnt Limberg über die Tatsache, dass beim Abschluss oft die falsche Entscheidung getroffen wird. Aber das muss laut Limberg gegen diesen Gegner kein Nachteil sein: "Ein Kopfproblem haben wir wegen der schlechten Quoten auch nicht. Wir werfen einfach weiter." Der VfL hat einen gut besetzten Rückraum und eine starke Abwehr. "Aber gegen Ferndorf waren sie über 60 Minuten einfallslos", beobachtete Limberg. Als besondere Schwachstelle hat der Bielefelder Coach die Torhüter des Kreisnachbarn ausgemacht. Die Chance: Ein Derby-Gast unter Dauerfeuer - das könnte auch ganz nach dem Geschmack der Fans werden. "Wir machen uns für jeden Gegner einen Plan. Bislang haben wir den immer erfüllt", sagt Limberg. Wenn dann endlich mal die Trefferquote auf Seiten der Bielefelder stimmen sollte, kann dieses Treffen ein sehr spannender Gipfel zweier vermeintlicher Sorgenkinder der Oberliga werden.

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