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Bielefeld TSG A-H Bielefeld muss ihre letzten Aufstiegshoffnungen begraben

Vor der 24:27-Schlappe gegen den TuS Ferndorf II hatte die TSG A-H Bielefeld den Aufstieg noch nicht ganz abgeschrieben. Jetzt sorgen die Siegerländer für klare Verhältnisse

Gregor Winkler
11.03.2019 | Stand 10.03.2019, 20:58 Uhr

Bielefeld. Es fegte ein Sturm durchs Siegerland - und das gleich im doppelten Sinne. Am Tag, als der Orkan weite Teile des Landes lahm legte, schickte sich der TuS Ferndorf II an, in ähnlicher Manier die TSG A-H Bielefeld aus der Halle zu pusten. Das 24:27 (8:18) aus Sicht der Ostwestfalen besiegelt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Verbleib für ein weiteres Jahr in der vierten Liga. Schon in der neunten Minute setzte der TuS eine erste schwere Bö ab, als er sich von 4:4 auf 7:4 in Front brachte. Grund zur sportlichen Unwetterwarnung bestand da noch nicht, denn bis zum 9:8 gelang es dem Team von Carl-Moritz Wagner immerhin noch, der Zweitliga-Reserve kurzzeitig den Wind aus den Segeln zu nehmen. "Da standen wir noch ganz gut in der Deckung", sagte Wagner. Was danach passierte, war vom Coach und sämtlichen Anwesenden in der Sporthalle Kreuztal schwer zu begreifen. Der zu dem Zeitpunkt noch Tabellenzweite aus Bielefeld brach komplett ein, erzielte sage und schreibe zwölf Minuten lang keinen Treffer mehr. "Wir produzieren vorne Fehler über Fehler", beschrieb Wagner und präzisierte: "Da waren Tippfehler und Passfehler genau so dabei wie Fehlwürfe." In diese Phase fielen auch ein verworfener Siebenmeter (Hinz, 22.) und eine Unterzahl nach Zeitstrafe gegen Sundberg (24.). Rechtfertigen lässt sich die Flaute im Angriff damit nicht. »Bei uns gab es zu viele, die keinen guten Tag erwischt hatten« Immerhin: Als wollten sie die verpassten Treffer in Windeseile wieder aufholen, netzten Luca Sewing, Julius Hinz und Maximilian Schüttemeyer nach Wiederanpfiff innerhalb von nicht mal zwei Minuten ein und verkürzten so auf 11:18. Wagner sinnierte: "Ja, wir waren in der zweiten Halbzeit besser im Spiel, haben diese ja auch mit 16:9 gewonnen, aber beim 18:8 war eigentlich schon alles entschieden." Ferndorf verwaltete seinen Vorsprung mit langen eigenen Angriffen taktisch klug. Da blieb zu wenig Zeit für die TSG, sich weiter heran zu arbeiten. Wagner vermied direkte Kritik, doch er formulierte zumindest zwischen den Zeilen Klartext: "Bei uns gab es zu viele, die keinen guten Tag erwischt hatten. Wir müssen wenigstens den Willen zeigen, gewinnen zu wollen. Den habe ich manchmal vermisst. Das wird es in der kommenden Woche zu klären geben." Der Orkan über dem Land hat sich gelegt, doch der TSG stehen nach dieser Pleite womöglich stürmische Tage bevor. TSG: Ullrich/Hendrich; Kroll (4/2), Wagner (1), Fröbel, Krause (1), Schüttemeyer (4), Strathmeier (1), Sundberg (1), Wortmann (1), Bergen (4), Hinz (4), Sewing (3).

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