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Schwere Aufgabe: Maximilian Schüttemeyer (am Ball) und Mario Bergen (Nr. 23) von der TSG A-H Bielefeld werden eine gute Strategie brauchen, um die Hünen Evars Klesniks (l.) und Piotr Grabarczyk (r.) von LiT Tribe Germania zu überwinden. - © Andreas Zobe
Schwere Aufgabe: Maximilian Schüttemeyer (am Ball) und Mario Bergen (Nr. 23) von der TSG A-H Bielefeld werden eine gute Strategie brauchen, um die Hünen Evars Klesniks (l.) und Piotr Grabarczyk (r.) von LiT Tribe Germania zu überwinden. | © Andreas Zobe

Bielefeld Handballer der TSG A-H spielen gegen Tabellenführer LiT Tribe Germania

Der TuS 97 reist zum Vierten SF Loxten

Gregor Winkler
23.03.2019 | Stand 22.03.2019, 18:34 Uhr

Bielefeld. Ein fast kreisrundes Dorf irgendwo zwischen ebenen Feldern jenseits des Mittellandkanals. Knapp 1.300 Einwohner, ein paar mittelständische Betriebe und eine Grundschule. In Nordhemmern scheint die Welt noch in Ordnung. Aber Vorsicht: Auf der Homepage der Gemeinde Hille wird erklärt, dass es sich in vorgeschichtlicher Zeit um einen germanischen Opferplatz gehandelt hat, auf dem Tier- und auch Menschenopfer dargebracht wurden – gruselig. Handballer schaudert es auch, wenn sie an Nordhemmern denken. Dort hausen zwar keine blutrünstigen Stämme mehr, aber der Oberliga-Tabellenführer zerlegt – im rein sportlichen Sinne – mit Vorliebe seine Kontrahenten. Ob man bei der Namensgebung zu LiT Tribe Germania (germanischer Stamm) wohl an die unappetitliche Vergangenheit dachte? Wie auch immer, heuer besticht das Team durch eine makellose Heimbilanz. Insgesamt patzte der Klassenprimus bislang auch nur zweimal. Da muss von der TSG A-H Bielefeld natürlich eine Kampfansage kommen: „Wir wollen uns mit den Besten messen. Und ich hoffe, dass wir zeigen können, dass wir auch dem Spitzenreiter Paroli bieten können", sagt TSG-Coach Carl-Moritz Wagner. LiT, so der Bielefelder Trainer, stehe berechtigterweise ganz oben. Aber: „Wir sind völlig druckfrei, reisen sogar als Außenseiter an. Wenn wir sie nicht in ihre Gegenstöße kommen lassen und ihre Abwehr in Bewegung bringen, haben wir eine Chance", verkündet Wagner. In die Opferrolle will Wagner im Germanenland nicht rutschen. Es soll eine Begegnung auf Augenhöhe werden. Im Hinspiel war es das nicht, denn LiT lag in der Seidensticker-Halle immer vorne, setzte sich zeitweilig sogar auf 18:11 ab. Der Drei-Tore-Sieg (26:23) lässt die TSG aber immer noch auf den direkten Vergleich hoffen. Wagner hebt hervor: „Wir müssen beweisen, dass wir ein Team sind, das da oben zurecht steht." Noch hat LiT die Meisterschaft nicht sicher. „Sie müssen in der kommenden Woche nach Hamm. Vielleicht können wir sie etwas nervös machen", so Wagner. Die Nervosität liegt im zweiten OWL-Derby eher auf Seiten des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck. Auch wenn alle Beteiligten betonen, dass man bei SF Loxten wohl nur Bonuspunkte holen könne, steht der Elfte unter Druck. Möllbergen kann mit einem Sieg in Oberaden die Bielefelder auf den drittletzten Platz rutschen lassen. Regisseur Leon Ludwigs verweist zurecht darauf, dass Loxten sich in der Vorwoche gegen Schlusslicht Oberaden mächtig schwer getan hatte. Aber das Team aus dem Altkreis Halle hat eine Herausforderung: Der TSG den dritten Platz abzuluchsen. Die Saisonplanungen des Vierten wurden unter der Woche für beendet erklärt. Auch von dieser Seite sollte Ruhe herrschen. Ganz anders als beim TuS 97, der gerade eine schlechte Nachricht verkraften muss (siehe Kasten). Wenn das vorhandene Personal die Leistung aus dem Spiel gegen LiT abruft, sollte aber lange offen bleiben, wer in dieser Partie Jäger oder Opfer ist.

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