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Bielefeld Frauenhandball: Personell ist Schmalhans der Küchenmeister

Die heimischen Teams der Verbands- und Landesliga gehen mit überschaubaren Kadern in die Spielzeit. Ausnahme ist der TuS 97 II, der sich großzügig in der A-Jugend bedienen kann. Senne erhält vorzeitige Schützenhilfe im Abstiegskampf

Gregor Winkler
11.09.2019 | Stand 10.09.2019, 19:44 Uhr
Arne Schütforth

Bielefeld. Eine Gemeinsamkeit eint die hochklassigen Frauenmannschaften Bielefelds: Alle haben nur einen kleinen Stammkader. Verbandsliga "Wir wollen so weit wie möglich oben mitspielen", erklärt der neue Trainer des TuS 97 Bielefeld Jöllenbeck, Frank Dreier. Etwas überraschend hatte sein Vorgänger Timo Brändel die Nord-Bielefelderinnen nach Saisonende verlassen, weil er einen Job in Spanien angenommen hat. Dreier, langjähriger Trainer des damaligen Oberligisten TSV Oerlinghausen, weiß, dass sein Ziel ambitioniert ist: "Der Kader ist klein." Aktuell fällt Torhüterin Sarah Repohl mit einer Knieverletzung aus. Temporär und nach Bedarf möchte Dreier seinen Kader mit Spielerinnen aus der Landesligamannschaft sowie der A-Jugend ergänzen. "Diese Durchlässigkeit ist Teil des Konzepts in Jöllenbeck", erklärt der Coach. Die Jöllenbeckerinnen starten mit etwas Verzögerung am 21. September bei Meisterschaftsfavorit TuS Brockhagen in die Saison. Für das HT SF Senne beginnt der Ernst des Lebens bereits am Wochenende, wobei "Ernst" vielleicht doch etwas übertrieben ist: Senne gilt als "unabsteigbar" und durch den Rückzug der Ibbenbürener SpVg. II wird vermutlich nur ein Absteiger ausgespielt. "Dadurch ist der Druck für mich ja noch größer. Ich will ja nicht der Trainer sein, mit dem dann doch abgestiegen wird", scherzt Neu-Coach Christoph Jülke. Dann wird er allerdings nachdenklich: "Die Kräfte waren nach der langen Saison mit der Relegation am Ende." Jülke verlängerte die Pause um eine Woche, begann dann mit gezielter Abwehrarbeit. "Wir müssen realistisch bleiben. Wir werden nicht oben mitspielen. Unser Ziel soll es sein, dass wir uns möglichst aus dem Abstiegskampf raus halten können." Dafür sieht der Trainer sein Team, das lediglich punktuell verstärkt wurde, aber gerüstet. Landesliga "Wir sind nicht viele", berichtet Trainer Simon Dreier aus dem Vorbereitungsalltag seiner TSG Altenhagen-Heepen. Mit Amrei Mense, Anna-Lena Käppel und Alina Thoeren sind einige Stammspielerinnen der vergangenen Jahre inzwischen nur noch als Stand-by gelistet, weil sie nicht mehr in Bielefeld wohnen. "Unser Kern besteht nur aus acht, neun Spielerinnen", sagt Dreier. Den "Abgängen" steht in Lara Geisendörfer nur ein Neuzugang gegenüber. "Wir fahren dasselbe Konzept, wie in der vergangenen Saison. Das bedeutet, dass uns immer wieder Spielerinnen aus der A-Jugend unterstützen werden und auch die Verzahnung mit der zweiten Mannschaft soll besser werden", erklärt Dreier. An eine Titelverteidigung des Kreispokals denkt der Coach noch nicht, lieber ist ihm ein guter Saisonstart, denn die Liga sei sehr ausgeglichen. "Wir wollen, so schnell es geht, die für den Klassenerhalt nötigen Punkte holen", so Dreier. Zwölf plus zehn - so lautet die erfrischende Formel des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II mit Neu-Trainer Fabian Reinsberger. Die zwölf Stammspielerinnen erhalten regelmäßig Unterstützung von zehn Spielerinnen der A- und B-Jugend. "Wir haben alle Testspiele gewonnen - auch die gegen Verbandsligisten. Die Stimmung ist gut und die Mädels trainieren fleißig", berichtet Reinsberger, der, anders als im Vorjahr, nicht in den Abstiegskampf rutschen möchte.

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