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Bielefeld Am kommenden Wochenende beginnt die neue Handball-Saison

Bielefeld schickt wie im vergangenen Jahr einen Verbands-, zwei Landes- und vier Bezirksligisten ins Rennen. Überraschungen sind nicht ausgeschlossen

Arne Schütforth
11.09.2019 | Stand 10.09.2019, 19:49 Uhr
Gregor Winkler

Bielefeld. Die Tage werden kürzer und nach dem Jahrhundertsommer langsam wieder trüber. Zeit, sich in die Sporthallen zurückzuziehen, wo es allerdings weiterhin heiß zugehen wird. Sieben Bielefelder Männerteams verteilen sich unterhalb der Oberliga auf drei Spielklassen. Verbandsliga "Das zweite Jahr nach dem Aufstieg ist das Schwierigste". Diese phrasenschweinwürdige Erkenntnis würde der TuS Brake gerne widerlegen. "Vielleicht klappt das auch, weil wir mit einem neuen Trainer auch ein neues Spielkonzept fahren. So sind wir eventuell doch wieder schwer berechenbar", sagt der Sportchef des TuS Brake, Lucas Tiemann. Neu-Coach Zygfryd Jedrzej bringt Professionalität auf die Trainerbank. Mit Hermann Hippe, der vor einer Woche wieder einstieg, soll sich die Deckung weiter stabilisieren und die rechte Angriffsseite belebt werden. Allerdings musste der TuS auch Rückschläge hinnehmen. Luca Werner verletzte sich schwer am Knie und einer der wenigen externen Zugänge, Kreisläufer Niklas Mühlenweg, ist noch vor Saisonbeginn wieder zum TuS 97 III zurückgekehrt. Der Kern des Teams ist eingespielt, wird aber, wie schon im vergangenen Jahr, um jeden Punkt hart kämpfen müssen. Landesliga "Unsere Vorbereitung verlief etwas holprig. Beteiligung und Einsatz waren ordentlich, aber die Ergebnisse zumeist nur mäßig", berichtet Dennis Gote, Trainer der TSG Altenhagen-Heepen II, der einige Umbauarbeiten im Kader als Grund sieht. "Der eingespielte Kern und die neuen Jungs mussten sich erst finden", meint Gote. Ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen sei. Insbesondere auf den Außenpositionen hat Gote junge und talentierte Spieler wie Moritz Eichelsbacher und Jakob Ludwig, die aus der Jugend-Bundesliga kamen, oder Marius Ibe, hinzugewonnen. "Ich möchte, dass wir uns im oberen Mittelfeld der Landesliga etablieren. Bad Salzuflen hat sich die Rolle des Favoriten verdient, aber die Liga ist insgesamt ausgeglichen und die Saison schwer vorherzusagen", meint Gote. Etwas gewaltiger ist der Umbau bei Ligarivale TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II ausgefallen: Sieben Spieler wurden in den Oberligakader befördert. "Und die bekomme ich auch nicht zurück", weiß TuS-97-Trainer Stephan Neitzel. Weil sich in Marius Mühlbeier (HSG Spradow) und Thoren Höner (HB Bad Salzuflen) zwei weitere Spieler eine neue Mannschaft suchten, kommt Neitzel insgesamt auf neun Abgänge. "Wir werden noch ein paar Wochen brauchen, aber genug Qualität ist da. Wir sind nicht gravierend schlechter, als in der vergangenen Saison", meint Neitzel. Seine Zugänge hat Neitzel bis auf Torwart Pascal Rixe aus anderen Mannschaften des TuS 97 rekrutiert. Weil Rixe noch an einer Innenbandverletzung im Knie laboriert, hat Neitzel mit Christian "Buddha" Trittin eine Vereinbarung getroffen: "Er wird uns helfen, wenn Not am Mann ist." Einen besonders guten Eindruck in der Vorbereitung hinterließ Benny Gehring, der noch für die A-Jugend spielberechtigt wäre. "Wir wollen den Klassenerhalt nicht in letzter Minute schaffen - wir haben Ambitionen", sagt Neitzel. Bezirksliga Der bekannteste Zugang der HSG EGB Bielefeld ist ihr Coach Nils Uhlig. Der gut vernetzte Trainer konnte den im Vorjahr arg strapazierten Kader im Sommer etwas aufwerten. Unter anderem fanden mit Leonard Haselbach ein energiegeladener Allrounder aus Steinhagen und nach etwas Bedenkzeit auch Maurice Cahsel vom HT SF Senne den Weg zu EGB. "Wir haben so trainiert, dass wir in der Schlussphase Spiele gewinnen können", meint Uhlig, der die Abwehrarbeit aktiver gestalten möchte als zuletzt. Zum Kader von EGB gehören weiter Nils Rusche und Kai Muesmann, die in den Vorjahren lange verletzt fehlten: "Beide müssen noch etwas Sicherheit hinzugewinnen", meint Uhlig. "Ich habe wieder Lust, und mit David Wächter auch einen Kollegen, der mich gut unterstützen kann." Das sagt Thomas Rolf - Braker Urgestein und jetzt als Coach zu seinem Herzensklub zurückgekehrt. Rolf übernimmt mit dem TuS II ein gut eingespieltes Team. Seine Eindrücke aus der Vorbereitung stimmen ihn optimistisch: "Vorne werden wir keine Probleme haben. An der Abwehr müssen wir noch was tun." Traditionelle Baustelle: die Trainingsbeteiligung. "Die war vor den Ferien sehr gut, aber zuletzt waren wir selten mal komplett", beschreibt Rolf, der das (noch) gelassen nimmt. Florian Lange, schlagkräftiger Zugang aus der ersten Mannschaft, verletzte sich im letzten Test am Sprunggelenk. Rolf hofft, dass es sich nicht als schwerwiegend herausstellt. Sämtliche Männerteams des TuS 97 sind vom großen Umbruch im Klub betroffen. Auch die dritte Mannschaft, die sich stark verjüngt hat. Coach Christian Sturhan stellt fest: "Unser System wird komplett anders sein als in der vergangenen Saison." Der Aufsteiger, so verspricht der Trainer, "wird nur auf Tempo setzen". Ziel ist der Klassenerhalt, die Blickrichtung geht aber eher gen Mittelfeld. "Ich glaube, dass es nicht so schlecht laufen wird, wie manche denken", prophezeit ein motivierter Sturhan. Wenn der Trainer des HT SF Senne, Holger Beck, einen Wunsch frei hätte, dann wären es sechs Wochen Vorbereitung mehr: "Das wird ein schwieriges Jahr", prognostiziert er. Sein Team wurde nach zahlreichen Abgängen aus der zweiten Mannschaft aufgefüllt. "Das hat dazu beigetragen, dass die Stimmung deutlich besser ist. Auch daraus kann man Kraft schöpfen", sagt Beck. Er setzt auf die Heimspiele bis Dezember: "Da haben wir die Gegner, gegen die wir punkten müssen", so der Senner Coach, der mit den Neuen jetzt ein verjüngtes Team ins Rennen schickt.

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