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Bielefeld Militär-Gruß in der Bezirksliga: FC Türk Sport will sich heute äußern

Die salutierende Geste des FC Türk Sport beschäftigt neben zahlreichen Lesern mittlerweile auch die Bielefelder CDU und SPD

Nicole Bentrup
22.10.2019 | Stand 22.10.2019, 17:15 Uhr

Bielefeld. Der Militär-Gruß des FC Türk Sport schlägt weiter hohe Wellen in und um Bielefeld. Seitens des Vereins wurde am Montag eine offizielle Stellungnahme für Dienstag angekündigt. Diese liegt allerdings noch immer nicht vor.  Dennoch melden sich zahlreiche Menschen bezüglich des Salut-Grußes zu Wort. Auch die Redaktion habe einige E-Mails und Kommentare zu diesem Thema erreicht. Unter anderem gab es eine Pressemitteilung seitens der CDU, in der es heißt, dass man den Salut-Gruß mit Besorgnis zur Kenntnis genommen habe. Carsten Krumhöfner, Vorsitzender der CDU Brackwede: "Politik und Sport sind ganz klar voneinander zu trennen! Der Salut ist hier in diesem Zusammenhang als politische Aussage zu sehen!" Politisch motivierte Beleidigungen und Provokationen hätten auf und neben dem Spielfeld keinen Platz. "Wir begrüßen sehr, dass der Fußball- und Leichtathletik Verband Westfalen (FLVW) ausdrücklich darauf hinweist, dass so ein Verhalten auch auf westfälischen Plätzen nicht zu tolerieren sei und er sich weder für Provokationen noch für Diskriminierungen missbrauchen lasse", so Krumhöfner weiter. SPD möchte in Dialoge eintreten Auch Riza Öztürk, SPD-Fraktionsmitglied und gleichzeitig Integrationsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes für den Landesverband Westfalen, hat sich mit dem Fall des FC Türk Sport auseinandergesetzt: "Die bereits zitierte Pressemitteilung des FLVW unterstütze ich weiterhin. Man muss den Vereinen verdeutlichen, wie sie sich auf den Sportplätzen zu verhalten haben, um einen respektvollen Umgang miteinander zu gewährleisten." Seitens des Verbandes, aber auch seitens der SPD möchte man in Dialoge mit dem FC Türk Sport eintreten. "Die Anfänge sind da schon gemacht", versichert Öztürk, der insgesamt zu einer vorsichtigen Betrachtung des Vorfalles rät. "Diese Geste sollte nicht nur provokant gesehen werden, denn es sind auch kurdisch-stämmige Spieler unter denen, die den Salut-Gruß gezeigt haben." Eines stellt Öztürk ganz klar heraus: "Wenn die Geste bewusst gezeigt worden ist, dann muss etwas unternommen werden." Grundsätzlich seien die Sportplätze ein Spiegel der Gesellschaft. Andere Leser fordern, dass sich die Spieler des FC Türk Sport an geltende Regeln halten und nicht "Gepflogenheiten anderer Kulturen" etabliert werden sollen. Insgesamt gehen die Rückmeldungen zum Vorfall in eine Richtung: Die Mehrheit ist sich einig, dass sie einen Militär-Gruß auf hiesigen Sportplätzen nicht sehen möchte. Besonders die Aussage von FCT-Trainer Ugur Pamuk, der erklärt hatte, der Salut-Gruß sei eine Art Schweigeminute für gefallene Soldaten, wird als fadenscheinige Ausrede angesehen. "Ein militärischer Gruß kann ja nur Soldaten gelten. Soldaten, die in einen Angriffskrieg ziehen, sind allerdings Täter", heißt es in einem Kommentar, bezogen auf das geäußerte Unverständnis seitens Pamuk, dass es von Verbandsseite aus keine offiziell angeordnete Schweigeminute für die Opfer des Krieges geben würde.

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