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Bielefeld Das Handballcamp mit Rekordbeteiligung

Lehrwart Olaf Grintz und seine zwölf Trainer kreieren wieder eine spannende Woche

Gregor Winkler
16.10.2019 | Stand 15.10.2019, 20:09 Uhr

Bielefeld. Eigentlich wollte Olaf Grintz ja kürzer treten. Das hatte er zumindest im vergangenen Jahr mit dem üblichen "man wird ja auch nicht jünger und ich gehe auf die 60 zu" mal angedacht. Aber wie das so ist, wenn ein Dauer-Brenner einen Dauerbrenner organisiert - sie können nicht ohneeinander. Und Grintz brennt noch. Auf seinen Handball im Allgemeinen und das Handballcamp des Kreises Bielefeld-Herford im Besonderen. Wieder läuft in dieser ersten Woche der Herbstferien das Erfolgsprogramm für Nachwuchsspieler der C- und D-Jugend. Ist es die 15. oder gar schon die 16. Auflage? So genau weiß das keiner mehr - auch nicht Grintz. Es ist aber auch nicht wichtig. Entscheidend ist nur, dass es läuft. Und der Kreis-Lehrwart verkündet erfreut: "Die Sparkassenstiftung hat uns bis Ende 2020 ihre Förderung zugesagt. Dass sie unser Projekt weiter unterstützt, macht uns sehr froh und wir sind äußerst dankbar dafür." »Teilnehmer tauchen später als Trainer hier wieder auf« Finanzielle Unterstützung ist ein wichtiger Punkt, aber ohne Personal geht es auch nicht. Grintz fungiert mittlerweile mehr als Mentor, denn sein Trainerteam von rund zwölf Übungsleitern hat ein gefühltes Durchschnittsalter von 20 Jahren. Der Lehrwart beschreibt einen typischen Werdegang: "Das funktioniert so: Sie sind hier als Teilnehmer dabei, machen später den Juniortrainerschein und irgendwann tauchen sie im Camp wieder als Betreuer auf." Bei seinen eigenen Kindern war das so. Aber auch bei Emma Grüger zum Beispiel - mittlerweile mit ihren 18 Jahren schon ein alter Hase im Jugendtrainer-Geschäft. Aus seiner Mindener Mannschaft hat Grintz Oberligaspielerin Josephine Kelle als Unterstützung mitgebracht. Auch Drittligaspieler Philipp Holtmann (TuS Spenge) gehört zum Stab. Die Betreuer haben alle Hände voll zu tun - ganz im fachlichen Sinne natürlich. Das Handballcamp ist keine lustige Freizeit. Es wird viel trainiert. Aber, und das zeichnet das Event seit Jahren aus, es wird eben auch über den Tellerrand geschaut. Klettern, Wasserski, Bogenschießen - es gibt wohl kaum eine Sportart, die noch nicht ins Programm eingebaut wurde. Diesmal ging es in den gerade erst eröffneten Trampolin-Park Superfly in Dornberg. Nach so viel Action sollte alle Energie verbraucht, die Abende im Jugendgästehaus entsprechend kurz und der "Nachtdienst" für die Erwachsenen entsprechend stressfrei sein. Schwimmen und ein Kinoabend stehen noch an Apropos Stress: Grintz verkündet für die 2019er-Auflage eine Rekordbeteiligung. 51 Jungs und 49 Mädchen sind dabei. Vor Jahren war das Camp von zwei auf eine Woche verkürzt worden - auch wegen sinkender Teilnehmerzahlen. "Wenn es so weiter geht, müssen wir das wieder rückgängig machen", denkt der Orga-Chef laut. Zuerst wird diese Woche sauber über die Bühne gebracht. Schwimmen und ein Kinoabend stehen noch an, mit einer eigens gesponsorten Popcorn Maschine. Und danach? Grintz ist mittlerweile auch Lehrwart des Handballverbands Westfalen. Dort will er neue Akzente setzen. Das Handballcamp ist eine gute Referenz. "Kürzer treten" ist für beide Dauerbrenner - Grintz und das Camp - damit also vorerst vom Tisch.

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