Gegenwehr: Der Bielefelder Julius Hinz (Mitte) bekommt es im Hinspiel gegen Harsewinkel mit Jonas Kalter (r.) zu tun. - © Andreas Zobe
Gegenwehr: Der Bielefelder Julius Hinz (Mitte) bekommt es im Hinspiel gegen Harsewinkel mit Jonas Kalter (r.) zu tun. | © Andreas Zobe

Bielefeld TSG A-H Bielefeld bestreitet Rückrundenauftakt in Harsewinkel

Handball-Oberliga: Wird die heutige Partie in Harsewinkel zum Hingucker, oder ist sie eher zum Wegschauen? Für TSG-Coach Carl-Moritz Wagner zählt gegen das Schlusslicht nur ein positives Ergebnis

11.01.2019 | Stand 10.01.2019, 19:31 Uhr

Bielefeld. Carl-Moritz Wagner ist vorsichtig. Der neue Coach der TSG A-H Bielefeld weiß, dass sein Team unter Beobachtung steht. So war es auch vor vier Monaten, als die Saison mit dem Derby gegen die TSG Harsewinkel eröffnet wurde. Damals schien für fast alle Zaungäste der Aufstieg der Bielefelder nur Formsache. Vor dem Rückspiel (heute 20 Uhr, Harsewinkel) und sechs Minuspunkte später wissen alle: Die Saison ist kein Selbstläufer. "Ich gucke gar nicht auf die Tabelle, weder bei uns noch beim Gegner", so Wagner. "Von Tabellenständen können wir uns nichts kaufen", ergänzt er. Die TSG Harsewinkel ist immer noch Letzter. Zwischendurch hatte das Team von Manuel Mühlbrandt die Rote Laterne sogar abgegeben, trotzdem stehen nach der Hinrunde lediglich zwei Siege auf dem Zettel. Aber: Die Zeiten, in denen der Aufsteiger mit 18:27 (gegen Hemer), 18:39 (gegen Schalke) oder 19:29 (gegen Loxten) unter die Räder kam, scheinen auch vorbei. Vor Weihnachten pegelte sich die Trefferquote um die 30 Tore ein. Lange hatte das junge Team aus dem Kreis Gütersloh die Oberliga als Abenteuer aufgefasst, mit der eigenen Chancenlosigkeit durchaus auch mal kokettiert. »Das Hinspiel war ein ganz besonderes für uns« Doch spätestens seit dem ersten Sieg gegen Möllbergen glauben Torwart-Routinier Johnny Dähne und seine Vorderleute daran, dass sie gegen die Konkurrenz bestehen können. "Die haben Gladbeck geschlagen, und das ist ja nicht irgendeine Truppe", warnt Wagner, der seit langem mit Dähne befreundet ist. Der Torwart weiß: "Wir hatten leider viele 'Hätte-Spiele' dabei. Also Partien, in denen wir lange dran waren, aber doch verloren haben. Das Hinspiel gegen die TSG war ein ganz besonderes für uns. Der erste Oberligaauftritt und dann gleich in der Seidensticker-Halle. Für viele unserer jungen Spieler war das sehr beeindruckend." Seit Harsewinkel den Gütersloher Torjäger Nicola Krspogacin verpflichtete, stimmt die Quote. 36 Treffer erzielte der in seinen bisherigen sieben Spielen, und dabei hatte er ausgerechnet gegen Gladbeck sogar noch Ladehemmung - blieb ohne Tor. "Er hat absoluten Schussbefehl", beschreibt Wagner. Kroll und Sewing sind wieder dabei In Harsewinkel wird man den Kreispokalauftritt der Bielefelder beobachtet haben. Dass Spenge mit einer 3:2:1-Deckung recht erfolgreich agierte, könnte auch Vorbild für die Gütersloher sein. Allerdings erinnert sich Dähne: "Das haben wir im Hinspiel auch versucht. Da hat es aber nicht gut geklappt." Und Wagner klärt auf. "Das wir in der Phase nicht mehr getroffen haben, war vielleicht auch Zufall. Weitere Chancen hatten wir uns nämlich erarbeitet." Vincent Kroll und Luca Sewing sind wieder dabei, Arne Kröger ist angeschlagen. Ob Ex-Abwehrchef Wagner selber spielen wird, entscheidet er spontan. "Ich gucke, wie die Jungs im Spiel drauf sind", sagt er. Die TSG A-H Bielefeld - sie steht zu Beginn der Rückrunde tatsächlich von allen Seiten unter Beobachtung.

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